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Foto-© LEONINE
Why don’t you just tell us where you got these video tapes from?
(Detective Wayne – V/H/S/85)
Ihr kennt das Spiel mit den Horror Anthologiefilmen. In diesem Fall bilden derer fünf die V/H/S/85 Sammlung. Wobei es keine Rahmenhandlung oder erzählerische Klammer gibt, sondern eine der fünf (Total Copy, über ein Alien, das im Labor untersucht wird) in mini Episoden, zwischen den anderen Vier eingespielt wird. Dadurch verstärkt sich der authentische VHS Look, in dem alle Segmente grobkörnig und mit Bildstörungen ineinander übergehen, wie eben auf einer alten, immer wieder überspielten VHS Kassette.
Schauen wir kurz zurück, denn dies ist Teil 6 von mittlerweile 8 V/H/S/-Filmen. 2012, 2013 und 2014 kamen die ersten drei und dann wurde es zunächst still um die Reihe. Seit 2021 jedoch wurde die Reihe auf Fließbandproduktion umgestellt und seitdem kam jedes Jahr eine neue Sammlung, herausgegeben von dem Streaming-Sender Shudder auf den Markt. Warum jetzt konkret diese Episode, drei Jahre nach dem ursprünglichen Release, bei uns im Heimkino erscheint, während bereits zwei Fortsetzung im Markt sind, ist kurios aber auch zu vernachlässigen. Vom Plot her bauen die Filme ohnehin nicht konkret aufeinander auf und springen auch noch munter in der Chronologie hin und her. Denn die Veröffentlichungen waren wie folgt:
1. V/H/S (2012)
2. V/H/S/2 (2013)
3. V/H/S: Viral (2014)
4. V/H/S/94 (2021)
5. V/H/S/99 (2022
6. V/H/S/85 (2023)
7. V/H/S/Beyond (2024)
8. V/H/S/Halloween (2025)
Bewerten wir also einfach das, was uns hier gezeigt wird – und das kann sich durchaus sehen lassen. Zu verraten, worum es in den einzelnen Episoden konkret geht, würde dem Seherlebnis den Spaß nehmen. Denn die Spannung, was jetzt tatsächlich die nächste Geschichte ist oder ob es nur Störbilder sind und wo sich vielleicht doch ein übergeordnetes Narrativ abzeichnen könnte, diese „Detektivarbeit“ macht einen Großteil des Spaßes und des Horrors aus. Wobei Detektivarbeit ein gutes Stichwort ist, denn Regisseur Scott Derricksons Segment Dreamkill ist eine ebensolche Detektivgeschichte. Diese hat dabei nicht nur den größten Tiefgang und stellt inszenatorisch das Highlight der Anthologie dar, sondern spielt auch noch im gleichen Universum wie die The Black Phone Filme (2021 und 2025), die vom gleichen Regisseur inszeniert wurden. Für Fans dieser Filme also noch ein weiterer Anreiz sich V/H/S 85 anzusehen. Aber auch ohne den Fan-Bonus wird hier ein überraschend stimmiges Ganzes angeboten, das gleichzeitig abwechslungsreich aber dennoch in gewissem Maße kongruent wirkt. Alle Geschichten spielen mehr oder weniger in den 80ern, kommen mit wenig Humor und trotz übernatürlicher Elemente recht geerdet daher. Es wird zwar brutal, aber nicht allzu explizit, auch weil so viele Störfilter über dem Bild liegen, das viele Details untergehen.
Definitiv eine der besseren V/H/S Anthologien und somit für Fans der Serie und des Horror-Subgenres definitiv einen Blick wert. Ein Faible für Kurzfilme und Toleranz für Bildstörungen sollte man jedoch mitbringen.

V/H/S/85 (US MX 2025)
Regie: David Bruckner, C. Robert Derrickson, Natasha Kermani
Cast: Alex Galick, Anna Sundberg, Chelsey Grant, Toussaint Mirrison, Tyler Noble, Justen Jones, Bonnie Rae, Jennifer Edwards
Heimkino Release: 27. März 2026, LEONINE

