Golden Leaves Festival 2025 – Matilda Mann

Wir sind auf der Zielgerade gen diesjährigem goldenen Herbst – und damit steht auch bald schon unser Golden Leaves Festival für 2025 an! Am 30. und 31. August versammeln wir erstmalig auf drei Bühnen an zwei Tagen 31 Acts, die sich aus nationalen und internationalen Highlights zusammensetzen, dazwischen gibt es einige Rohdiamanten und zukünftige Lieblingsbands zu entdecken – drum werden wir ab sofort täglich Montag bis Freitag einen Act aus dem Line-Up vorstellen, mal mit einer aktuellen Neuerscheinung zum Anlass, mal als kleiner Tipp für eure Festival-Zeitplan-Planung. Heute stellen wir euch die britische Newcomerin Matilda Mann vor!

Matilda Mann ist eine der spannendsten britischen Songwriterinnen ihrer Generation – und mit Roxwell (erschienen am 28. Februar) hat sie ein Debüt vorgelegt, das zartes Indie-Folk-Storytelling mit unaufdringlicher Pop-Grandezza verschränkt. Geboren 2000 in West-London, veröffentlichte Mann seit 2019 vier EPs und erspielte sich Support-Slots für unter anderem Arlo Parks, Beabadoobee oder The Staves – eine klassische Bedroom-to-Big-Stage-Geschichte, die in diesem ersten Album kulminiert.

Der Titel Roxwell verweist auf die Straße ihres Elternhauses – ein sentimentaler Ankerpunkt, der den Ton des Albums setzt: Coming-of-Age-Reflexionen, erste und zweite Lieben, Festhalten und Loslassen. Mehrere Magazine lesen die Platte entsprechend als Erinnerungsalbum: DIY nennt sie „a reflective time capsule of sorts“ – eine Art klingende Zeitkapsel.

Musikalisch öffnet das Album den Raum zwischen fein gezupftem Folk und luftigen Indie-Pop-Momenten. Der Auftakt At The End Of The Day führt in Manns Intimität ein, Say It Back hebt die melodische Leichtigkeit auf Hymnenniveau, in Dazed & Confused schimmern Jazz- und Dream-Pop-Nuancen durch – ein Spannungsfeld, das The Rodeo treffend als Reise „zwischen stripped-back folk […] und anthemic indie pop“ beschreibt. Das alles verdichtet sich zu einem warmen, filmischen Flow, der Alltagsmomente größer wirken lässt. Ihre Stimme bleibt dabei der Fixstern: weich, klar, nah – und emotional treffsicher ohne Pathos. Dork bringt es schön auf den Punkt: „The soft vocals of Matilda Mann could make even the heaviest of worries feel light as a feather.“ Genau diese Leichtigkeit trägt durch die Platte und rahmt auch die schwereren Themen.

Inhaltlich zeichnet Mann präzise Beziehungsskizzen – vom Nahtstellenmoment kurz vor dem Bruch (Tell Me That I’m Wrong) bis zum vorsichtigen Neubeginn (Meet Cute). Just Because (u. a. mit Jonah Summerfield produziert) balanciert witzige Spitzen und Melancholie, während April Showers nostalgische Wärme versprüht und Home Again alles auf die Essenz aus Stimme und Gitarre herunterbricht. When The Horn Blows fasst die Summe so: „a stunning showcase of her delicate folk-pop sensibilities“

Foto-© Katie Silvester

Ein Blick auf die Tracklist (14 Songs, u. a. Say It Back, Dazed & Confused, Tell Me That I’m Wrong, See You Later) zeigt, wie klug Mann Dramaturgie denkt: kein bloßes Aneinanderreihen von Singles, sondern eine kuratierte Erzählung über das Erwachsenwerden – leise, aber bestimmt.

Karriere-Highlights bis hierhin? Neben den EP-Erfolgen überzeugen die Kollaborationen und Co-Signs aus der britischen Szene (u. a. Gastsängerin bei Bombay Bicycle Club) sowie prominente Support-Runs – zuletzt auf Einladungen für Wallows (Europa/UK) und später Role Model, demnächst für Tom Odell. All das verankert Mann in einem Umfeld, in dem ehrliche Songwriter*innen-Stimmen wieder sehr gefragt sind. Roxwell bestätigt diesen Status und öffnet zugleich Türen: Festival-Bühnen, ausverkaufte Clubshows und ein wachsendes Publikum, das sich in ihren Texten wiederfindet.

Warum Roxwell jetzt wichtig ist: Weil das Album den Spagat schafft, intime Tagebuchnotizen in universelle Pop-Momente zu überführen. Es ist ein Debüt, das bewusst klein beginnt und groß nachhallt – ein Soundtrack für Zwischenräume. Oder, wie The Line of Best Fit schreibt: „Wholeheartedly earnest, ‘Roxwell’ ties together stylistic divergences“ – und findet gerade darin seine starke, eigene Stimme. Hörer*innen, die zwischen Phoebe Bridgers Storytelling, Lizzy McAlpines Intimität und der britischen Indie-Schule pendeln, ist Roxwell ein Pflichttermin – und Matilda Mann eine Künstlerin, die man ab jetzt ganz oben auf dem Radar behalten sollte.

Golden Leaves Festival 2025
30. + 31.08.2025 @ Steinbrücker Teich, Darmstadt
Line-Up: ENNIO, Blond, Paula Carolina, Erobique, Fuffifufzich, Betterov, The Notwist, Billie Marten, Bo Staloch, Blush Always, Caroline Rose, Easy Easy, Ebbb, Ellice, Endless Wellness, Folk Bitch Trio, Gwen Dolyn, Hazlett, Joya Marleen, Julie Kuhl, Matilda Mann, MIA., MODULAR, Die Nerven, OSKA, Sons Of The East, Steintor Herrenchor, Tara Nome Doyle, Team Scheisse, TJARK, Verifiziert
www.goldenleavesfestival.de
www.instagram.com/goldenleavesfestival

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Dominik

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!

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