Kritik

Veröffentlicht am 16.09.2020 | von Helena Barth

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THE OUTPOST – Filmkritik

„Respect keeps us safe.“

(Captain Keating – The Outpost)

Das Skript von The Outpost basiert auf dem Sachbuch „The Outpost: An Untold Story of American Valor“ von Jake Tapper, einem US- amerikanischen Journalisten sowie CNN- Korrespondenten als auch Moderator. In diesem wird die so genannte „Schlacht von Kamdesh“, die als grausamste Schlacht für die US- Truppen im Afghanistan- Krieg bezeichnet wird, geschildert. Und Regisseur Rod Furie versucht diese Schlacht in The Outpost so authentisch wie möglich zu rekonstruieren. Bevor er jedoch dazu kommt, führt er das Publikum in den Alltag der Soldaten und das Leben in dem abgeschiedenen Militärcamp, das strategisch gesehen extrem ungünstig gelegen war, ein.

Es wird sich viel Zeit genommen aufzuzeigen, wie die Soldaten in dem Camp leben, wie sie miteinander umgehen und was es bedeutet ein Leben zu führen, das jeden Augenblick vorbei sein kann. Die Soldaten werden nicht als Übermenschen dargestellt, sondern als Männer, die auch ihre persönlichen Ängste und Fehler haben. Zu Beginn werden einpaar von ihnen eingeführt, indem ihre Namen kurz eingeblendet werden und aus einigen Gesprächen bleiben Fragmente zu den Hintergründen der Figuren in Erinnerung, jedoch werden diese nie tiefgehend charakterisiert, dafür sind es dann doch zu viele. So gibt es auch keinen richtigen Protagonisten und der Fokus liegt auf der Truppe und ihrem Zusammenhalt.

Obwohl die erste Hälfte des Films etwas zäh wirkt, so etabliert sich dennoch eine gewisse Grundspannung. In manchen überraschenden Szenen wird die immer währende Bedrohung, der die Soldaten ausgesetzt sind, überzeugend aufgezeigt. Mit Beginn der zweiten Hälfte des Films, und dem Beginn des Angriffs der gesichtslosen Überzahl an Taliban auf die US- Soldaten, nimmt dieser eine ganz andere Tonalität ein. Das Camp wird nun zum Schauplatz eines grausamen und erbitterten Kampfes und als Zuschauer befindet man sich mittendrin. Die Kamera bleibt konstant und direkt am Geschehen und begleitet die Soldaten in teilweise schnittlosen Einstellungen durch das Camp im Kampf um das nackte Überleben. In einer gefühlt fast einstündig andauernden Sequenz wird gezeigt, was es bedeutet in den Krieg zu ziehen. Dabei wird niemals eine kritische Haltung gegenüber dem US- Einsatz eingenommen oder gar in Frage gestellt, denn primär geht es das unmissverständliche und spürbare Erleben von Soldaten im Krieg, und nicht den politischen Kontext. So bleibt auch bis kurz vor Ende keine Zeit um eine pathetische Stimmung aufzubauen, dafür ist man selbst als Zuschauer zu angespannt, ob der Gesamtsituation. Doch mit Ende der Schlacht wird diese zum Schluß durch eingeblendete Fotos der gefallenen Soldaten und Original- Interviewausschnitten der Überlebenden noch einmal eingeordnet und eruiert und kann sich somit einem gewissen Pathos nicht entziehen.

The Outpost zeigt inhaltlich und inszenatorisch nichts neues, sondern bewegt sich auf soliden Wegen, die so viele andere Kriegsfilme vor ihm bereits geebnet haben. Für Fans dieser und vor allem in Hinblick auf Kriegsfilme, die die jüngste amerikanische Kriegsgeschichte behandeln, mag The Outpost nicht überragend sein, doch allein für das atemlose Finale, das ein intensives Kinoerlebnis mit sich bringt, ist dieser Film für all jene, die sich besonders für das Genre Kriegsfilm interessieren, zu empfehlen.

Regie: Rod Lurie
Cast: Scott Eastwood, Caleb Landry Jones, Orlando Bloom, Taylor John Smith, Milo Gibson
Kinostart: 17. September 2020, TELEPOOL

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