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Veröffentlicht am 28.10.2021 | von Dominik

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SPOON – teuflischer Sitznachbar

Wenn man eine so langjährige und produktive Band ist wie die US-Amerikaner von Spoon dann braucht es immer mal wieder neue Impulse, um sich musikalisch neu zu erfinden – für das mittlerweile zehnte Studioalbum der Band war das der Umzug der Band zurück zu den Wurzeln in Austin, Texas! Im Herbst 2019 zog Britt Daniel von Los Angeles zurück in seine Heimatstadt. Einen Monat später folgte ihm Gitarrist und Keyboarder Alex Fischel mit einem Auto, das bis unters Dach mit seinem Equipment beladen war. Der Umzug nach Texas machte aus vielerlei Gründen Sinn: Daniel ist dort geboren und aufgewachsen, Schlagzeuger Jim Eno hat ebenfalls sein Public Hi-Fi-Studio in Austin, was der Band den Luxus ermöglichte, das Album in ihrem eigenen Tempo einzuspielen. Vor allem aber half die Neujustierung der Band, mit dem Sound und Geist der letzten Spoon-Alben zu brechen. Herausgekommen ist dabei das wohl purste Rock-Album von Spoon: Lucifer on the Sofa, das am 11. Februar 2022 via Matador Records erscheint!

„Wir wollten eine Platte machen, bei der wir eine Szene erleben und aus ihr schöpfen können“, erinnert sich Frontmann Britt Daniel. „Alex und ich konnten den ganzen Tag schreiben, dann zu Dale Watson ins Continental gehen und dann nach Hause kommen und weiter an Songs schreiben.“ In Zusammenarbeit mit dem Produzenten und Tontechniker Mark Rankin (Adele, Queens of the Stone Age) und unter Mithilfe von Dave Fridmann und Justin Raisen war der Plan der Band einfach: „Ich kam mit ein paar neuen Songs ins Studio, und anstatt sie wie beim letzten Mal aus Fragmenten zu einem Track zusammen zu puzzeln, sagten wir: ‚Lasst uns einfach proben‘. Wir spielen die Songs so lange live im Studio wieder und wieder, bis sie fertig waren. Und wir machten es mit so wenigen Instrumenten wie möglich.“  

Auf halbem Weg während der Aufnahmen brach dann die Pandemie aus. Das Studio wurde geschlossen, aber Daniel schrieb weiter. „Es gibt Songs, die ich im letzten Frühjahr 2020 geschrieben habe und auf die ich sonst nicht gekommen wäre.“ Und auch der Titelsong des Albums wurde durch die Pandemie und den Lockdown beeinflusst – ist der Ursprung des Titels doch ein nächtlicher Spaziergang durch die Innenstadt von Austin während des Lockdowns. Daniel über diesen Abend: „Ich wusste nicht, woher dieses Bild kam, aber es fühlte sich richtig an, diese Vorstellung von Satan, der mit mir auf meiner Couch sitzt und mich anstarrt. Aber nachdem der Song geschrieben war, fand ich heraus, dass der Teufel auf dem Sofa das Schlimmste ist, was aus einem werden kann. Angetrieben von Bitterkeit und geplagt von Selbstzweifeln, kann man schnell zu einem antriebslosen und jammernden Häufchen Elend werden. Es ist also ein Song über den Kampf gegen den inneren Schweinehund und gegen etwas, was man nie werden will. Diesen Konflikt habe ich in einem langen Nachtspaziergang durch die Innenstadt von Austin ausgetragen.“ 

Als die Band im Oktober nach dem Lockdown wieder zusammenkam, hatte Daniel einen Haufen neuer Songs geschrieben, mit denen er seine Bandkollegen im Studio überraschte. Und auch dieser ganz spezielle Geist, der für den Sound dieses Albums noch viel wichtiger als jeder Produzent ist, war sofort wieder da: „Dieses Gefühl, miteinander in einem Raum zu sein, haben wir nach der langen Zeit des Lockdowns nicht als selbstverständlich angesehen“, sagt Daniel. „Dieser Moment war ein einmaliges und magisches Gefühl.“

Mit der Albumankündigung erscheint heute auch die erste Single The Hardest Cut, der als einer der ersten nach dem Umzug nach Austin entstand und von ZZ Top beeinflusst ist, deren Alben Daniel und Fischel zu dieser Zeit viel hörten.

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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