Kritik

Veröffentlicht am 30.10.2020 | von Dominik

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PINOCCHIO – Filmkritik

Da kam mir der Gedanke ich könnte mir eine Puppe schnitzen und zwar aus Holz!

(Geppetto – Pinocchio)

Seit einiger Zeit haben Real-Verfilmungen von Märchenklassikern Hochkonjunktur im Kino, nahm sich doch zuletzt vornehmlich Disney ihrem bekannten Zeichentrick-Kanon an, um ihm mit Starpower und ordentlich CGI-Technik in dieser Form neues Leben einzuhauchen. Nun erscheint eine weitere Verfilmung eines Märchenklassikers als aufwendige Realverfilmung im Heimkino: Pinocchio! Wir haben uns den Film von Regisseur Matteo Garrone (Das Märchen der Märchen, Gommorah) zum Heimkinostart angeschaut!

Der Tischler Geppetto (Oscar-Preisträger Roberto Benigni, der zuvor in seiner eigenen Pinocchio-Adaption noch selbst den Hauptcharakter gab) lebt einsam und in ärmlichsten Verhältnissen in einem kleinen italienischen Dorf. Als ein Marionettentheater vorbeizieht, kommt er auf die Idee sich aus einem Stück Holz eine eigene Puppe zu schnitzen, um der Einsamkeit zu entfliehen. Schon bald nimmt die Puppe Form an und erwacht kurz darauf schon zum Leben. Geppetto ist außer sich vor Freude und verkündet einen Sohn zu haben, den er Pinocchio (Federico Ielapi) tauft. Doch die Freude hält nicht lang, denn als er den Jungen in die Schule schicken will, reißt dieser von Zuhause aus. Aber die Welt ist hart und voller düsterer Gestalten, die es nicht gut mit dem naiven Holzbuben meinen…um zu seinem besorgten Vater zurückkehren zu können muss Pinocchio einige Abendteuer bestehen!

Der italienische Märchenklassiker ist einer der am meisten adaptierten Filmstoffe (und gerade gibt es zwei weitere Projekte in Entwicklung, darunter ein Stop-Motion-Musical von Guillermo del Toro) und auf dem Papier wirkt der viel gelobte italienische Filmregisseur Matteo Garrone, mit seiner Vita (Gomorrha, Dogman und besonders auch aufgrund seines atemraubenden Das Märchen der Märchen) wie die perfekte Besetzung! So verwundert nicht, dass sich der Regisseur sehr nah an der Vorlage orientiert, die Geschichte sehr episodenhaft und düster aufzieht. Die Welt um die Figuren ist ernst, ärmlich und voller Gefahren. Dementsprechend war der Tenor zum Kinostart auch eher verhalten, geht dem Film doch teilweise das kindlich-fantastische ab und die episodenhafte Erzählform wirkt an manchen Stellen abgehackt, auch wenn die Ausstattung und Produktion, sowie die Schauspieler auf höchstem Niveau dem Klassiker neues Leben einhauchen. So bleiben einem hauptsächlich die vielen toll gestalteten Figuren und die schönen Bilder im Gedächtnis…und der Film als eine gelungene Real-Film-Adaption, mit leichten Schönheitsfehlern.

Pinocchio (ITA 2019)
Regie: Matteo Garrone
Darsteller: Roberto Benigni, Federico Ielapi, Marine Vacth, Gigi Proietti, Davide Marotta, Massimiliano Gallo
Heimkino-VÖ: 16. Oktober 2020, Capelight Pictures

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