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Veröffentlicht am 18.09.2019 | von Susan

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BELLE & SEBASTIAN – Days Of The Bagnold Summer


Foto-© Marisa P Murdoch

I know where the summer goes
When you’re having no fun
When you’re under the thumb
I know where the summer dwells
If your underarm smells
And your kitchen looks like hell

(Belle & Sebastian – I Know Where The Summer Goes)

Wenn man an Filmklassiker wie The Graduate oder Harold and Maude zurückdenkt, hat man nicht nur die wegweisenden Geschichten oder die schauspielerische Leistung der Darsteller im Sinn. Vor allem der leicht wippende Fuß, lässt einen wahlweise zwischen Simon and Garfunkel und Cat Stevens, die mit ihren Soundtracks die Pfeiler dieser Filme bilden, dahinschmachten.

Auch Belle & Sebastian reihen sich mit ihrer neuen Platte Days of the Bagnold Summer, die am 13. September erscheint, in die Reihe der Soundtracks ein und machen diese wieder salonfähig. Die gleichnamige Graphic Novel stammt von Jeff Winterheart und wurde nun von Simon Bird als Film inszeniert. Für Bird ist es das Regiedebüt auf der großen Leinwand, für die Musiker aus Glasgow, um Gründer Stuart Murdoch, nur ein weiterer Schachzug ihres Schaffens. Schließlich hatten sie 2002, mit ihrem melodischen Indie-Sound, schon den Film Storytelling von Todd Solondz unterstützt.

Auch mit Days of the Bagnold Summer wird wieder einmal deutlich: Der Stil der Musiker bleibt unverkennbar. Murdoch, Fan der Erzählung und Bird, als Fan von Belle & Sebastian konnten sich daher schnell einigen, wie der Film, der 2020 in die deutschen Kinos kommen soll, sich klanglich einordnen soll. Die berührend, humoristische Story über einen Metal-Fan, dessen ursprüngliche Pläne für die Sommerferien ins Wasser fallen und der stattdessen mit seiner Mutter vorlieb nehmen muss, wird durch die Songs über tiefe Trauer und Verzweiflung, gestützt.

So steigt einem schon mit I Know Where The Summer Goes, dem zweiten, der insgesamt 11 Songs, die altbekannt melancholische Stimmung in die Ohren. Kein Wunder, schon 20 Jahre zuvor hatten Belle & Sebastian, mit etwas weniger Drums und Bass versehen, diesen Klassiker veröffentlicht und ihn jetzt für den Film neu aufgelegt. Aufregend geht es danach mit Did The Day Go Just Like You Wanted? weiter, einem der eindringlichsten Songs der gesamten Platte. I’ll Keep It Inside erinnert durch stimmungsvolle Klangwelten, wiederum an frühere Zeiten, immer ein wenig Hoffnung im Gepäck. Ein weiterer Klassiker ist auch mit Get Me Away From Here I´m Dying zu hören, der im Original vom 1996er Album If You´re Feeling Sinister stammt. Die Idee zwei alte Songs für den Film zu verwenden, kam dabei von Bird. Beide Songs passen seiner Meinung nach so gut zur Stimmung und Handlung des Filmplots, dass er sie unbedingt mit aufnehmen wollte. Einen weiteren Song, den er unbedingt für den Soundtrack wollte, war Safety Value, der für den Film erst fertiggestellt wurde.

Damit beweist die siebenköpfige Band ein weiteres Mal, wie flexibel und andächtig sie sich in jeglicher Szenerie bewegen. Aber auch ohnen den Film gesehen zu haben, kann man das Album genießen. In früheren Tagen schwelgen und sich der Zeitlosigkeit der Musik einfach hingeben. Dabei gelingt es ihnen, selbst den größten Metal-Fan aus der Reserve zu locken, geradewegs zu entzücken. Eine Gabe, die der Band schon seit über 20 Jahren zu Grunde liegt und auf die man sich sicherlich auch noch die nächsten 20 Jahre freuen darf.

Belle & Sebastian – Days Of The Bagnold Summer
VÖ: 13. September 2019, Matador Records
www.belleandsebastian.com
www.facebook.com/belleandsebastian

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Über den Autor

Susan wohnt in Hamburg und wollte früher hauptberuflich Groupie werden, bis ihr ein Exfreund einen Song auf Myspace widmete. Der hat bis heute 200 Klicks. Von ihr.



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