VIER MÜTTER FÜR EDWARD – Filmkritik


Foto-© Pandora Film / Dexter Films DAC.

Who abandons their mothers to go to Maspalomas Pride of all things?

(Edward – Vier Mütter für Edward)

Der homosexuelle Autor Edward (James McArdle) steht kurz vor seinem internationalen Durchbruch mit einem Coming of Age Drama über einen introvertierten, homosexuellen Jungen aus einer irischen Kleinstadt. Sein einziges Problem, er ist ein introvertierter Mann aus einer irischen Kleinstadt und muss sich nicht nur einer endlosen Flut von Online-Interviews stellen, sondern auch einer Buch-Tour durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Seine Introversion würde er vielleicht überwinden können, nicht aber die Schuldgefühle seine Mutter (Fionnula Flanagan) allein zu lassen. Als würde eine Mutter nicht ausreichen, entscheiden seine Freunde dann auch noch, anstatt ihn zu unterstützen, auch ihre Mütter bei ihm abzuladen, um zu dem riesigen Schwulenfestival „Maspalomas Pride“ zu fliegen, um sich endlich mal wieder zu entspannen und jung zu fühlen.

Es ist mal wieder Zeit für einen dieser britischen Filme, die sich ernste Themen schnappen und daraus so einen dieser leicht verdaulichen Sonntagnachmittagsfilme machen. Nun ist Vier Mütter für Edward von Regisseur Darron Thornton irisch und daher einen Tick ernster gelagert. Dennoch bleibt zunächst viel Raum für herzerwärmende kleine Streitereien zwischen Edward und seiner Mum und den eng befreundeten Männern, die alle irgendwie mit ihren Müttern gestrandet sind. Richtig witzig wird der Film, wenn die vier Mütter mit Edward zusammen sind, nur um dann umzuschwingen und auch noch richtig ergreifend zu werden. Leidet man vorher primär ein wenig mit Edward, der es einfach nicht schafft, sich mal auf sich und sein Leben zu konzentrieren, sind es die Frauen, die zunächst langsam die positiven Gemeinsamkeiten untereinander entdecken und dann eben auch ihr Leid teilen. Wobei in diesem Zuge dann vor allem die Geschichte von Edward und seiner Mum mehr Tiefe bekommt.

Das alles ist sehr unaufgeregt erzählt und solide bis gut gespielt und inszeniert. Eine herzerwärmende Drama-Komödie, die viele wichtige Themen wie Homosexualität, Akzeptanz innerhalb der Familie, Achtsamkeit und das Altern anspricht und diskutiert. Ihr werdet vielleicht keine Tränen lachen, denn dafür ist der Humor zu subtil, aber separiert voneinander, ist Weinen und Lachen durchaus drin.

Four Mothers (IR 2024)
Regie: Darron Thornton
Darsteller: James McArdle, Fionnula Flanagan, Dearbhla Molloy, Stella McCusker, Paddy Glynn, Gaetan Garcia, Rory O’Neill
Kino-Start: 10. Juli 2025, Pandora Film

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Malte Triesch

Malte wuchs im idyllischen Lilienthal, direkt an der Grenze zu Bremen, der schönsten Stadt im Norden Deutschlands, auf. Seine frühesten Film-Erinnerungen ist, auf dem Schulhof in der neusten TV Movie alles anzustreichen was gesehen und aufgenommen werden muss. Da die Auswahl an Horrorfilmen hier doch recht be- oder zumindest stark geschnitten war entdeckte er Videotheken für sich bzw. seine Mutter, da man diese ja erst ab 18 betreten durfte. Wenn er nicht gerade Filmreviews schreibt ist er wahrscheinlich im (Heim-)Kino oder vor dem Mikrophon für den OV Sneak Podcasts, SneakyMonday.

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