
Foto-© Plaion Pictures
We came here to make Anaconda, now we’re in it.
(Doug CmCallister – Anaconda)
Eine Gruppe von Freunden rund um den Möchtegern-Regisseur Doug (Jack Black) und den Möchtegern-Schauspieler Ronald (Paul Rudd) sind tief in der Midlife Crisis angekommen. Ein Moloch, aus dem sie sich befreien wollen, in dem sie gemeinsam ein Remake von DEM Film ihrer Jugend drehen: Anaconda (1997)!
Ja genau, Anaconda, wer erinnert sich nicht? So richtig klar wird in den knapp 100 Minuten nicht, ob die Nostalgie für Anaconda ironisch oder ernst genommen werden soll oder ob die Rechte vielleicht einfach nur brach lagen. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Unabhängig davon ist klar, „Meta“,das kann Regisseur und Drehbuchautor Tom Gormican auf jeden Fall. Schließlich schrieb und drehte er auch The Unbearable Weight of Massive Talent (2022) und auch Legacy Sequels hat er schon abgeliefert, zumindest in Skriptform für Beverly Hills Cop: Axel F (2024). Da ist Anaconda nur der nächste logische Schritt. Es war ohnehin nur eine Frage der Zeit bis sich auch außerhalb der Scream-Reihe jemand ironisch mit dem Legacy Sequel-Trend auseinandersetzt und bei Anaconda sollte das zumindest niemandem weh tun.
Der erste Teil ist als popkultureller Auswuchs dank J.Lo und Ice Cube ja noch irgendwie im allgemeinen Gedächtnis verankert, aber wer erinnert sich, dass 2004 der James Cameron-Move versucht wurde, in dem man Andaconda$ (okay der Titel war dann Anacondas: The Hunt for the Blood Orchid) in die Kinos brachte. Damit nicht genug kamen dann noch 2008 Anaconda: Offspring und 2009 Anacondas: Trail of Blood. Aber wie eingangs erwähnt, wird sich daran kaum jemand erinnern, geschweige denn sich daran stören und die Fortsetzungen werden in bester Requel Manier auch im Film selbst verschwiegen. Wobei dies nicht einmal so geplant war. Gormican hatte ursprünglich Referenzen zu Hunt for the Blood Diamond im Film, aber nachdem weder die Crew noch das Studio diese verstanden, wurden sie wieder gestrichen. All das deutet darauf hin, dass auch wenn die Welt Anaconda vergessen hatte, Gormican hatte es nicht und so ist der Film dann auch tatsächlich mit unglaublich vielen liebevollen kleinen und großen Referenzen zu Anaconda und Filme im Allgemeinen gespickt. Das fühlt sich dabei, wie auch schon in Massive Talent sehr organisch und weit weniger konstruiert an als zum Beispiel in den letzten beiden Ghostbusters Filmen. Nicht zuletzt, weil eben erneut die Nostalgie fest mit dem Narrativ des Films selbst verwoben ist. Auch wenn der Film dabei sicher nicht das gleiche Zielpublikum wie zuletzt A Minecraft Movie (2025) ansprechen wird, Jack Black ist erneut ein absolutes Highlight und weiter in Höchstform. Wobei sein Höhepunkt im Film leider schon die Eröffnungssequenz ist, in der er ein von ihm geplantes Hochzeitsvideo komplett vorspielt und den Soundtrack einsingt. Warum dann am Ende „nur“ 2,5 Discokugeln?
So richtig zünden die restlichen Gags einfach nicht und weniger noch die Action. Es gibt zwar ein paar kleine echt witzige Stellen, aber ein kongruentes Ganzes ergibt das nicht. Auch Nostalgie für Anaconda (1997) kommt einfach nicht auf, so sehr der Film es auch versucht, dafür war das Original schon 1997 einfach zu schwach. Falls ihr jedoch zu den 5 Personen gehört, die tatsächlich nostalgisch verklärt auf J.Lo und Ice Cubes Kampf gegen die Riesenschlange zurückblickt oder zu den Millionen von Jack Black Fans gehört, werdet ihr zumindest einen netten Abend mit dem Film haben.

Anaconda (USA 2025)
Regie: Tom Gormican
Darsteller: Jack Black, Paul Rudd, Steve Zahn, Thandiwe, Newton, Daniela Melchior, Selton Mello
Heimkino Release: 09. April 2026, Plaion Pictures

