Musik

Veröffentlicht am 15.07.2013 | von Benjamin

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CLOUDS – Ghost Systems Rave

Clouds - Ghost Systems Rave

Allzu lang ist die Karriere der beiden Schotten Calum MacLeod und Liam Robertson noch nicht,  was vor allem an ihrem Alter liegt.  Dafür kann sich das Duo schon einiges auf die Fahne schreiben in Sachen Musikhistorie, denn sie waren maßgeblich an der ‚New Jack Techno‚-Welle der letzten Jahre beteiligt, die von einer Veröffentlichung auf Tigas Turbo Label losgetreten worden ist.

Umso gespannter konnte man sein, als die beiden ihr erstes Album ankündigten und sich zu diesem Zweck zwei Wochen in eine Scheune zurückzogen, um 14 Tage 14 Stücke zusammenzuschrauben. Und schrauben ist tatsächlich ein treffendes Verb angesichts des Old-School-Rave- und Warehousesounds, den sie auf dem Album an den Tag legen.

Trotz des albumumfassenden maschinellen Klangs und den roughen Beats, verstecken sich doch auch einige Überraschungen zwischen den düsteren Technomonstern. ‚Future 1‚ beispielsweise ist eine Hommage an die frühen 90er Jahre und deren ravige Trancehymnen, die sich hier in die Gegenwart gerettet finden, garniert mit einem minismalistischem ‚Yeah‘-Vocal. Dieses schlägt auch gleich die Brücke zum nächsten Stück ‚Uondapaturu‚, in dem sich das Stimmenversatzstück etwas aufgehellt wieder erkennen lässt, dieses mal aber mit deutlich mehr Gewicht und untermalt von einer redundanten Synthschleife und analgonen High-Hats.

Das deutlich experimentellste Stück  ist vielleicht ‚Roche Lobe (System)‚, das durch seine Melodiösität aus dem Rahmen fällt. Aber die Verschnaufpause hält nicht lange an und schon wird man wieder mit harten Basslines bombardiert. ‚Uiqwenmokdan‚ ist sicher eines der dunkelsten, wenn auch besten Stücke der Platte. Die rollenden Subbässe, die gepitchten High-Hats und das Vocodersample machen die Stücke von Clouds unverwechselbar.

Ebenfalls ein Markenzeichen sind die kleinen Noise-Elemente, mit denen immer gern gespielt wird und die auch in ‚Modular Scarf‚ zum Einsatz kommen, ein Stück, das seine Anhänger eher unter den Freunden von minimalistischerem Techno finden dürfte. Auch  ‚Skeleton Island‚ sticht  durch sein Buildup als Komposition hervor, die seines Gleichen sucht.

Mit diesem Album dürfen sich die beiden Youngsters von Clouds einen Platz unter den renommiertesten Künstlern in der Szene gesichert haben. ‚Ghost Systems Rave‚ ist sicher eines der besten Techno Alben in diesem Jahr!

Clouds – Ghost Systems Rave
VÖ: 01. Juli 2013, Turbo Records
www.thisisclouds.net

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