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Veröffentlicht am 14.01.2020 | von Andreas Peters

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THE BIG MOON – Walking Like We Do


Foto-© Pooneh Ghana

I wanna speak but I’m wondering how
And I wonder since when was my voice a foreign object in my mouth
But what you’re doing for me
I just wish I could do, I could do it for you

(The Big Moon – Your Light)

Für Furore sorgte das in London ansässige Indie-Pop-Quartett The Big Moon bereits mit ihrem 2017 erschienenen Debütalbum Love In The 4th Dimension, das direkt für den renommierten Mercury Prize nominiert war. Mal von energischen Gitarrenriffs getrieben, mal verträumt in melodische Klavierballaden eingetaucht, immer jedoch voller Verve und einer Dosis guter Stimmung gelingt es der Formation um Frontfrau Juliette Jackson, dem in die Jahre gekommenen Indie-Pop-Genre neues Leben einzuhauchen. Das lang ersehnte zweite Album Walking Like We Do setzt dort an, wo der Vorgänger aufhörte und präsentiert poppige Harmonien voller Leichtigkeit und Lebendigkeit, bietet aber mehr Tiefgang als das Erstwerk.

So sehr der rockige Gitarrensound, warme Synthklänge und die treibenden Bässe auch den Klang von The Big Moon bestimmen – das Herzstück der Band ist das Stimmorgan von Leadsängerin Juliette Jackson, die den durchweg melodischen Songs durch ihre Performance eine charakteristische Note verleiht. Das klingt dann mal in Why, wo Stakkato-akzentuierte Klaviernoten einem immer wiederkehrenden Gitarrenrausch weichen, mal etwas zögerlich und abgeklärt. Die Pianoballade Waves, eines der ruhigeren Stücke beginnt atmosphärisch ruhig und lotet das gesamte tiefere Gesangsspektrum der Sängerin aus, wird dann wenig später durch zusätzliche vokale Unterstützung bereichert und mündet schließlich in einen choral angehauchten Mittelpart, der sich schließlich in einem dramatischen, elektrisierenden Finale auflöst. Mit noch mehr Groove kann wohl nur noch Your Light begeistern. Atmosphärisch und dabei sehr hoffnungsvoll, angefeuert von vokalen Harmonien und einer getriebenen Rhythmussektion wird in dieser Ballade die Überwindung düsterer Zeiten thematisiert. Vor allem lyrisch entwickeln die vier Britinnen hier eine Tiefe, die man hinter dem Song zunächst nicht vermutet: „I wanna speak but I’m wondering how / And I wonder since when was my voice a foreign object in my mouth“, heißt es an einer Stelle im Song um dann im Chorus wieder auf die Punchline „I forget / My darkness / And remember your light“ zurückzukehren.

In einem Interview äußert sich Sängerin Juliette Jackson zu dem Album: „‚Walking Like We Do’ is about being strong in the face of uncertainty, about standing tall even though you’re completely lost and not being afraid of the future because it just keeps on coming“. Dieser Spirit weht auch durch das zweite Werk von The Big Moon, das vor Selbstvertrauen, Furchtlosigkeit und Angriffslust nur so strotzt. „We don’t know where we’re going / But we’re walking like we do“ singt Jackson im vorletzten Track A Hundred Ways To Land. Da bleiben keine Fragen mehr offen.

The Big Moon – Walking Like We Do
VÖ: 10. Januar 2020, Caroline International
www.thebigmoon.co.uk
www.facebook.com/thebigmoon

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