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Veröffentlicht am 8.10.2011 | von Laura

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CYMBALS EAT GUITARS – Lenses Alien

Shrinking the sun lit up vessels in my shut eyelids
Landscape pixelates, flickers and blinks out to nothing

(Cymbals Eat Guitars – Keep Me Waiting)

Obskure Bandnamen generieren ja oft schon mal ein Grundsatzinteresse. Ist die Erklärung dahinter dann noch annähernd charmant, hat die Band halb gewonnen, während andere Neuentdeckungen mit weniger originellem Titel schon beim Suchmaschinen-Filter auf der Strecke bleiben. Im Fall von Cymbals (Becken) Eat Guitars beruft man sich der Legende nach also auf ein Zitat von Lou Reed, der mit diesen Worten den Sound von The Velvet Underground beschrieben haben soll. Ungeachtet des Wahrheitsgehaltes verrät dies wiederum ungemein viel über den Sound von CEG, deren Musik ganz und gar der äußerst medienwirksam um sich greifenden Retromanie-Welle zu Füßen liegt.

Lenses Alien‘ ist das zweite Album der 2007 als Highschool-Band gegründeten Formation um Sänger und Gitarrist Joseph D‘ Agostino und funktioniert als logische Fortsetzung des gefeierten Debüts ‘Why There Are Mountains.‘ Während der Vorgänger große Fragen beantwortete und den Sound der Band irgendwo zwischen Pavement, Built To Spill und Sonic Youth mit psychedelisch-progressiven Elementen verordnete, setzt sich ‘Lenses Alien‘ nun mit der klanglichen Weiterentwicklung auseinander. Das Ergebnis ist ein düsteres wie verspieltes Album, das jedoch stellenweise ein wenig zu ambitioniert ausfällt.

Während Songs wie ‘Shore Points‘ und ‘Keep Me Waiting‘ den richtigen Ton treffen, kann der über 8-minütige Opener ‘Rifle Eyesight (Proper Name)‘ die Spannung nicht ganz aufrecht erhalten und auch an anderen Stellen hätte die ein oder andere Idee weniger dem Sound paradoxerweise gut getan. Absolutes Highlight des Albums ist sicherlich die Single ‘Definite Darkness‘, eine durch und durch nostalgische Hommage an den melodiösen Indie-Rock der 90er Jahre. Obwohl ‘ein wenig zu ambitioniert‘ ein zu vernachlässigender Vorwurf ist, wirkt das Album tatsächlich streckenweise etwas überladen. Dennoch machen Klangvielfalt und der innovative Umgang mit musikalischen Vorbildern ‘Lenses Alien‘  zu einem großen Album.

Cymbals Eat Guitars – Lenses Alien
VÖ: 6. September 2011, Barsuk Records
www.myspace.com/cymbalseatguitars

httpvh://www.youtube.com/watch?v=f-bKJpRpv3I

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