Musik

Veröffentlicht am 18.04.2012 | von Franzi

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Miike Snow – Happy To You

Anyway
There’s no reason to get hurt
You don’t need to sell your shirt
To do the devil’s work. 

(Miike Snow – The Devils Work)

Das Bedroomdisco Album des Monats im April zeigt auf seinem Cover einen Hirschhasen und diese seltsame Mutation lässt nur einen Schluß zu: Unser aktuelle Lieblingsplatte kommt vom schwedisch-amerikanischen Trio Miike Snow und heißt „Happy To You“.

Ein Geheimtip sind Miike Snow längst nicht mehr, gehört ihr selbstbetiteltes Debüt doch zu den großen, vielbeachteten Konsens-Alben des Jahres 2009, das Jahr in dem alle ja auch plötzlich nur noch ein Lied summten, nämlich „Animal“. Ein Geniestreich also, der den beiden schwedischen Produzenten Christian Karlsson und Pontus Winnburg da gemeinsam mit dem amerikanischen Singer und Songwriter Andrew Wyatt gelungen ist, im Kontext ihrer Biografie allerdings nicht der erste große Erfolg, haben die beiden ja bereits einen Grammy erhalten für den von ihnen und für Britney Spears produzierten Song „Toxic“.

Jetzt folgt also mit „Happy To You“ drei Jahre später das Zweitwerk, für das Miike Snow 12 neue Songs zusammengestellt und voll auf Kreativität gesetzt haben. Davon scheinen Mike Snow nämlich nur so strotzen, genauoso wie vor der Lust die Grenzen von Pop auf spielerische Weise auszureizen.

So treffen auf  dem neuen Album aufwendige Schlagzeugrhythmen oder gleich die Trommelwirbel eines ganzen Spielmannszug auf vielschichtige Synthie-Melodien, auf fröhliche Klavierakkorde , auf geloopte Samples oder opulente Bläser. Und irgendwo dazwischen hat dann auch die etwas schräge Stimme Andrew Wyatts seinen Platz, die sich ziemlich kryptischen und auf den ersten Blick sinnfreien Texten widmet. Diese seien aber, so erzählt Wyatt in einem Interview mit der Musikzeitschrift Intro (Ausgabe 201)  bewusst mit so großem Interpretationsspielraum gestaltet, damit das Kopfkino des Hörers und die Fantasie angeregt wird.

Fantasie ist überhaupt das Stichwort. „Happy To You“ besitzt mit seinen Ecken und Kanten und seinen unberechenbare Spielereien eine solch große klangliche, sowie strukturelle Vielfalt (böse Zungen sprechen hierbei von Überladenheit), bleibt aber trotzdem dem Konzept Pop treu, eben auf fantasievolle Art und Weise. Miike Snow ist ein tolles zweites Album gelungen, das in allen Lebenslagen Spaß macht: sei es beim gepflegten Nichts-Tun, beim Arbeiten, beim Tanzen oder eben beim Verrichten des Teufelswerks.

Miike Snow – Happy To You
Vö.: 16. März 2012, Smi Col (Sony Music)
www.miikesnow.com

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