Foto-© Photo Courtesy Warner Bros. Pictures
Wir starten unseren großen kulturellen Rückblick auf das Jahr 2025 mit unserer Top 10 Filme! Große Prestigeproduktionen trafen im vergangenen Filmjahr auf kompromisslose Autorenfilme, Horror wurde politisch, Biopics überraschend persönlich. Viele der besten Filme des Jahres erzählen von Schuld, Erinnerung und Identität – oft in radikal unterschiedlichen Formen. Auffällig: ein neues Vertrauen ins Publikum. Diese Filme erklären weniger, fordern mehr. Kino fühlt sich 2025 wieder wie ein Ort an, an dem etwas auf dem Spiel steht.
1. One Battle After Another
Ein episches Drama über einen Mann, der sein Leben immer wieder neu ordnet – beruflich, emotional, moralisch. Der Film erzählt in Kapiteln und arbeitet mit Zeitsprüngen, die Erinnerungen überlagern. Visuell präzise, aber nie kalt. Besonders stark ist die Figurenzeichnung, die jede einfache Identifikation verweigert. Ein fordernder, aber zutiefst lohnender Film und der vielleicht zugänglichste Film von Paul Thomas Anderson bisher?

2. Nosferatu
Robert Eggers’ Neuinterpretation ist weniger Remake als Obsession. Der Film ist düster, langsam und voller albtraumhafter Bilder. Vampirismus wird hier als Krankheit, Begehren und Machtfantasie zugleich erzählt. Formal überwältigend, emotional verstörend. Ein Horrorfilm, der lange nachwirkt.

3. Bugonia
Eine surreale Science-Fiction-Satire über Verschwörung, Kapitalismus und Kontrollverlust. Der sich immer mehr zum Kult-Regisseur mausernde Yorgos Lanthimos spielt erneut mit Absurdität und Kälte. Der Film ist bewusst sperrig, aber messerscharf beobachtet. Grotesk, komisch und unangenehm aktuell.

4. Sorry, Baby
Ein leiser, schmerzhafter Film über Trauma und das Leben danach. Erzählt aus der Perspektive einer jungen Frau, die versucht, Normalität neu zu definieren. Unaufdringlich inszeniert, aber emotional extrem präzise. Ein Film, der respektvoll und ehrlich bleibt – und ein beeindruckendes Debüt der Regisseurin Eva Victor, die gleichzeitig auch die Hauptrolle und das Drehbuch übernahm!

5. Blood & Sinners
Ein düsteres Historienepos über Schuld, Gewalt und Religion. Der Film arbeitet mit starken Bildern und moralischer Ambivalenz. Nichts wird vereinfacht, niemand erlöst. Brutal, aber nie voyeuristisch. Großes, schweres Kino, das trotzdem etwas überraschend als am meisten nominierter Film jemals in die diesjährigen Oscar-Verleihung geht.

6. Frankenstein
Eine moderne Interpretation des Klassikers durch Guillermo del Toro, die Wissenschaft und Einsamkeit ins Zentrum rückt. Der Film fragt weniger nach dem Monster als nach Verantwortung. Visuell eindrucksvoll, emotional überraschend nahbar.

7. Sentimental Value
Ein Familienfilm ohne Sentimentalität. Konflikte werden nicht aufgelöst, sondern freigelegt. Dialoglastig, präzise gespielt und voller leiser Brutalität. Ein Film über das, was wir einander schulden – und nie einlösen.

8. A Complete Unknown
Ein Biopic, das sich weigert, Mythen zu erklären. Stattdessen zeigt der Film Brüche, Zweifel und Widersprüche. Musikalisch zurückhaltend, emotional fokussiert. Einer der klügeren Musikerfilme der letzten Jahre, mit Everybodys Darling Timothée Chalamet in seiner nächsten großen Rolle.

9. The Life of Chuck
Stephen Kings Geschichte wird zu einem poetischen Film über Endlichkeit und Bedeutung. Erzählt rückwärts, leise und mit großer Wärme. Keine Effekthascherei, sondern stille Größe. Ein Film, der tröstet, ohne kitschig zu sein.

10. Die My Love
Ein schonungsloser Blick auf Mutterschaft, Wut und Isolation. Intensiv gespielt, körperlich inszeniert. Der Film ist anstrengend – aber notwendig.

