Reviews Cloud Nothings - Attack On Memory CD-Kritik

Veröffentlicht am 20.02.2012 | von Fred

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CLOUD NOTHINGS – Attack On Memory

Cloud Nothings - Attack On Memory CD-Kritik

„I know my life’s not gonna change
And i’ll live through all these wasted days
Never thought that I’d end up this way
And I know it’s gonna stay the same.“

(Cloud Nothings – Wasted Days)

Der junge Dylan Baldi aus Cleveland hat mit seiner Band Cloud Nothings im Zeitraum von anderthalb Jahren schon drei Alben veröffentlicht. ‚Attack On Memory‚ ist sein neuestes Werk und auch sein bisher spannendstes.

Während die beiden Vorgänger ‚Turning On‚ und ‚Cloud Nothings‚ noch durch eingängigen und schnellen Schrammel-Surf-Pop-Punk glänzten und fast gänzlich auf Produktionshilfen verzichteten, hat sich Baldi diesmal von Starproduzent Steve Albini (Nirvana, Pixies) einen komplett neuen Sound zimmern lassen. Der Sound ist deutlich fetter geworden ist und Cloud Nothings ist jetzt nicht mehr nur LoFi-Garagen-Rock, man hört deutlich den Einfluss eines Studios. Die Gitarren drücken jetzt so richtig und Dylan rotzt seinen Gesang so herrlich, wie nie zuvor. Mit seiner herrlichen Scheißegal-Mentalität singt sich Dylan durch die Stücke und bietet in knapp 34 Minuten und nur 8 Songs seine eigene Idee der Weiterentwicklung seines rohen Stils an. Bereits der Opener ‚No Future/No Past‚ gibt die neue Richtung vor: Spröde Gitarrenriffs, ein schleppender Bass und ein schepperndes Schlagzeug kommen da zusammen. Langsam baut sich eine verstörend-gefährliche Stimmung auf, die eine fast hypnotische Wirkung entfaltet und gelungen auf den Rest von ‚Attack On Memory‘ einstimmt. Darauf folgt das ungestüme ‚Wasted Days‚, das zunächst wie gewöhnliche Cloud Nothings Nummer klingt, bis die Band dann nach drei Minuten einen Gang runterschaltet. Es folgen prächtige sechs Minuten voller feinstem Herumgejamme, bei dem jede Freestyle-Jazz Kapelle neidisch zu Baldi und seinen Jungs hinüber schielt. Man merkt den Cloud Nothings den Spaß am Spielen deutlich an, während sich der Frontmann in Ekstase spielt und singt. ‚Fall In‚ kommt dann zum Ausgleich deutlich einfach gestrickter daher, ein sonniger Pop-Punk Song wie er im Buche steht. Ein eingängig fröhlicher Refrain animiert zum mitgröllen und biedert sich geradezu an unter die Skate Videos dieser Saison gelegt zu werden. Alle  Akkorde in ‚Fall In‘ sind einfach gehalten, es gilt sich bloss nicht in Komplexität zu verlieren.

‚Attack On Memory‘ macht seinem Namen alle Ehre: Das Album erinnert zu nicht unerheblichen Teilen an ein Best-Of des Punks vom Ende der 80er und Anfang der 90er. Es ist schnell, das Schlagzeug ist laut, die Gitarre ist deutlich und der Gesang ist auf genau die richtige Weise rumpelig-emotional und wütend-verzweifelt. Hinzu kommen die schon angesprochenen eingängigen Melodien und die, wie sollte es anders sein, aufrührerisch-rebellischen Texte. Aber vor allem klingt ‚Attack On Memory‘ herrlich roh und ungeschminkt und ist ein krachiges Album geworden, das hörbare Spielfreude birgt. Hut ab Mr. Baldi.

Cloud Nothings – Attack On Memory
VÖ: 04. Februar 2012 (Wichita/ Rough Trade)
http://cloudnothings.tumblr.com
http://www.facebook.com/cloudnothings

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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