Musiknews Drangsal © Sebastian Madej

Veröffentlicht am 28.09.2020 | von Sebastian Madej

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RBF2020 – Auf St. Pauli brennt noch Licht

Foto-Credits © Sebastian Madej

Es muss trotz Corona weitergehen in der Musikszene und das möglichst bald und unter den bestmöglichen Bedingungen.  Und genau dort, haben die Veranstalter des Reeperbahnfestival 2020 angesetzt. Mit der Zeile „auf St. Pauli brennt noch Licht“ aus einem Jan Delay Song startet die Pressemitteilung zum diesjährigen Reeperbahnfestival und genau das war das Gefühl, dass man beim 15. Reeperbahn Festival im Jahr 2020 wieder hatte. Ein kleines Licht im Dunklen, dass wieder Hoffnung macht. Nachdem zwar insbesondere Hamburg, bereits durch viele seit Juli bespielten Open Air Bühnen, die Fahne für die Live-Musik-Branche in Deutschland hochgehalten hatte, waren es jetzt vor allem endlich die Clubs, die wieder zu Konzerten einluden. Und obwohl es aufgrund der pandemiegerechten Umsetzung durch den Veranstalter eine andere als bisher gewohnte Art von Konzerten war, konnte man bei allen Beteiligten die Glückseligkeit spüren, wieder Konzerte zu veranstalten, zu spielen und zu besuchen. Die ca. 140 Konzerte von ca. 100 Acts in 20 Spielstätten zählten in diesem Jahr nach Angaben des Veranstalters ca. 8.000 Besucher. Neben den Konzerten gab es, Vorträge, Lesungen, Diskussionen, Film und Bildende Kunst. Es wurden insgesamt ca. 100 Livestreams angeboten, die von ca. 150.000 Menschen verfolgt wurden. Dazu außerdem das diesmal komplett digital angelegt kostenpflichtige Programm für die internationalen Fachbesucher.

RBF2020 © Sebastian Madej

Das musikalische Line-Up hatte sich in den letzten Wochen vor dem Festival noch einmal gefühlt „drastisch“ reduziert, aber im Nachhinein kann man sagen, dass die Veranstalter es trotz der diesjährigen Umstände geschafft haben, ein gutes Line-Up mit einer Mischung aus Bekannten und Unbekannteren Acts auf die Bühnen zu bringen. Highlights für uns waren die Shows von Niels Frevert, Tuvaband, Jealous, Jettes, Dillon, Drens und natürlich Drangsal die für Begeisterung sorgten.

Jealous © Sebastian MadejDas Ganze in einer Umgebung, in der Covid-19 zwar allgegenwärtig war, sich aber trotzdem immer dezent im Hintergrund gehalten hat. Die Sicherheitsmaßnahmen des Veranstalters waren konsequent aber doch so erträglich, dass sich jeder nach kurzer Zeit daran gewöhnt hatte und diese den Konzertgenuss zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigten. Ja, es gab Schlangen vor einigen Venues, da aufgrund der Abstandsregeln die Bühnen nur mit beschränkter Kapazität bespielt wurden, aber auch das gab es in der Vergangenheit und der Veranstalter hatte bereits lange vor dem Festival verstärkt darauf hingewiesen. Eine zwar sicher für den ein oder anderen unbefriedigende Situation, aber in der derzeitigen Situation leider nicht anders machbar.

Alles in allem hat des Reeperbahn Festival 2020 viele Menschen glücklich gemacht, hat gezeigt, das Kultur in diesen Tagen wichtiger denn je ist, und das alle gemeinsam dazu beitragen müssen, das es weitergeht mit der Kultur. „Geht mehr auf Konzerte“ ist daher zur Zeit wichtiger denn je. Nicht jedoch darf vergessen werden und sollte immer wieder erwähnt werden, dass die Veranstaltung des Reeperbahn Festival ohne hohe staatliche Subventionen nicht möglich gewesen wäre und genauso wenig das Veranstalten von anderen Konzerten unter den aktuellen Bedingungen ohne staatliche Hilfen bzw. kurzfristige Änderung von z.B. Abstandsregeln wirtschaftlich möglich ist.

Wir müssen der Politik den Wunsch nach Kultur / Konzerten unmissverständlich machen und die Politik muss entsprechend handeln, damit es 2021 noch die vielen wundervollen Clubs in Hamburg gibt, in denen dann vom 22.9.-25.9. das nächste Reeperbahn Festival veranstaltet werden kann. 

Niels Frevert © Sebastian Madej

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