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Veröffentlicht am 12.12.2010 | von Lisa

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SISKIYOU – Siskiyou

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You are my enemy
With this single stone
I’m throwing everything I have at you
But you are my everything
With this single stone
I’m giving you everything I have to you

(Siskiyou – Everything I have)

Die Kanadier mal wieder – erneut kommt ein hörenswertes Folk-Album aus dem Land der Elche und Grizzlybären!
Erik Arnesen, normalerweise Mitglied der wunderbaren Great Lake Swimmers, hat mit seinem ehemaligen Bandkollegen Colin Huebert unter dem Namen Siskiyou eine Folkplatte aufgenommen, die durchaus mit den großen kanadischen Landsmännern und –frauen mithalten kann.

Bereits der Opener „Funeral song“ gibt beispielhaft die Marschrichtung vor, in die das Album sich bewegt – ein folkiges, rythmisches Stück, das langsam, zunächst nur in Begleitung einer Akkustikgitarre voranschreitet, sich dann langsam immer weiter aufbaut und in einer kurzen abrupten Erhebung mit zusätzlichen Percussions mündet – hier zeigt sich bereit, dass die Songs vor allem auch durch den etwas zittrigen, immer leicht brüchigen und sehr speziellen Gesang an Atmosphäre gewinnen.

Die restlichen Songs sind eine Mischung aus zarter Folkromantik und düsterem Gitarrenpop – sehr melodisch aber auf eine sehr natürliche, organische Art und Weise melodisch, nicht unbedingt auf den ersten blick catchy, sondern eher auf den zweiten oder dritten.
Songs wie „Pull it away“ erweichen dem Hörer das Herz mit einer Mischung aus bedächtiger Melancholie, der behutsamen Instrumentierung (hier schleicht sich ein trauriges Piano immer wieder in den Vordergrund) und den tieftraurigen Songtexten: „I have a wound that never will heal / you are the one that constantly peels / the skin away each and every day…“ heißt es da zum Beispiel.

„It’s all going to end“ ist dann wiederum – im Gegensatz zu der Erwartung, die der Titel erweckt – ein durchaus fröhlicherer Track – mit den Glöckchen und den Schellen erweckt es ganz schnell weihnachtliche, aber nicht traurige Atmosphäre und endet in einem Gitarrenschrammel-Ausbruch.

„This Land“ erzeugt gekonnt gruselige Atmosphäre – das Piano verstärkt das bedrohliche Feeling, und auch die zart kreischende Gitarre im Hintergrund verstärkt diesen Effekt – ein geister- und meisterhafter Song.

Weiteres Highlight: „Inside of the ocean“ – “Inside of this life we do not belong […] Inside of the ocean there is not a sound” singt Huebert schwermütig, und eine schwere dunkle Klavierbegleitung legt sich wie ein dunkelroter Brokatteppich auf das Herz des Hörers, nur um das Stück dann in Meeresrauschen abrupt enden zu lassen.

Was man dem Album vorwerfen kann, wäre vielleicht eine gewisse Einseitigkeit, fehlende Entwicklung – dennoch handelt es sich bei „Siskiyou“ um ein reifes, organisches und vor allem atmosphärisches Debütalbum, das sich absolut sehen lassen kann – da kann man ein wenig fehlende Abwechslung verschmerzen.
Great Lake Swimmers treffen auf Sufjan Stevens, Arcade Fire und Bright Eyes. Hörenswert!

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Siskiyou – Siskiyou
VÖ: 2010 (Constellation)
www.siskiyouband.com
www.myspace.com/siskiyou

SISKIYOU PREVIEW by Constellation Records

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