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Veröffentlicht am 14.11.2010 | von Lisa

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THE STRANGE DEATH OF LIBERAL ENGLAND – Drown Your Heart Again

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Im Fahrwasser des großen Folk-Revivals, das in Großbritannien in den letzten Jahren vor allem durch Vertreter wie die großartigen Mumford & Sons, Johnny Flynn und Laura Marling repräsentiert wurde, veröffentlichen The Strange Death Of Liberal England dieser Tage mit „Drown Your Heart Again“ ihr zweites Album nach dem hochgelobten Vorgänger „Forward March“

Die Arrangements der 10 Songs erinnern vom Stil her ein wenig an Arcade Fire im Seemannsgewand. Überhaupt – das Thema Meer zieht sich durch das ganze Album – irgendwie auch logisch, wenn man bedenkt, dass die Briten in Southsea aufgewachsen sind, einer der schönsten Städte an der britischen Küste – angefangen vom programmatischen Titel „Drown your Heart Again“ bis hin zum Cover, das ein Aussichtsfernrohr am Meeresufer zeigt. Viele Songs tragen demzufolge eine gewisse Sehnsucht und Wehmütigkeit in sich, die zum Thema Meer ganz gut passt – doch leider zeigt sich darin im Großen und Ganzen wenig Variation, und man bekommt teilweise das Gefühl, dass man nach dem dritten Song nichts neues mehr geboten bekommen wird.
Der Gesang des Sängers Adam Woolway erinnert teilweise ein bisschen an The National – nur leider geht einem die zerbrechlich wirkende Stimme hier in ihrer etwas arg quäkigen und zitternden Ausprägung doch in manchen Songs schnell auf den Geist.
Die meisten Songs haben durchaus etwas Hymnisches, mit ihren groß angelegten und breit instrumentierten Arrangements (vieles davon klingt jedoch etwas sehr nach den Kollegen von Mumford & Sons) – „Rising Sea“ und „Flagships“ sind gute Beispiel dafür und bieten soliden britisch-wehmütigen Folkpop. Dennoch sind es eher die ruhigeren Töne wie bei „Yellow Flowers“ die einen noch ein zweites Mal hinhören lassen. Mit einem Refrain, der wie von einer Riege betrunken-trauriger Seemänner herausgeschrien wirkt, packen sie einen dann nämlich doch.
TSDOLE haben sicherlich ein Gespür für Melodien und Arrangements – auf der ganzen Linie überzeugen kann das Album im Vergleich zu den berühmten britischen Folk-Kollegen leider nicht – aber vielleicht brauchen sie einfach noch ein bisschen Zeit um das eigene Boot aus dem Fahrwasser der Mitstreiter herauszumanövrieren und sich mehr auf den eigenen Stil zu konzentrieren.

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The Strange Death Of Liberal England – Drown Your Heart Again
VÖ: 22. Oktober 2010 (DevilDuck)
www.tsdole.co.uk
www.myspace.com/tsdole
httpvh://www.youtube.com/watch?v=J4WMBDcwXvo

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