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Veröffentlicht am 12.04.2022 | von Lea Kleisinger

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WET LEG – Wet Leg


Foto-© Hollie Fernando

Now everything is going wrong
I think I changed my mind again
I’m not sure if this is a song
I don’t even know what I’m saying
Everything is going wrong
I think I changed my mind again
I’m not sure if this is the kinda life that I saw myself living
I don’t need no dating app to tell me if I look like crap
To tell me if I’m thin or fat, to tell me should I shave my rat
I don’t need no radio, no MTV, no BBC
I just need a bubble bath to set me on a higher path

(Wet Leg – Too Late Now)

Mal wieder beschenkt uns Großbritannien mit guter Musik, denn Wet Leg, bestehend aus Rhian Teasdale und Hester Chambers, stammen von der meist bewohnten Insel Englands, der Isle of Wight. Anscheinend hat eine gewisse Abgeschiedenheit einen positiven Effekt auf das Level an Punk bei Indie-Rock-Künstler*innen. Erst 2019 gegründet wirken die Errungenschaften der beiden Musikerinnen in so kurzer Zeit überwältigend. Aber auch wenn sie manchmal etwas überfordert von dem schnellen Erfolg sind, geben die Engländerinnen sich gegenseitig genug Raum, um ihre Kreativität optimal auszunutzen. Und das hört man.

Ohne lange rumzufackeln beginnt Wet Legs gleichnamiges Debütalbum mit Being In Love. Starke Drums, Gitarre und dezente Synths unterstützen die unaufgeregten Vocals und schon kommt eine oldschool punkige Atmosphäre auf. Es folgt ihre Hitsingle Chaise Longue, die gemeinsam mit dem grandiosen Track Wet Dream dafür gesorgt hat, dass die 2022 Tour ausgebucht war, bevor überhaupt mehr als zwei Songs veröffentlicht wurden.

Catchy E-Gitarre, feurige Drums und sensationelle Refrains zeichnen aber nicht nur die beiden Debütsingles aus. Angelica wirkt etwas Retro mit den schrägen, metallischen Gitarrenklängen aber im Laufe des Tracks wird es herrlich schrabbelig. Generell wollen Rhian und Hester weg von dem ganzen Struggling Artist Stereotyp. Sie sind albern, vulgär und verpacken Trauriges in surrealen Lyrics. Auch Oh No überzeugt mit beinahe aggressivem Sound. Ab Piece Of Shit wird es ein bisschen ruhiger. Aber auch diese Stilistik steht den beiden. Der etwas schleppende Sound geht mit Supermarket weiter. Die erzählenden Vocals verschmelzen mit dem Beat und es wird einem bewusst, wie harmonisch jeder einzelne Track ist. Es geht hier nicht um totale Neuerfindungen, sondern um die glänzende Umsetzung eines bestehenden Genres. Mit dem letzten Track des Albums, Too Late Now, räumen die beiden mit mitreißendem Pre-Chorus nochmal ordentlich ab.

An wem Wet Leg bislang vorbeigegangen sind, sollte sich die Zeit nehmen und das gelungene Debütalbum durchhören. Vor allem Fans von erzählenden Vocals, die auf slicke Art und Weise vorgetragen werden und furiosen E-Gitarren und Drum Einlagen, die sich gegenseitig unterstützen oder unterbrechen, werden hier auf ihre Kosten kommen. Dazu sind die beiden noch herrlich sympathisch und schräg. Also auf geht’s.

Wet Leg – Wet Leg
VÖ: 8. April 2022, Domino Records
www.wetlegband.com
www.facebook.com/wetlegit

Wet Leg Tour:
16.05.22 Jaki, Köln – ausverkauft
24.05.22 Milla, München – ausverkauft
25.05.22 Kantine am Berghain, Berlin – ausverkauft

YouTube video

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