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Veröffentlicht am 7.08.2011 | von Laura

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OH LAND – Oh Land

I want to change my orbit
Don’t care what you do now.
I want to live in darkness
Don’t want to be spun around.

(Oh Land – Sun Of A Gun)

Als Protagonistin ihrer selbst erschaffenen Fantasiewelt tanzt sich die Dänin Nanna Øland Fabricius, besser bekannt unter ihrem Bühnen-Pseudonym Oh Land, elfengleich durch ihr verträumtes Zweitwerk. „Oh Land“, abgeleitet aus dem Nachnamen der Sängerin, klingt wie ein sehnsuchtsvoller Anruf einer fernen, besseren Welt, zusammengestellt aus den Erlebnissen und Fantasie-Helden ihrer Kindheit, in die sie die Hörer gern entführt.

Bereits 2008 erschien ihr Debütalbum Fauna, das außerhalb Dänemarks jedoch nur wenig Aufmerksamkeit erzielte. Erst Anfang 2011, als sie ihre Single „Sun Of A Gun“ bei Showmaster-Legende David Letterman präsentierte, hielt ihr Name auch hierzulande Einzug in sämtliche „New Artist to-watch-out“ Listen. Mittlerweile ist sie zumindest in ihrer Wahlheimat Amerika kein Geheimtipp mehr: Das neue Album, in New York aufgenommen, erschien bei einem Sublabel von Sony Music und wurde unter anderem von Pharrell Williams mitproduziert. Und so wundert es auch kaum, dass man Oh Land zurzeit im Vorprogramm von Katy Perry auf deren Nordamerika-Tour bestaunen darf – was jedoch keinesfalls zu falschen Rückschlüssen ihren musikalischen Anspruch betreffend führen sollte.

Ihr Sound ist eine Mischung aus sanften elektronischen Klängen und ihrem verträumt-mädchenhaftem Gesang; der sowohl ihr Aufwachsen in einem sehr musikalischen Haushalt – ihre Mutter war Opernsängerin, der Vater Organist –  reflektiert, als auch ihre Zeit als professionelle Ballett-Tänzerin durchscheinen lässt. Das abrupte Ende ihrer Tanz-Karriere, einer schweren Rückenverletzung geschuldet, tat ihrer Lust am körperlichen Performen keinen Abbruch. So gleichen ihre Auftritte, mit allerhand Luftballons, Glitter und passenden Visuals versehen, eher liebevoll zusammengestellten Theaterstücken als einer bloßen Gesangsperformance.

Neben der aktuellen Single ‘Sun Of A Gun‘, überzeugen vor allem das ruhige, entrückte ‘Wolf & I‘ und das fröhlich tänzelnde ‘White Nights‘ . Oh Land präsentiert mehr als nur ein nettes Dance-Pop Album; ihr vertontes Märchenbuch ist lyrisch wie musikalisch anspruchsvoll und doch eingängig. Dennoch kann man bisweilen den Vorwurf der allzu glatten Produktion und der damit einhergehenden Gleichförmigkeit einzelner Songs aus der Phrasenkiste kramen. Nichtsdestotrotz ist die Platte aber ein alle Sinne ansprechendes Kunstwerk und eine direkte Kampfansage an Lykke Li, Robyn und Co. um den Thron der nächsten (skaninavischen) Pop-Prinzessin.

Oh Land – Oh Land
VÖ: 5. August 2011 Smi Epc (Sony Music)
www.ohlandmusic.com

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