
Foto-© Kinostar Verleih
Amber, you’re incredibly creative.
(Taylor Wyatt – Sketch)
Der junge Jack Wyatt (Kue Lawrence) entdeckt zufällig einen magischen See in dem Waldstück nahe dem Haus der Familie. Einen See, der Dinge reparieren kann, von dem er sich erhofft, damit eine Familientragödie rückgängig zu machen. Stattdessen erweckt er jedoch die Zeichnungen seiner Schwester Amber (Bianca Belle) zum Leben. Die Zeichnungen aus ihrem Notizheft, in dem sie alle ihre negativen Gefühle durch das Zeichnen verarbeitet.
Sketch ist mal wieder so ein klassisches Spielfilmdebüt, dieses Mal von Seth Worley. Dieser hat, wie so oft bei Debütfilmen, auch das Drehbuch geschrieben und natürlich vorher einen Kurzfilm mit der gleichen Thematik gedreht. In diesem Falle den 12-minütigen Darker Colors aus 2020, zu finden auf YouTube. Ebenfalls sehenswert und mit vielen Szenen aus dem Langfilm, aber ohne das eingangs erwähnte narrative Grundgerüst, welches im Film weiter ausgebaut wird. Dabei treffen den etwas ratlosen, aber herzensguten Vater Taylor Wyatt, unglaublich sympathisch gespielt von Tony Hale und seine Schwester Liz Wyatt (D’Arcy Carden). Auch wenn im Kern der Geschichte ein Familientrauma steht, das sehr gut aufgearbeitet ist, braucht ihr keine Angst zu haben. Von einem Babadook (2014) oder Hereditary (2018) ist Sketch weit entfernt. Das hier ist klar ein Horrorfilm für Kinder, der sich für Erwachsene mehr wie ein leicht schauriger Abenteuerfilm anfühlt. Allerdings, auch wenn er vom gezeigten her ein Kinderhorror-Film ist, fühlt sich dieser, nicht zuletzt durch den fantastischen und spannungsgeladenen Soundtrack, über lange Strecken wie ein „echter“ Horrorfilm an. Und das auch ohne, dass man sich wirklich hart erschreckt. Man spürt einfach das Seth Worley den Film und das Gezeigte ernst nimmt und das überträgt sich direkt auf den Zuschauer.
Neben dem Soundtrack zeichnen den Film natürlich auch die mehr oder weniger titelgebenden Zeichnungen und somit die Monster aus. Um sich ein wenig Überraschung aufzusparen, sollte man einen Bogen um die Trailer machen, denn die enthüllen die, für das geringe Budget, sehr variantenreichen Antagonisten nahezu alle. Wobei es, auch wenn man weiß, wie sie aussehen, noch einige Überraschungen mit den gezeichneten Monstern zu erleben gibt. Man ist hier zwar weit weg von dem kürzlich erschienenen IF (2024) von John Krasinski, aber dafür strotzen die Figuren nur so vor Kreativität. Das größte Ass im Ärmel des Films sind aber die drei zentralen Kinderfiguren, sprich die Geschwister und ihr notorisch nerviger Freund Bowman Lynch (Kalon Kox). Die schräge Art von Amber, der ewig hilfsbereite Jack und der ultra egozentrische Bowman sind einfach ein unglaublich sympathisches Team, dem man gerne zuschaut und mit den man gerne auf Abenteuerreise geht.
Die Story selbst hat ein paar ergreifende Momente, ein paar spannende bis leicht gruselige und viele lustige. In Summe ist der Film aller positiven Aspekte zum Trotz, zumindest für Erwachsene, dennoch nur nett. Wenn euch Story oder Style ansprechen, schaut ruhig rein, ich werdet definitiv gut unterhalten und vor allem Spaß haben. Komplett in seinen Bann ziehen wird der Film aber nur die Jüngsten.

Sketch (US 2024)
Regie: Seth Worley
Darsteller: Tony Hale, D’Arcy Carden, Bianca Belle, Kue Lawrence, Kalon Kox
Kinostart: 21. August 2025, Kinostar

