MAXWELL FARRINGTON & LE SUPERHOMARD – Window Tax


Foto-© Philippe Mazzoni

Yes I am a cook, a cook without a kitchen
Look my knives are sharp, enjoy them as they glisten
Sharper than your stare, slicing me in two
Oh, come on get over here

My trusty book of love is filled with reservations
Come and take a look, I’ve made some alterations
The table with the view, it’s for us you see
We’re paying the window tax

(Maxwell Farrington & Le SuperHomard – Window Tax)

Der (durchaus nicht immer abschätzige) Begriff Retro-Pop muss für so ein Album erfunden worden sein. Denn nichts an Window Tax klingt nach dem (nervenaufreibenden) 21. Jahrhundert. Jedes dieser zwölf schönen Lieder beamt den Hörer watteweich zurück in eine bonbonbunte Sixties-Welt. Jedes gehauchte „Ba ba ba ba ba“ erinnert an Burt Bacharachs Easy-Listening-Ohrschmeicheleien, jedes orchestrale Arrangement an die Grandezza eines Scott Walker, Lee Hazlewood oder Tony Bennett.

Aber nein, dies ist tatsächlich kein ewig verschollenes Werk jener legendären Plüschsänger. Sondern der liebevolle Nachbau einer weiterhin faszinierenden, letztlich zeitlosen Klangwelt durch den australischen Bariton Maxwell Farrington und den französischen Studiotüftler Christophe Vaillant alias Le SuperHomard. Schon seit dem Debütalbum Once, vor fünf Jahren beim frankophilen Label Talitres erschienen, hat sich das Duo mit seiner samtigen, sonnendurchfluteten Sound-Ästhetik einige Aufmerksamkeit erspielt.

So präsentierte Iggy Pop (der ja selbst gelegentlich den großen Crooner raushängen lässt) die Musik von Maxwell Farrington & Le SuperHomard in seiner BBC-Radiosendung. Und Paul Weller lud die beiden nicht nur als Support für eine Tournee ein, sondern arbeitete mit Vaillant für zwei Tracks seines Albums 66 (2024) zusammen. Da wurde schon klar, dass Neil Hannon (The Divine Comedy) und Richard Hawley, zwei Bariton-Meistersängern der Gegenwart, Konkurrenz erwachsen könnte.

Das neue Farrington/Vaillant-Album Window Tax schöpft nun in einem Dutzend Liedern wieder hemmungslos aus dem Vollen. Kein einziger Song versucht sich auch nur an einer halbwegs reduzierten Form des seidenweichen Sixties-Pop. Langweilig wird das trotzdem nicht, weil das Duo und seine Mitstreiter so tolle Vintage-Arrangements mit viel Liebe zum Detail und – noch wichtiger – feine Meloden in petto haben. Und eine Menge Selbst- und Stilbewusstsein, so dass ihnen ihre opulenten Kreationen nie zur Karikatur geraten.

Anteil daran hat auch der britische Top-Produzent Mike Lindsay (Tunng), der in seinem Studio in Margate das passende Umfeld für diese Art von Musik zur Verfügung stellte. Es gibt also viel zu entdecken in nostalgischen Goumet-Liedern wie Brussels Sprouts, Fish & Chips (mitgesungen von der bezaubernden Lily Buchanan) oder Cake. Oder in selbsterklärend positiven Stücken wie Euphoria und Good Company. Oder in French-Pop-Romanzen wie Lorène. Diese Platte ist ein einziger Retro-Rausch im „Do Da Da Da“-Modus (noch so ein vielsagender Songtitel). Federleicht und voller Charme.

Maxwell Farrington & Le SuperHomard – Window Tax
VÖ: 15. Mai 2026, Talitres
www.talitres.com/en/artists/maxwell-farrington-le-superhomard.html
www.facebook.com/lesuperhomard

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Werner Herpell

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