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Veröffentlicht am 8.08.2010 | von Lisa

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MENOMENA – Mines

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Go home, I’d like to
stumble to bed and lay beside you
Until we’re even or romantically bored,
whichever comes first.

Go home, I’m trying
but I’ve been misled by dirty cartoons
You’ll keep me honest for old time’s sake
I’m begging of you, go home, go home

(Menomena – Dirty Cartoons)

„Mines“, das bereits vierte Album der Band Menomena aus Portland, ist wohl das, was man eine handfeste Überraschung nennt. Brent Knopf, Sänger der Band, begeisterte letztes Jahr bereits mit seinem Seitenprojekt Ramona Falls, was die Band nicht davon abhielt, sich trotzdem wieder zusammenzutun, um „Mines“ aufzunehmen.

“Nothing holds up a process like an indispensable band member being both a perfectionist and a control freak. Especially when your band features three of these types. And we certainly haven’t gotten any more agreeable in our old age – quite the opposite”, berichtet Schlagzeuger Danny Seims über die drei unvereinbar scheinenden Egos der Bandmitglieder. Doch zu guter Letzt scheinen sie sich nach unzähligen Streitereien über Texte, Instrumentierungen und Gesang doch zusammengerauft zu haben – und herausgekommen ist ein erstaunlich geheimnisvolles, atmosphärisches und erwachsenes Album aus einem Guss. Die Songs sind reich instrumentiert, jeder einzelne ein Dschungel voll unerwarteter sphärischer Klänge und Instrumente. „Queen Black Acid“, der Opener, begeitert mit bluesigem Gesang, der den Kings of Leon ähnelt, musikalisch jedoch in eine ganz andere Richtung geht. Oft fällt in der Presse der Vergleich mit den Flaming Lips, der nicht unbedingt von der Hand zu weisen ist, aber auch Momente in denen man unwillkürlich an Broken Social Scene oder Damon Albarn denken muss, sind auf dieser Platte vertreten. „Dirty Cartoons“, der vielleicht beste Song des Albums, ist ein Editors-ähnlicher, schwermütiger Song, so wunderbar traurig und trotzdem nicht hoffnungslos, dass es einem fast das Herz bricht. „Five little rooms“ ist eine kleine Oper für sich, ein wild instrumentiertes, orchestrales Stück, das zum Schluss leise mit lediglich einem nervösen Piano endet. „All this could be yours someday“, heißt es darin, und es scheint als wolle die Band ihre komplettes Können als Beweis dafür in die wagschale werfen.

Einziger Kritikpunkt: Einige Songs sind in ihrer Komplexität schwer greifbar, und erfordern die Aufmerksamkeit und Geduld des Hörers, um ihre Wirkung zu entfalten.
Mit diesem Album haben Menomena beste Chancen, den Weg vom Kritikerliebling zu den großen Bühnen zu schaffen – „Mines“ ist ein wirklich kluges und anspruchsvolles Indierock-Album.
4von511

Menomena – „Mines“
VÖ: 23. Juli 2010 (City Slang)
www.menomena.com
www.myspace.com/menomena

httpvh://www.youtube.com/watch?v=z24nM-K5jlI

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