NO OTHER CHOICE – Filmkritik


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Wieviele Mitbewerber wird es denn geben?

(Man-su – No Other Choice)

Man-su (Lee Byung-hun) hatte sich sein perfektes Leben aufgebaut: das perfekte Haus, die perfekte Familie, den perfekten Job – alles passt. Ebenso bricht alles (perfekt) zusammen nachdem er letzteren verliert. Doch er wird sich den Job und alles andere zurückholen und dafür ist er bereit, über Leichen zu gehen. Konkret hat er, da sein Job in einer sehr speziellen Papierherstellung liegt, den Plan gefasst, „einfach“ alle seine Mitbewerber auszuschalten.

Schon bei der Synopsis wird klar. dass sich Regisseur Park Chan-wook in seinem jüngsten Film treu geblieben ist. No Other Choice ist eine rabenschwarze Komödie und eine sehr bittere Satire auf die kapitalistische Südkoreanische Leistungsgesellschaft. Hier wird hart der Finger in die Wunde gelegt, die sich öffnet, wenn man sein ganzes Leben über finanziellem Erfolg definiert und dieser dann wegfällt. Wie zuletzt bei dem ebenfalls koreanischen Parasite (2019) von Bon Joon Ho bleibt es aber bei weitem nicht dabei. Es gibt auch noch eine ausgeklügelte Krimi-Geschichte, viel Drama, viel Gewalt und eine extra Portion Spannung. Ebenso gibt es typisch für das koreanische Kino auch extra Laufzeit, denn mit fast 2 Stunden und 20 Minuten muss man schon gutes Sitzfleisch mitbringen.

Leider ist es entsprechend auch einer dieser Filme, über die man besser weniger als mehr weiß. Wenn ihr also Bock auf einen weiteren bissigen Kommentar auf die aktuelle Gesellschaft vom Meisterregisseur Park Chan-wook sehen wollt und mit der üblichen langen Laufzeit und dem wilden Genre-Mix klarkommt, dann seid ihr hier genau richtig. Und wenn ihr noch ein weiteres Argument haben möchtet: Südkorea hatte den Film als ihren Beitrag für die Oscars 2026 eingereicht. Also das Land, was hier primär kritisiert wird, glaubt an die Qualität und die Botschaft von No Other Choice – und das sagt doch auch schon etwas aus, oder?

No Other Choice (FR KR 2025)
Regie: Park Chan-wook
Darsteller: Lee Byung-hun, Son Ye-jin, Woo Seung Kim, So Yul Choi, Park Hee-soon, Lee Sung-minoh Gwang-Rok
Heimkino Release: 28. Mai 2026, Plaion Pictures

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Malte Triesch

Malte wuchs im idyllischen Lilienthal, direkt an der Grenze zu Bremen, der schönsten Stadt im Norden Deutschlands, auf. Seine frühesten Film-Erinnerungen ist, auf dem Schulhof in der neusten TV Movie alles anzustreichen was gesehen und aufgenommen werden muss. Da die Auswahl an Horrorfilmen hier doch recht be- oder zumindest stark geschnitten war entdeckte er Videotheken für sich bzw. seine Mutter, da man diese ja erst ab 18 betreten durfte. Wenn er nicht gerade Filmreviews schreibt ist er wahrscheinlich im (Heim-)Kino oder vor dem Mikrophon für den OV Sneak Podcasts, SneakyMonday.

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