JOHN BLEK – The Midnight Ache


Foto-© Ciara O’Leary Fitzpatrick

I took my heart, tore it in two
A piece for me, a piece for you.
The rolling waves of parting tears
The tender ache of wasted years.

I’m leaving on a 747.
A one way flight on a 747.

(John Blek – 747)

Manchmal, und gerade jetzt in winterlich und weltpolitisch so kalten Zeiten, braucht man Alben wie The Midnight Ache ganz besonders. Dann lauscht man mit wachsendem Wohlbehagen diesen elf wunderschönen Folkpop-Liedern, diesen perfekten Streicher-Arrangements, dieser wärmenden, authentischen Stimme des irischen Sängers John Blek. Und plötzlich sind, immerhin für knapp 40 Minuten, ein frostiges Tief namens Elli und eine brutale Demokratie-Abrissbirne wie Donald Trump ziemlich weit weg. Man kann das Eskapismus nennen, aber es tut verdammt gut.

Der Name John Blek geistert schon seit einigen Jahren bei Indie-Folk-Freunden herum. Das meisterhafte Until The Rivers Run Dry (2023) war bereits seine achte Platte und Cheer Up (2024) die neunte. Insofern ist The Midnight Ache nicht nur ein Jubiläumsalbum für diesen bescheidenen Künstler, sondern – und das ist fürs zehnte Werk einer Musikerkarriere nicht selbstverständlich – sein „crowning achievement“.

So opulent diese Songs klingen – am Do-It-Yourself-Geist des Sängers und Gitarristen aus Cork hat sich nichts geändert: Blek nahm nicht nur den Großteil des Albums auf und produziert es selbst, sondern er baute dafür mit Bigger River Recording ein Aufnahmestudio „mit seinen eigenen Händen“, wie die Album-PR betont. „A labour of love – but labour all the same“, sagt John dazu verschmitzt.

Man kann die Aufbruchstimmung tatsächlich spüren in diesen prächtigen Liedern. „This album took me by surprise“, erzählt der Ire. „I was slowly writing and using the songs to try to get to know the new studio space. Sonically feeling my way around and seeing what I could achieve when all of a sudden I realised I was looking at a new record.“

The Midnight Ache dreht sich letztlich um das Thema Zuhause. Es enthält Gesangseinlagen von John Bleks Frau, und das Cover ist mit gepressten Blumen aus ihrem Garten geschmückt. Das als Single ausgekoppelte 747 handelt davon, wie es sich anfühlt, das Zuhause zu verlassen, beschreibt das Gefühl des Loslassens. „‚747‘ is a song I wrote on early morning flight to Europe to begin a tour a back in late 2023. Those journeys can often be fruitful & creative times.“

Das Tolle an John Blek ist auch auf dieser Platte, dass man seine Einflüsse (Ron Sexsmith, Elliott Smith, Paul McCartney, der Beck der Sea Change-Phase) durchaus hören kann, sein feinfühliger, über viele Jahre gereifter Stil aber dennoch sehr eigenständig wirkt. The Midnight Ache präsentiert den freundlichen Melancholiker nun endgültig als einen der besten irischen Singer-Songwriter der Gegenwart, auf der Höhe eines Conor O’Brien (Villagers), Glen Hansard, Adrian Crowley oder Declan O’Rourke.

John Blek – The Midnight Ache
VÖ: 16. Januar 2026, K&F Records
www.johnblek.com
www.facebook.com/johnbleksolo

John Blek Tour:
05.03.2026 Hamburg, Ponybar
06.03.2026 Berlin, Space Sessions
07.03.2026 Dresden, Kleinschmidt
11.03.2026 Helmbrechts, Filmwerk
15.03.2026 Bielefeld, Tor 6

YouTube Video

Werner Herpell

Mehr erfahren →