Kritik

Veröffentlicht am 26.04.2022 | von Malte Triesch

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HUNTER HUNTER – Filmkritik


Foto-© Koch Films

The wolf is back!

(Joseph Mersault – Hunter Hunter)

Joseph (Devon Sawa) lebt gemeinsam mit Frau Anne (Camilla Sullivan) und Tochter Reneé (Summer H. Howell) zurückgezogen in der kanadischen Wildnis. Ihr Leben als Pelztierjäger ist hart, aber erfüllend. Während die Preise für Pelze und somit ihr Lebensunterhalt sinkt, wächst bei Anne das Gefühl, dass sie ihrer Tochter mehr oder zumindest eine Wahl des Lebensweges bieten müssten. Diese aufkeimenden Zweifel werden jedoch von der akuten Gefahr durch das Wiederauftauchen eines besonders aggressiven Wolfes verdrängt. Um seine Familie zu beschützen, begibt sich Joseph auf die Jagd, droht damit jedoch die beiden genau der oder einer noch größeren Gefahr auszusetzen, vor der er sie beschützen möchte.

Hunter Hunter ist so konsequent umgesetzt wie es wohl nur in einem Autorenfilm geschehen kann. Regisseur und Drehbuchautor Shawn Linden dekonstruiert gekonnt die Romantik von dem Leben in der Wildnis und liefert eine unglaublich mitreißende Ode an den Zusammenhalt innerhalb der Familie. Wobei diese durch und durch positive Botschaft dem Zuschauer auf die bitterste mögliche Art präsentiert wird. Der kleine Cast überzeugt dabei ebenso wie die kanadische Wildnis, mit einer rauen, ehrlichen Darstellung voller unterschwelliger Schönheit. Wer hätte erwartet, dass Devon Sawa, bekannt unter anderem als Teenie-Hauptdarsteller im ersten Final Destination-Film, einen so überzeugenden bärbeißigen Jäger abgeben würde. Auch die junge Summer H. Howell, welche bereits in Cult und Curse of Chucky Genre-Erfahrung sammeln konnte, überzeugt auf der ganzen emotionalen Palette von mutig bis panisch in einer Rolle, die ursprünglich als Sohn und nicht als Tochter geschrieben war. Star des Films ist jedoch Camilla Sullivan. Ihre Figur wird zwar ein wenig auf die Rolle als Ehefrau und Mutter reduziert, holt aber inhaltlich aus diesen beiden Aspekten alles heraus. Auch wenn natürlich wünschenswert wäre, dass ihr Charakter auch als Frau weiter ausgearbeitet worden wäre, wäre dafür in einem Film, der kaum Dialoge hat, wohl schlicht kein Platz und es würde auch der Fokus verloren gehen und der ist eben auf der Familie. Einzig ein Subplot um die zwei Parkranger Barthes (Gabriel Daniels) und Lucy (Lauren Cochrane) lockert die Geschichte ein klein wenig auf, wird aber sinnvoll integriert und zu einem integralen Bestandteil des unglaublich intensivem Finales ausgebaut.

Wenn man Kritik üben möchte, dann gibt es dafür eine Szene mit einem CGI-Wolf, die zumindest auf der großen Leinwand nicht überzeugt hat. Im Heimkino und darüber reden wir hier ja, ist dies weniger immersionsbrechend. Der CGI-Wolf ist aber nicht das einzige, was besonders für Tierliebhaber schwer zu verdauen sein wird. Ihr solltet auf jeden Fall einen starken Magen mitbringen, denn die Familie lebt von der Pelztierjagd, es wird also gejagt und gehäutet. Das ist wovon sie leben und wie sie überleben. Ohne diesen Aspekt kann die Geschichte nicht erzählt werden; eine Geschichte, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Hunter Hunter (CA 2020)
Regie: Shawn Linden
Besetzung: Camilla Sullivan, Summer H. Howell, Devon Sawa, Nick Stahl, Gabriel Daniels, Lauren Cochrane
Heimkino-VÖ: 28. April 2022, Koch Films

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Über den Autor

Malte wuchs im idyllischen Lilienthal, direkt an der Grenze zu Bremen, der schönsten Stadt im Norden Deutschlands, auf. Seine frühesten Film-Erinnerungen ist, auf dem Schulhof in der neusten TV Movie alles anzustreichen was gesehen und aufgenommen werden muss. Da die Auswahl an Horrorfilmen hier doch recht be- oder zumindest stark geschnitten war entdeckte er Videotheken für sich bzw. seine Mutter, da man diese ja erst ab 18 betreten durfte. Wenn er nicht gerade Filmreviews schreibt ist er wahrscheinlich im (Heim-)Kino oder vor dem Mikrophon für den OV Sneak Podcasts, SneakyMonday.



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