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Veröffentlicht am 19.12.2019 | von Susan

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BLVTH – I Don’t Know If I’m Happy


Foto-© Roberto Brundo

I don’t wanna be sad
Doesn’t feel right, unless it takes time, though
I know it’s hard to be alive
Everything’s fine, everything’s fine,
I don’t wanna live by rules to apply
Everything will come undone
I don’t wanna fall back
Gonna be the same that
You had always said I was

(BLVTH – Let Me Down)

Während man schon fleißig seine Jahreshoroskope wälzt und sich auf die bevorstehenden Feiertage einzustellen versucht, hat der Wahlberliner BLVTH, sprich [bluːt], in dieser besinnlichen Zeit etwas ganz anderes im Sinn. 2018 bediente er mit der Veröffentlichung von Blut noch das Format der EP. Allein dies sollte sich 2019 ändern und neben vereinzelten Single-Auskopplungen und seinem eigenen Klamottenlabel BLVTH COUTURE, veröffentlicht er nun zweimal im Jahr eine Collection, mit von ihm handverlesenen Songs. Damit will er sein Publikum von einem eigens kreierten Gesamtkonzept überzeugen und sich von den Massen, als eher unkonventionell, abheben. Und nachdem im Sommer schon BLVTH COUTURE S/S 2019 COLLECTION erschienen ist, veröffentlichte er am 06. Dezember I Don’t Know If I’m Happy, die nächste, dieses mal musikalische Collection. Damit verschwimmen die Grenzen und der kreativen Anspruch des Künstlers wird deutlich.

Musikalisch legt er sich dabei genauso wenig fest, wie man vermuten kann. So besitzt jeder Track auf I Don’t Know If I’m Happy seine ganz eigene Klangwelt, der die Persönlichkeit des Künstlers widerspiegeln soll. Zu Beginn wird man dabei vom gleichnamigen Titeltrack und einer Welle Autotune empfangen, der die Hektik der Großstadt und den aktuellen Zeitgeist greifbar machen soll. Bei No Shame findet man sich wiederum zwischen dominanten Bässen und Eighties-Synths, im Zusammenspiel mit BLVTHs energetischen Stimme, wieder. Der wohl eingängigste Song der Collection.

Die meisten der fünf Songs entstanden in einer eher stressigen Zeit, in der der Künstler seinen Eltern beistehen musste. Dies ist vor allem in den letzten beiden, eher ruhigeren Stücken, Let Me Down und 2211, zu vernehmen. Hier überzeugt er vor allem mit ungewohnt bearbeiteten Gitarrenspuren, die wieder mal eine ganz neue Facette zeigen. So trifft man den Musiker mit polnischen und albanischen Wurzeln im Punk, French House und Trap ebenso wieder, wie im Future Grunge, wie er seine Stil es selbst bezeichnet.

In den letzten Jahren hatte er sich aber vor allem einen Namen durch Produktionen am Nummer-1-Album Lang lebe der Tod von Casper, sowie dessen anschließendes, nicht minder erfolgreiches Kollaborationsprojekt 1982 mit Marteria gemacht. Zuletzt arbeitet er Executive Producer für das auf Platz 1 gechartete Album KIOX von Kraftklub-Frontmann KUMMER, um nur einen kleinen Teil, seiner immer wieder hoch gelobten Projekte zu nennen.
Das BLVTH aber kein simpler Auftragsproduzent ist, verkörpert er durch sein, über die Jahre immer wieder wandelbares Wesen und zuletzt mit I Don’t Know If I’m Happy. Hier beweist er, dass er nicht nur selbst gerne die Zügel in der Hand hat, sondern seine eigenen, hübsch verpackten Collections, auch im Vordergrund präsentieren darf und sollte.

Blvth – I Don’t Know If I’m Happy
VÖ: 6. Dezember 2019, Call Me Anytime
www.blvth.com
www.facebook.com/blvth

YouTube video

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Über den Autor

Susan wohnt in Hamburg und wollte früher hauptberuflich Groupie werden, bis ihr ein Exfreund einen Song auf Myspace widmete. Der hat bis heute 200 Klicks. Von ihr.



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