Reviews Babeheaven © Joyce Ng

Veröffentlicht am 16.11.2020 | von Anne Beier

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BABEHEAVEN – Home For Now

Babeheaven Home For Now Album Art
Foto-Credit © Joyce Ng

I have been losing sleep
My mind’s on the craziest things
I lie in bed, try not to think
But my head’s on the ceiling
I couldn’t lay there anymore

I am sorry I keep climbing up the walls
(Couldn’t lay there) I couldn’t lay there anymore
I am sorry I keep climbing up the walls
I couldn’t lay there anymore

(Babeheaven Craziest Things)

Über zehn Jahre nach ihrem Kennenlernen und einigen Single- und EP-Veröffentlichungen erscheint am 20. November das Debütalbum Home For Now vom Londoner Duo Babeheaven. Vier Jahre haben Sängerin Nancy Andersen und Keyboarder Jamie Travis am Debüt gearbeitet, das bei Nordic by Nature erscheint. Fertig gestellt wurde es durch eine Zwangspause namens COVID-19, die die erste USA-Tour der Band verhindert hat. Gut für uns, denn die beiden Künstler:innen, die die Liebe zu Trip-Hop, Soul und elektronische Musik verbindet, haben ein intimes Album über Beziehungen, Vergangenheit und Gegenwart geschaffen, auf dem warmer und stimmungsvoller Alt-Pop zu hören ist. Zu einigen bereits veröffentlichten Songs (November von der EP Circles, Jalisco von Suspended Animation und der Single Human Nature), gesellen sich elf weitere Tracks, die ein stimmungsvolles Universum schaffen, das an einen Abend unter Freund:innen erinnert.

Die Songs leben von ihrer Vielschichtigkeit, bei jedem Durchgang gibt es etwas Neues zu entdecken. So hört man zum Beispiel auf der eher ungewöhnlichen Dance-Nummer Until The End Reißverschlussgeräusche und auffällige Hi-Hats, die sich fast schon bellen. Auch In My Arms ist eine der experimentelleren Nummern auf dem Album und bleibt im Ohr. Der Song scheint sich immer weiter auszudehnen und so viel Raum einzunehmen, dass es einen am Ende umhüllt. Cassette Beat fängt die melancholische Trip-Hop-Stimmung des Albums perfekt ein, es klingt nach Gedanken im Schummerlicht, der Beat treibt sanft trotzdem vorwärts wie in einer langsamen Gedankenspirale. Diese Träumereien werden in Craziest Things geschickt mit für die Platte ungewöhnlichen Indie-Tönen vermischt. Dabei verlieren sich die Songs nicht im Kitsch. Bestes Beispiel dafür ist How Deep (love), Gesang und Rhythmen sind zärtlich, zerbrechlich, aber nicht schmalzig. So auch bei Friday Sky, einer Nummer, die melancholisch und hoffnungsvoll zugleich ist. Hier geht es um die ersten Zeichen des Verliebtseins, Swimming Up River beschäftigt sich mit dem Verlieren einer solchen Verbindung.

Home For Now ist kein originelles, aber ein sehr schönes Album. Andersens Lyrics legen sich in den interessanten Strom von Travis Instrumentals und Produktion. Im Hintergrund tauchen immer wieder Geräusche auf, die Travis auf seinen Reisen nach Indien, Italien und Frankreich, aber auch in London über die Jahre gesammelt hat. Die mystische Stimmung des Albums trägt immer einen Teil Positivität in sich. Auf dieser Platte wird niemand angeklagt, es wird wird nicht schmerzlich bereut, gehadert. Das hat etwas sehr Tröstliches.

Babeheaven – Home For Now
VÖ: 20.11.2020; Nordic by Nature
www.babeheavenband.co.uk
www.facebook.com/Babeheaven
www.instagram.com/babeheavenband

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