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Veröffentlicht am 4.07.2011 | von Fred

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BATTLES – Gloss Drop

Welcome to the sound of my life,
My machines sing songs for you to live for

Welcome to the sound of now,
Come inside and leave all your dreams now

(Battles – My Machines)

Mit ‚Gloss Drop‘ liefern Battles eine LP ab, welche Hörer und Fans spalten wird. Das zweite Album der Brooklyner Band spielt mit einer neuen Zugänglichkeit, die hardcore Math-Rocker und Fans der ersten Platte ‚Mirrored‘ verschrecken könnte.

Nachdem Sänger und Gitarrist Tyondai Braxton während den Aufnahmen zu ‚Gloss Drop‘ die Battles verlassen hat, musste sich die Band neu orientieren. Mit Braxton verschwand auch ein Markenzeichen von Battles, nämlich die digitalen cartoonifizierten Vocals. Vielleicht war der Verlust des Sängers sogar ein großer Gewinn für die Band, denn so kamen sie nicht in Versuchung ihr zweites Album zu einem Abklatsch des Erstlingswerks zu stilisieren. Die neuen Songs der Band funktionieren auch ohne ‚Micky Maus Frontmann‘, stattdessen werden sich kurzerhand einige Gastsänger ins Bandboot geholt, wie Synth-Pop Held Gary Numan, der chilenische Techno-Produzent Matias Aguayo oder Indierockerin Kazu Makino (Blonde Redhead). Alle Gastsänger erledigen ihren Job gut, was natürlich verloren geht ist ein roter Faden in Form einer prägnanten Stimme der Band. Im Gegenzug dazu sorgen die verschiedenen Vokalisten für Abwechslung und geben dem fiebrig, nervösen Math-Rock der Battles neue Anstöße.

‚Gloss Drop‘ ist eine tolle Weiterentwicklung, selten hat es eine Band geschafft ultra-vertrackten und computer-gestützten Pop-Prog so angreifbar zu präsentieren. Dabei grooved ‚Gloss Drop‘ wie verrückt und steht immer noch zu den Wurzeln der Battles: Nie weiß man genau welches Instrument gerade welche Melodie erzeugt, oder ob es sich doch nur um ein Sample handelt. Zusammengehalten werden diese Songmonster von John Staniers ultrapräzisem und akzentuiertem Schlagzeugspiel. Ein Neuerung ist der Einsatz der Steeldrum, zum Beispiel in ‚Dominician Fade‘ oder ‚Inchworm‘. Diese erzeugt permanent ein tropisches Feeling und erinnert an die Karibik (und damit manchmal entfernt an Vampire Weekend oder die letzte Friendly Fires Platte).

Battles mischen auf ‚Gloss Drop‘ immer noch unterschiedliche Musikrichtungen wie Hardcore, tonalen Minimalismus, Neo-Klassik, Techno, Prog-Rock und einige andere. Sie geben sich auch immer noch verschachtelten Rythmen hin und feiern die ein oder andere progressive Orgie ab. Insgesamt wirkt ‚Gloss Drop‘ jedoch lockerer, entspannter und damit auch reifer als der Vorgänger.

Battles – Gloss Drop
VÖ: 03. Juni 2011 (Warp/Rough Trade)
http://bttls.com
www.myspace.com/battlestheband

httpvh://www.youtube.com/watch?v=3FsvMyQeC-Q&feature=player_embedded

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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