Kritik

Veröffentlicht am 4.11.2019 | von Malte Triesch

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ZOMBIELAND: DOPPELT HÄLT BESSER – Filmkritik

It’s time to nut up or shut up.

(Tallahassee – Zombieland: Doppelt hält besser)

Zehn Jahre nachdem in Zombieland die Apokalypse ausbrach, ist die Familie wider Willen bestehend aus Redneck Tallahassee (Woody Harrelson), Nerd Columbus (Jesse Eisenberg) und den Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) tatsächlich immer noch gemeinsam unterwegs. Mehr noch, sie sind sogar in das Weiße Haus eingezogen und so gut im Zombies töten, dass das reine Überleben keine echte Herausforderung mehr darstellt. Dennoch fangen Wichita und besonders Little Rock an rastlos zu werden. Mit diesen ersten Rissen im harmonischen Miteinander wird die Gruppe vor neue Herausforderungen in Form mutierter Superzombies und anderen Überlebenden, von Doppelgängern über Hippies bis fanatischen Elvis Fans, gestellt.

Analog zu der Handlung des Films und tatsächlich auf den Tag zehn Jahre nach der Veröffentlichung von Teil eins lief Zombieland: Doppelt hält besser in den USA an. Da die Hauptdarsteller mittlerweile zu Oscar-prämierten oder zumindest nominierten Stars aufgestiegen sind, lag die Befürchtung nahe eine lieblose und/oder blutlos weichgespülte Fortsetzung zu bekommen. Dem ist nicht so! Teil zwei ist genauso anarchisch, absurd und unanständig wie schon der Erstling. Ab Szene eins hat man das Gefühl, dass der komplette Cast große Lust hatte noch einmal in die Zombie Apokalypse abzutauchen und ernsthaft motiviert ist das beste aus dem Material herauszuholen. Wenn überhaupt ist die Energie und Dynamik zwischen den Darstellern sogar noch stärker als zuvor, was wunderbar in den Kontext des Films passt, da die Figuren ja nunmehr 10 Jahre zusammen verbracht haben. Dass dabei etwas zu wenig Raum bleibt neue Charaktere aufzubauen, ist zwar schade, aber nachvollziehbar. Da sich die Geschichte des Films in zwei Story-Stränge aufteilt, profitiert er von dem Fokus auf die vier Hauptcharaktere, anstatt sich mit Nebenschauplätzen und -charakteren zu verzetteln.

Etwas mehr Fingerspitzengefühl hätte man lediglich bei Zoe Dutchs Figur Madison beweisen können. In einem ohnehin stark überzeichneten Film sticht sie als eindimensional Comic-haft heraus. Dabei gehen in ihrer Rolle als sympathisches aber ultra-dummes Blondchen ein paar Witze zu viel zu ihren Lasten. Dass hierbei teilweise auf das sonst allgegenwärtige Augenzwinkern verzichtet wird, nagt dabei ein wenig an der Sympathie der vier Protagonisten. Wobei ihre Figur dermaßen übertrieben angelegt ist, dass man die ebenfalls übertriebenen Reaktionen zwischen Eifersucht, Ablehnung und Beschützerinstinkt doch wieder nachvollziehen kann. Der Großteil der Gags zündet jedoch und wird dabei zusätzlich immer wieder durch Action Setpieces unterstützt, so dass absolut keine Langeweile aufkommt.

Comedy Fortsetzungen sind immer schwierig und selten gut, weshalb vielleicht nicht jeder Fan auf eine Fortsetzung von Zombieland hin gefiebert hat. Dazu kommt, dass sogar Columbus im Voiceover Intro gesteht, dass Zombies nach wie vor in der Popkultur nicht gerade unterrepräsentiert sind. Regisseur Ruben Fleischer liefert hier, nach dem kommerziell erfolgreichen aber inhaltlichen Totalausfall Venom, jedoch eine nahezu perfekte Abmischung von Action und Comedy. Echter Horror oder gar Drama wird dabei zwar nicht geboten, aber ob der konstant guten Stimmung wird diese auch niemand vermissen. Neben der Comedy kommen auch Gorehounds auf ihre Kosten und die Action-Szenen können sich inszenatorisch ebenfalls sehen lassen. Entwarnung auch noch an alle, die nach dem Trailer befürchtet haben, dass der Film sich auf die überraschend auftauchenden Doppelgänger von Tallahassee und Columbus fokussiert. Dieser Plot ist nur eine kleine Randnotiz auf dem abgedrehten Roadtrip. Insgesamt eine klare Empfehlung an alle Fans des ersten Teils, sowie Zombie- und Genre-Fans im Allgemeinen. Als Rausschmeißer gibt Woody Harrelson / Tallahassee im Abspann dann noch den Elvis Klassiker Burning Love zum Besten, hoffen wir, dass die Darsteller und Fans auch weiterhin für die Zombieland Serie brennen und wir uns in zehn Jahren erneut wiedersehen! Verdient hätte es das Franchise auf jeden Fall.

Zombieland: Double Tab (USA 2019)
Regie: Ruben Fleischer
Cast: Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone, Abigail Breslin, Zoey Dutch, Rosario Dawson
Kinostart: 07. November, Sony Pictures Entertainment

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Über den Autor

Malte wuchs im idyllischen Lilienthal direkt an der Grenze zu Bremen, der schönsten Stadt im Norden Deutschlandsauf. Seine frühesten Film Erinnerungen sind auf dem Schulhof in der neusten TV Movie alles anzustreichen was gesehen und aufgenommen werden muss. Da die Auswahl an Horrorfilmen hier dochrecht begrenzt oder zumindest stark geschnitten war entdeckte er Videotheken für sich bzw. seine Mutter. Da man diese erst ab 18 betreten durfte wurde die Arme Frau regelmäßig mit einer, der Wichtigkeit nach gerankten Filmliste voller Namen die ihr nichts sagtenwie „Tanz der Teufel“ oder „Die Brut der Nacht“ dorthin geschickt um die 3 höchst gerankten/ verfügbaren Filme für den nächsten Videoabend auszuleihen. Nebenher bemerkte er irgendwann, dass all die Videospiele und Zeichentrickfilme die ihm besonderes gute gefielenaus Japan kamen. Also wurde der Entschluss gefasst Japanologie zu studieren... zusammen mit BWL... damit man dann hinterher auch was arbeiten kann oder so. Wenn er auch ein sehr schlechtes Gewissen für Geburtstage und Namen hat, kann man sich in seinem Freundeskreis sicher sein pünktlich zu Halloween, May the 4th,St. Patricksday oder einem anderen obskuren „Freiertag“ gratuliert und zu einer entsprechenden Party eingeladen zu werde



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