CHINESE AMERICAN BEAR – Dim Sum & Then Some


Foto-© Label

Chopsticks, congee, and dim sum
Ice cream, sticky rice, and bao buns
All the kids turn up the radio

(Chinese American Bear – Turn up The Radio)

Dim Sum & Then Some von Chinese American Bear fühlt sich an wie Lachen beim gemeinsamen Kochen, Erdbeeren pflücken an warmen Nachmittagen und die kleinen unscheinbaren Momente, die alles bedeuten. Schon der Albumtitel spielt mit dieser Leichtigkeit – eine verspielte Anspielung auf „Dim Sum“, diese vielen kleinen Gerichte, die man teilt. Und genau so wirkt auch das Album selbst: wie viele kleine Augenblicke voller Wärme, Freude und Nähe.

Bereits das Intro zieht einen mit spielerischen Sounds und echtem Lachen in diese Welt hinein. Alles klingt weich, leicht und bunt. Fast kindlich in seiner Freude. Es geht um Zuhause und die Schönheit der kleinen Dinge sowie um die ehrliche Begeisterung für das Leben, die man oft verliert, wenn man älter wird.

Hinter dem Projekt stehen Anne Tong und Bryce Barsten, ein Ehepaar aus Seattle, das gemeinsam bilingualen Indie-Pop auf Englisch und Chinesisch erschafft. Und genau diese Mischung macht den Sound so charmant. Dim Sum & Then Some bewegt sich zwischen flirrenden Gitarren, psychedelischen Einflüssen, Disco, Synths und hypnotisch verträumten Passagen. Das Album klingt experimentierfreudiger und offener als ihre früheren Arbeiten, ohne dabei seine spielerische Wärme zu verlieren. Immer wieder treffen Gegensätze aufeinander: verspielt und melancholisch, nostalgisch und futuristisch, chaotisch und gleichzeitig unglaublich sanft. Die Songs wirken wie kleine Momentaufnahmen eines Lebens voller Farbe. Man hört den Einfluss von Bands wie MGMT oder The Flaming Lips, aber auch klassische Pop-Sensibilität und Mandopop-Einflüsse schimmern überall durch. Trotzdem fühlt sich nichts wie eine Kopie an. Das Duo hat längst eine ganz eigene Klangwelt geschaffen.

Was das Album besonders macht, ist diese völlige Offenheit – nichts wirkt zynisch oder kühl. Stattdessen steckt in jedem Song eine neugierige Lebensfreude. Selbst die experimentelleren Momente verlieren nie ihre Zugänglichkeit. Es fühlt sich an, als würde das Album einen daran erinnern, wie schön es sein kann einfach da zu sein. Gemeinsam zu essen. Gemeinsam Musik zu hören. Gemeinsam einen Ort zu erschaffen, der sich wie Zuhause anfühlt.

Dabei liegt unter der verspielten Oberfläche auch etwas Emotionales. Dim Sum & Then Some spricht von Verbindung – zu anderen Menschen, zu Erinnerungen und zu den kleinen Ritualen, die unser Leben zusammenhalten. Das Album feiert die leisen Dinge: Stimmen in der Küche, Musik aus einem Radio, ein vertrauter Blick quer durch den Raum. Und genau dadurch fühlt sich diese Musik so besonders an. Wie ein Ort, an dem man für einen Moment alles Schwere vergisst und sich daran erinnert wie schön es ist, einfach zu leben.

Chinese American Bear – Dim Sum & Then Some
VÖ: 08. Mai 2026, Moshi Moshi Records
www.chineseamericanbear.com
www.instagram.com/chineseamericanbear

Chinese American Bear Tour:
18.09.26 Hamburg, Reeperbahn Festival
19.09.26 Köln, Artheater

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