Interviews

Veröffentlicht am 30.03.2021 | von Dominik

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LOKI – about the song

Der Songwriter und Produzent Marc Grünhäuser gilt seit seiner Debüt-EP The Tales of Antheon the Rabbit als LOKI aus 2019 als eines der vielversprechendsten Newcomer-Projekte und hiesiger Brückenschlag von Bon Iver, James Blake und Apparat. Nachdem der Schwerpunkt der ersten Veröffentlichung auf der kryptischen Kurzgeschichte des Hasen Antheon lag, beschäftigt sich die Band bei der zweiten EP Intimacy nun mit dem nahbareren, direkteren Thema der Intimität. Diese Thematik wird dabei aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und die Vielschichtigkeit des Begriffs wird Räume, Soundscapes oder Geschichten vermittelt. Die erste Single Salamano daraus erschien zuletzt schon und die Band erzählt für uns darüber in unserer about the song-Reihe aus dem Nähkästchen!

Im Herbst 2019 habe ich meine schon totgeglaubte Liebe zu Büchern wiedergefunden und wurde auf unterschiedliche Weise durch verschiedene Autor*innen beeinflusst. Der Song Salamano wurde von zwei Büchern inspiriert. Zum einen von dem Roman Der Fremde von Albert Camus, zum anderen von dem Drama Geschlossene Gesellschaft von Jean-Paul Sartre.

Der Name des Songs stammt von einem Charakter aus Der Fremde. Salamano ist ein älterer Herr, der seinen Hund tagtäglich verflucht, bis dieser auf einmal verschwindet. Für mich war die Geschichte von Salamano der Inbegriff der klassischen „Man weiß erst was man hatte, wenn es weg ist“-Legende… Hat man schon 1000-mal gehört, selbst erlebt oder eben von gelesen. Der Fremde war für mich außerdem der Einstieg in die Welt des Existenzialismus und der Beginn einer persönlichen Sinnsuche, die mich letztlich zu Jean-Paul Sartre geführt hat. Das erste Werk, das ich von Sartre in die Finger bekommen konnte, war das Drama Geschlossene Gesellschaft. Darin finden sich drei Menschen in der Hölle wieder und erkennen mit der Zeit, dass sie es selber sind, die das Leben nach dem tot so unerträglich „höllisch“ machen.

Nach dem Lesen der beiden Bücher habe ich die Phrase „Everybody keeps a hell inside“ nicht mehr aus dem Kopf bekommen und sang sie mir selber immer wieder vor. Mit der Zeit kamen eine Melodie und einige Harmonien dazu. Am Ende habe ich mich ans Klavier gesetzt und die Töne und Akkorde, die in meinem Kopf erklangen, nachgespielt und notiert. Damit war der Refrain des Stückes geboren.

Sobald der Refrain stand, passierte der Rest wie von alleine. Die erste Strophe beschreibt Salamano und soll der fiktiven Person Mut machen. Es geht darum, nie aufzugeben und immer wieder aufzustehen. In der zweiten Strophe wollte ich eine abschließende Aussage treffen – eine Art Resümee des Stückes. Mir war dabei klar, dass ich den Tod thematisieren wollte, der im Existenzialismus eine besondere Rolle spielt. Als ich mit meinen beiden Bandkollegen Philip und Katzi über das Thema sprach, wurde irgendwann die Phrase „Some say it’s okay to die“ in den Raum geschmissen, die für mich meine eigene Beziehung zu dem Thema Tod perfekt beschreibt. Ich versuche den Tod als ein Naturgesetz zu sehen, welches man nicht verändern oder umgehen kann. Ich denke jedoch, dass man es akzeptieren kann, denn es ist in Ordnung zu sterben und wenn man diesem Gedanken einmal die Hand gereicht hat, fällt es deutlich leichter sich in anderen Momenten von ihm zu lösen.

Nachdem ich den Song fertig geschrieben und eine Rohfassung produziert hatte, arbeiteten wir mit LOKI daran weiter, produzierten ihn aus und konnten letztlich die Filmemacherin Anna Balthasar, die schon an der ersten LOKI EP The Tales Of Antheon The Rabbit mitgearbeitet hatte, sowie die Schauspielerin Johanna Serenity Miller für das Musikvideo zur Single gewinnen.

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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