Kritik

Veröffentlicht am 29.10.2019 | von Malte Triesch

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SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK – Filmkritik

You don’t read the book, the book reads you

(Stella Nichols – Scary Stories to Tell in the Dark)

Eine verregnete Halloween Nacht im Jahre 1968 in der amerikanischen Kleinstadt Mill Valley. Die drei Außenseiter und beste Freunde, Stella (Zoe Margaret Colletti), Auggie (Gabriel Rush) und Chuck (Austin Zajur) sind nach einem Streich auf der Flucht vor den typischen High-School Bullys und treffen in einem Autokino zufällig auf den Rumtreiber Ramón (Michael Garza). Nach einem kurzen gemeinsamen Stand-Off mit den Bullys machen sich die nunmehr vier Freunde gemeinsam auf, um die verlassene Villa der Bellows Familie zu erkunden. Der Sage nach soll die Tochter der Familie, Sarah, in ihrem kurzen und grauenvollen Leben ein Buch geschrieben haben, dessen furchteinflößende Geschichten wahr werden. Dort angekommen finden die Teenager auch tatsächlich die versteckte Grabstädte Sarahs und beginnen die dort gelagerten Bücher zu durchstöbern…

Fangen wir an mit dem, was Scary Stories to Tell in the Dark nicht ist. Er ist nicht der neue melancholische Gothic Epos von Guillermo del Toro, auch wenn sein Screenwriter und Producer Credit im Marketing verwendet wird als hätte er den Film alleine geschrieben und Regie geführt. Er ist auch kein Hardcore-Horrorfilm wie Regisseur André Øvredals vorheriger Film The Autopsy of Jane Doe. Soweit so enttäuschend, wenn man eines der beiden Extreme erwartet hat. Zum Glück, zumindest für ältere Zuschauer, ist er aber ebenfalls kein Kinderfilm wie zum Beispiel die ebenfalls auf einer Roman-Serie basierte Gänsehaut– Serie. Scary Stories bietet Feel Good Horror mit Setting und Set-Up, die stark an das erste Kapitel der jüngsten Verfilmung von Stephen Kings ES erinnern. Als weitere Parallele überzeugen auch hier die sehr jungen Hauptdarsteller auf ganzer Linie. Besonders Austin Zajur und Hauptdarstellerin Zoe Margaret Colletti brillieren. Mühelos und natürlich sympathisch übernimmt Colletti den Großteil der Exposition und Zajur die Rolle des nervigen Nerds, beides keine einfachen Aufgaben. Anstatt wie in der Romanvorlage als in sich abgeschlossene Geschichten werden die einzelnen Scary Stories hier direkt mit der Rahmenhandlung um die vier Teenager verwoben. Dies geschieht bei dem Großteil der Geschichten recht organisch, bei mindestens einer jedoch sehr holprig. Kenner der Vorlage werden sicher etwas enttäuscht sein, haben aber auch klar einen Vorteil, da ein Großteil der Hintergründe der einzelnen Abschnitte im Film ausgespart wird. Erschrecken kann und wird man sich auch ohne Kenntnis der Hintergründe, mit ein wenig mehr Informationen würden aber die klassischen Twists der Geschichten wesentlich mehr Eindruck machen. Abschließend trotzdem eine klare Empfehlung für alle Fans von Horror-Anthologien und solche, die es werden wollen, besonders falls euch das erste Kapitel von ES oder auch Stranger Things begeistert haben. Wenn auch nicht auf Jane Doe Level, gruseliger als diese, ebenfalls auf Teenager fokussierten Horrorgeschichten, ist Scary Stories to Tell in the Dark allemal.

Scary Stories to Tell in the Dark (USA, CAN 2019)
Regie: André Øvredal
Darsteller: Zoe Margaret Colletti, Michael Garza, Gabriel Rush, Austin Abrams, Austin Zajur
Kinostart: 31. Oktober 2019, Entertainment One Germany

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Über den Autor

Malte wuchs im idyllischen Lilienthal, direkt an der Grenze zu Bremen, der schönsten Stadt im Norden Deutschlands, auf. Seine frühesten Film-Erinnerungen ist, auf dem Schulhof in der neusten TV Movie alles anzustreichen was gesehen und aufgenommen werden muss. Da die Auswahl an Horrorfilmen hier doch recht be- oder zumindest stark geschnitten war entdeckte er Videotheken für sich bzw. seine Mutter, da man diese ja erst ab 18 betreten durfte. Wenn er nicht gerade Filmreviews schreibt ist er wahrscheinlich im (Heim-)Kino oder vor dem Mikrophon für den OV Sneak Podcasts, SneakyMonday.



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