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Veröffentlicht am 26.09.2019 | von Malte Triesch

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Kinotipp der Woche & Kritik: READY OR NOT

“Yes, hide and seek, remember?”

Daniel Le Domas – Ready or Not

Grace (Samara Weaving) kann ihre Hochzeit mit Alex Le Domas (Mark O’Brien) kaum abwarten. Als Waisenkind aufgewachsen freut sie sich nicht nur auf den Pakt der Ehe mit ihrem geliebten Mann, sondern auch darauf endlich in eine richtige Familie aufgenommen zu werden. Nun ist die Herrschaft Le Domaz (Dynastie oder Imperium hören sie nicht gern) keine normale Familie. Durch Erfindung und Vertrieb von Brettspielen haben sie es über mehrere Generationen hinweg zu stattlichem Reichtum gebracht. Im Anschluss an die prunkvolle Hochzeit auf dem abgelegenen Anwesen der Familie wird Grace dann sowohl in die Geschäftsgeheimnisse als auch die familieneigenen Hochzeitsbräuche eingeweiht. Wer in die Familie aufgenommen werden möchte, muss ein zufällig ausgewähltes Spiel spielen, in Graces Fall Verstecken (Hide and Seek). Während sie sich also im weitläufigen Herrenhaus verstecken muss, machen sich die restlichen Familienmitglieder auf die Suche nach ihr. Dass sie nicht gewinnen muss um aufgenommen zu werden, nimmt ein wenig den Druck raus, denn wirklich gewinnen kann man beim Versteckspiel eigentlich nur als Suchender. Es sei denn, so die Hausregeln, man schafft es bis zum Morgengrauen versteckt zu bleiben. Dass verlieren jedoch gleichzeitig den Tod bedeutet, wird Grace verschwiegen. Und so verkriecht sie sich fröhlich im Speiseaufzug, während die Le Domas Familie sich bis an die Zähne bewaffnet um sie vor Sonnenaufgang zur Strecke zu bringen.

Ready or Not ist eine der wenigen Horror-Komödien, bei der die Comedy den Horror nicht nur nicht untergräbt, sondern sogar unterstützt. Der Humor könnte schwärzer kaum sein und in Gewaltszenen werden keine Kompromisse gemacht. So fügen sich beide Elemente gut zusammen und es bleibt das Gefühl aus, dass die Härte zugunsten der Witze zurückgeschraubt wurde. Trotz eines Budgets von „nur“ 6 Millionen US Dollar hat es das Regie- Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett geschafft Ready or Not absolut auf Hochglanz zu polieren. Von der ersten Szene an versprüht das Le Domas Herrenhaus genau die intensive Horror Atmosphäre, die man sich von einer Verfilmung des ersten Resident Evil Spiels gewünscht hätte. So gibt es zwar keine gigantischen Setpieces oder dramatischen Twists, diese vermisst man jedoch auch nicht. Denn getragen wird der Film von den fantastisch verschrobenen Charakteren. Anstatt den Zuschauer anfangs mit Exposition zu erschlagen wird den Familienmitgliedern nach und nach Tiefe verliehen, sei es die blutdurstige, axtschwingende Tante Helene (Nicky Guadagni) oder die Schwester des Bräutigams Emelie (Melanie Scrofano), die aus Versehen immer wieder die Schar an Dienstmädchen dezimiert. Star des Katz- und Mausspiels ist aber Samara Weavings stoische Braut, die stellvertretend für den Zuschauer immer wieder ihre Fassungslosigkeit über die Verrücktheit der Le Domas Familie zum Ausdruck bringt und sich absolut verbissen weigert klein beizugeben. Man lacht und leidet einfach sehr gerne mit ihr. Nach 95 atemlosen Minuten endet die Tour de Force mit einem Knall und schleudert uns zurück in die Realität, gut, dass man noch den Abspann hat um wieder runter zu kommen. Große Empfehlung für alle Fans von Gothic Horror und Horror-Comedy. Wem The Purge zu patriotisch, Get Out zu gruselig oder Battle Royal zu abgedreht war, kriegt hier genau sein Ding, aber auch alle anderen Fans der drei kommen auf ihre Kosten.

Ready of Not (US 2019)
Regie: Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett
Cast: Samara Weaving, Adam Brody, Mark O’Brien, Henry Czerny, Andie MacDowell, Nicky Guadagni, Elyse Levesque, Melanie Scrofano
Kinostart: 26 September 2019

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Über den Autor

Malte wuchs im idyllischen Lilienthal direkt an der Grenze zu Bremen, der schönsten Stadt im Norden Deutschlandsauf. Seine frühesten Film Erinnerungen sind auf dem Schulhof in der neusten TV Movie alles anzustreichen was gesehen und aufgenommen werden muss. Da die Auswahl an Horrorfilmen hier dochrecht begrenzt oder zumindest stark geschnitten war entdeckte er Videotheken für sich bzw. seine Mutter. Da man diese erst ab 18 betreten durfte wurde die Arme Frau regelmäßig mit einer, der Wichtigkeit nach gerankten Filmliste voller Namen die ihr nichts sagtenwie „Tanz der Teufel“ oder „Die Brut der Nacht“ dorthin geschickt um die 3 höchst gerankten/ verfügbaren Filme für den nächsten Videoabend auszuleihen. Nebenher bemerkte er irgendwann, dass all die Videospiele und Zeichentrickfilme die ihm besonderes gute gefielenaus Japan kamen. Also wurde der Entschluss gefasst Japanologie zu studieren... zusammen mit BWL... damit man dann hinterher auch was arbeiten kann oder so. Wenn er auch ein sehr schlechtes Gewissen für Geburtstage und Namen hat, kann man sich in seinem Freundeskreis sicher sein pünktlich zu Halloween, May the 4th,St. Patricksday oder einem anderen obskuren „Freiertag“ gratuliert und zu einer entsprechenden Party eingeladen zu werde



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