Kritik

Veröffentlicht am 9.08.2019 | von Dominik

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BEACH BUM – Filmkritik

Habt ihr schon mal Magnum gesehen? Die Serie basiert auf meinem Leben. Ich gucke das immer, das ist wie ein Blick in den Scheiß Spiegel.

(Moondog – Beach Bum)

Harmony Korine ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein komischer Kauz, auf jeden Fall ist er jemand, der mit seinen Filmen polarisiert. Mit 19 Jahren wurde er für sein Drehbuch zum Kultfilm Kids vergöttert, sein Regiedebüt Gummo war vor allem radikal, genauso wie sein erster Roman Wunschliste eines Bastards. Nachdem er dann irgendwann so etwas in der Wahrnehmung der Allgemeinheit mit seinen Werken verschwand, kehrte er 2012 mit Spring Breakers wieder in den Mainstream zurück. Schrille Neonfarben, vier desorientierte junge Frauen in knappen Gewändern, James Franco in seiner wohl bisher abstrusten Rolle – Klischees trafen hier auf wilde Ästhetik und zeigte ein Florida, wie es Hollywood wohl bisher noch nie gezeigt hat. Und mit seinem neuen Film – einer Kiffer-Komödie – weiß Korine noch mal einen drauf zu setzen! Unsere Filmkritik zu Beach Bum!

In Key West lebt der sagenumworbene Dichter Moondog (Matthew McConaughey) und fristet sein Dasein, zwischen Drogen, Suff, Oben-Ohne Mädchen auf seinem Kutter oder aber in Ausschweifungen mit den anderen gestrandeten Außenseitern am südlichsten Punkt Floridas. Die Hochzeit seiner Tochter reißt ihn aber aus seiner selbstgeschaffenen Parallelwelt und konfrontiert ihn mit dem wahren Leben, mit dem er schon seit langem abgeschlossen zu haben scheint…oder umgekehrt. So hat er seine Frau (Isla Fisher) schon länger an Lingerie (Snoop Dogg) verloren…und kurz darauf stirbt sie auch noch, nicht ohne ihm nichts zu hinterlassen, wenn er nicht seinen neuen Roman beendet. So steht er vor dem Nichts und muss sein Lotterleben sortieren…

Beach Bum fängt eigentlich ganz lustig an, zeigt Matthew McCnaughey in seiner neuen Lieblingsrolle als White Trash Typ, der sich seine eigene Parallelwelt mit lauter Außenseitern kreiert hat, und der völlig in dieser Rolle aufzugehen scheint. Doch nachdem der Hauptcharakter nach Miami zurückgekehrt ist, wird es langsam schwammig mit der Story, die kurze Zeit später in warme Kiffer-Luft aufgeht. Angereichert mit reichlich Plattitüden, Klischees und zuhauf maskuliner Egomasse. So sind die meisten Frauen in Moondogs Umgebung oben ohne und dienen nur der Bespaßung und der visuellen Aufwertung der Kulisse. Die Kurzauftritte der berühmten Darstellern wie Zac Efron, Jonah Hill und Martin Lawrence wirken genauso unpassend in die Geschichte eingefügt, wie das doch sehr an den Haaren herbeigezogene Ende…aber vielleicht darf man den Film auch nicht anschauen, ohne komplett zugedröhnt zu sein. Dann liegt der Fehler vielleicht einfach auf unserer Seite?!

Beach Bum (USA 2019)
Regie: Harmony Korine
Darsteller: Matthew McConaughey, Isla Fisher, Snoop Dogg, Zac Efron, Jonah Hill, Martin Lawrence
Heimkino-VÖ: 1. August 2019, Constantin Film

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