Kritik

Veröffentlicht am 1.12.2021 | von Sam Pacheco

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GUNPOWDER MILKSHAKE – Filmkritik


Foto-© STUDIOCANAL

I’m embarrassed to say, it’s been a while since I visited a library.

(Sam – Gunpowder Milkshake)

Gleich am Anfang erklärt uns Assassinin Sam (Karen Gillan; Guardians of the Galaxy & Jumanji: Willkommen im Dschungel) ihre Welt und es wird schnell klar: wir sind in einer stilisierten, unbestimmten Stadt voller geheimer Organisationen, Auftragskillern, Safe Houses, mysteriöser Waffenhändler, Spezialkliniken und Treffpunkten mit Waffenruhe. Sam hat sich über die Jahre den Ruf als die Beste in ihrem Fach erarbeitet und wird immer dann geschickt, wenn nichts anderes mehr geht. Eines Tages läuft jedoch einiges schief und bevor sie sich versieht muss sie sich entschieden: macht sie ihren Job oder macht sie das Richtige?

Kommen wir gleich zum Punkt. Nomen est omen: Ein süßes, buntes Dessert mit eher leeren Kalorien serviert mit einer ordentlichen Portion Kämpferei, sowohl mit, als auch ohne Schwarzpulver. Style over substance par excellence. John Wick hat nun mal eine Renaissance eines Subgenres ausgelöst: Atomic Blonde (mit Charlize Theron), Kate (Mary Elizabeth Winstead), Jolt (Kate Beckinsale), The Protégé (Maggie Q) und einige andere hochstilisierte Rache-Actioner folgten bei Fuße. Der Israelische Regisseur Navot Papushado hat als Genießer von Noir, Spagetthi-Western, Samurai-Filmen, Leon der Profi, Buster Keaton, Jackie Chan und unzähligen anderen Werken und Genres eine Hommage geschaffen, die über das Niveau von Fan-Fiction oder Parodie zwar nicht hinausgeht, aber als solches doch sehr unterhaltsam ist (ganz nebenbei haben wir hier auch u.a. noch die Farbkodierung der drei Feen aus Dornröschen (1959)). Man muss hier jedenfalls oft an bestehende Meisterwerke denken und einfach nur lachen. Insbesondere eine Kampfsequenz in einer Klinik für Assassine sollte beim geneigten Kino-Publikum bestens angekommen.

Papushado (Rabies & Big Bad Wolf) hat es tatsächlich geschafft für seinen gerade mal dritten Film mal eben folgenden Cast an Land zu ziehen: Lena Headey (Game of Thrones), Carla Gugino (Watchmen), Angela Bassett (Black Panther), Michelle Yeoh (Tiger and Dragon), Paul Giamatti (American Splendor)… Dazu noch 24 Leute der Atomic Blonde-Produktion, nicht zuletzt aus den Production Design-, Art Direction- und Set Decoration-Abteilungen, was sich dann auch im stylischen Look niederschlägt. Michael Seresin (Chef-Kameramann; Planet der Affen: Revolution / Survival & Harry Potter: Der Gefangene von Azkaban) zeigt, dass er auch mit Neonfarben gut umgehen kann. Haim Frank Ilfman (Big Bad Wolves) hält mit seiner Filmmusik alles in Schach und stimmt uns stets mit Genre-Zitaten richtig ein.

Schnappt euch einen Milkshake, legt euren inneren Kritiker mit dem Regenschirm an der Tür ab und lasst die Assassin-Fan-Seele baumeln.

Gunpowder Milkshake (FR DE US 2021)
Regie: Navot Papushado
Darsteller: Karen Gillan, Chloe Coleman, Lena Headey, Carla Gugino, Angela Bassett, Michelle Yeoh, Paul Giamatti, Ralph Ineson, Freya Allan
Kinostart: 2. Dezember 2021, STUDIOCANAL

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