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Veröffentlicht am 29.10.2021 | von Lara

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LANA DEL REY – Blue Banisters


Foto-© Universal Music

Now when weather turns to May
All my sisters come to paint
My banisters green
My blue banisters grey
Tex and Mex are in the Bay
Chucky’s makin‘ birthday cake
Chickens runnin‘ barefeet, there’s a baby on the way
And now my blue banisters are green and grey
Ah-ah

(Lana Del Rey – Blue Banisters)

Lana Del Rey ist im Release-Modus: Nach Chemtrails Over The Country Club ist Blue Banisters nun das zweite Album, das sie dieses Jahr veröffentlicht. Und wahrscheinlich ist es das persönlichste Werk, das sie jemals bisher geschrieben hat. Einen Monat, nachdem Del Rey im März Chemtrails veröffentlichte, kam bereits die Ankündigung für das achte Studioalbum, das schon im Juli erscheinen sollte. Es gibt wohl aktuell kaum Künstler, männlich oder weiblich, die so viele Alben in kurzer Zeit produzieren wie Lana Del Rey.

Vor dem Release machte die Sängerin schon deutlich, dass sie auf der Platte ihrer eigene Geschichte erzählt. Kurze Zeit danach löschte Del Rey ihre gesamten Social-Media-Auftritte. Vielleicht ist das nicht der klügste Schachzug, wenn man ein Album zu promoten hat, aber Del Rey war ja noch nie der typische Popstar. Ihre Fans werden jedenfalls auch dieses Album lieben. Trennungsschmerz, Familie, Lockdown und natürlich Amerika sind Themen der neuen Platte. „‚Cause I met a man who said he’d come back every May just to help me if I’d paint my banisters blue“, singt sie auf dem fantastischen, minimalistischen Titeltrack, der eher ungewöhnlich als Albumname ist.

Zum Glück hat die Platte letztendlich ein ordentliches Albumcover bekommen, das die Sängerin auf einer Veranda mit ihren zwei Schäferhunden zeigt. Das ursprünglich geplante sah aus als wäre es schnell mal eben mit einem kostenlosen Bildbearbeitungs-Programm zusammengesetzt worden. Der Shitstorm damals war also schon verständlich. Ebenso sollte die Platte anfangs Rock Candy Sweet heißen, nun steht alles im Zeichen der Farbe Blau. „Let me show you how sadness can turn into happiness, I can turn blue into something“, singt Del Rey auf der Piano-Ballade Beautiful. Blau steht also für Traurigkeit, die wieder in den Lyrics auftaucht. Wie Chemtrails ist Blue Banisters klanglich sehr reduziert und fokussiert sich oft auf Lana Del Reys Gesang. Das hymnische Arcadia erinnert an Video Games und schwelgt in Amerika-Nostalgie: „America, America, I can’t sleep at home tonight, send me a Hilton Hotel or a cross on the hill, I’m a lost little girl“, heißt es hier. Ein verträumt-schöner Track.

Auf Violets For Roses zeigt sie sich ebenso von ihrer introvertierten Seite: „A simple life, I chose this, you made me trade my violets for roses“ Lana Del Rey ist eben kein pompöser Popstar, sondern ist ganz gerne in sich gekehrt. „Grenadine quarantine, I like you a lot, it’s L.A., „Hey“ on Zoom, target parking lot, and if this is the end, I want a boyfriend someone to eat ice cream with, and watch television“, singt sie auf dem bluesigen Black Bathing Suit und beschreibt, wie wohl viele sich in der Corona-Zeit gefühlt haben. Damit wirkt die Sängerin sehr nahbar. Auch Dealer kommt auf den Blues-Geschmack und präsentiert mit Miles Kane einen guten Duett-Partner. Nicht nur das macht den Track interessant, sondern Del Reys schrille Vocals, mit dem sie sich über ihren Ex aufregt. Ursprünglich für Chemtrails geplant, passt der Song perfekt auf das introspektive Blue Banisters.

Wenn Künstler sehr viel Musik produzieren, kann Masse oft die Qualität beeinflussen. Nicht so bei Lana Del Rey. Blue Banisters ist kein Album für den Hintergrund, man muss schon genau zuhören, was die 36-jährige bewegt. Doch das macht es wieder zu einem besonderen Werk in Lana Del Reys Musikkatalog.

Lana Del Rey – Blue Banisters
VÖ: 22. Oktober 2021, Urban
www.lanadelrey.com
www.facebook.com/lanadelrey

YouTube video

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