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Veröffentlicht am 3.06.2011 | von Julian

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JATOMA – Jatoma

Jatoma geben sich geheimnisvoll. Während das Trio aus Dänemark spärlich versucht seine wahren Gesichter verdeckt zu halten, weiß mittlerweile die ganze Techno-Welt um das neue Projekt von WhoMadeWho-Drummer Tomas Barfod mit dem Teen-Duo Electrojuice. Alterssumme: 68. Dabei sei zu erwähnen, dass Barfod jenseits der 35 ist.

Nun legt der neue Schützling von Label-Mitchef Michael Mayer stolz sein erstes Album vor und überrascht. Warm und verspielt, von einem Kindertraum in den Nächsten tanzend und lediglich durch eine unaufdringliche Bassdrum zusammengehalten, ist das eigensinnige Debüt doch ungewöhnlich im sonst äußerst Minimal-lastigen Kompakt-Kosmos. Vergleiche zu anderen Acts fallen schwer, denn selten funktioniert ein softer Sound so tanzbar. Konzeptuelle Homogenität die auf Albumlänge funktioniert.

Dreamepos ‚Little House Boat’ eröffnet blubbernd. Eine langsam ansteigende Komposition mit einem emotionalen Spannungsbogen in Perfektion, gezimmert aus märchenhaften Sounds. Dem folgt das ähnlich bezaubernde, von Harfen getragene ‚Manipura’ und ein asiatisch anmutendes ‚Dust In Wong’. ‚Durian’ ist unerwartet hart, wird aber mit unvorhersehbaren Übergängen und Melodien aus dem noch nicht allzu weit entfernten Kinderzimmer geschmückt. Ebenso ‚Luvdisc’, dass dem Genre fremde Noise-Elemente und Zärtlichkeit auf eine Art zusammenführt. Die Zwischensequenzen ‚Smoking Keys’, ‚Wood Face’ und ‚ma10as’ sind vielmehr Ruhepausen als Songs, die langsam auf galoppierende Tracks (zum Beispiel ‚Paper Lights’) einstimmen. ‚Helix’ erblickte schon als Teaser für die elfte Ausgabe der halbjährlich erscheinenden Kompakt-Compilation ‚Total’ das Licht der Welt und fällt im Rahmen des Albums als hittigstes Stück auf. Anschwellende Drums, ins Arrangement schleichende, unkontrollierte Glockenspiele und den übrigen Raum füllende Umgebungsgeräusche. Ein kaum schöner vorstellbares, geordnetes Chaos.

Einziger Kritikpunkt mag sein, dass sich das Trio mit seinen Liveperformances selektiv zurückhält (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren es lediglich drei), denn die Songs funktionieren trotz ihrem Ambient-Touch auch im Klub-Rahmen sehr gut. Spannend, welche weiteren Bühnen dieser Welt Jatoma in Zukunft durch die ausdruckslosen Augen ihrer verhüllenden Masken sehen werden.

P.S.: Internetgossip zufolge sind Jakob und Mads 15 und 16 Jahre alt.

Jatoma – Jatoma
VÖ: 5. November 2010, Kompakt
www.myspace.com/jatoma

Bou by JATOMA

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