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Veröffentlicht am 25.09.2013 | von Eva-Marie

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EBONY BONES! – Behold, A Pale Horse

I’ll be there to step by your side
all that I am and all that I do
You and I, we will be I.N.V.I.N.C.I.B.L.E.

(Ebony Bones! – I.N.V.I.N.C.I.B.L.E.)

Ebony Thomas, besser bekannt als Ebony Bones!, ist wieder da. Warum eigentlich das Ausrufezeichen hinter dem Künstlernamen? Na, weil es da hingehört. Der Sound sperrig, laut und tanzbar. Im Gegensatz zum ersten Album hat sie nun wirklich abschließend bewiesen, dass in ihr mehr als nur ein singender Soap-Star steckt, der mal eben Lust auf einen kleinen Ausflug in die Musik hatte. Es ist düsterer um die Künstlerin geworden, die Musik wobbelt mehr und es klingt nach Ecken und Kanten, die jedes Rhythmusherz höher schlagen lassen dürften. Als säße man auf einer dieser Massage-Stühle im Kaufhaus, nur ist die Sicherung rausgeknallt. Es wackelt, die Leute gucken komisch, aber es fühlt sich immer noch gut an.

Auf ‚Behold, A Pale Horse‚ geht der Klang weit nach vorne, oben, unten und von rechts nach links. Die eineinhalbminütige Einstimmung ‚Behold, A Pale Horse‚ in Form eines reitenden, klappernden Schlagzeugs, spärlichen Gesang und düster streichender Deepness, verspricht eine lange und intensive Reise durch die Welt einer Ebony Bones! Der zweite Song ‚I See I Say‚ fügt sich zahnlos in die Szenerie, zu dem uns der Einsteiger den Vorhang geöffnet hat. Meine Damen und Herren, mit einer tiefen Verbeugung weisen uns die Drums den Weg in die Manege und werden dabei von hypnotischen Frauengesang angetrieben. Ab in die Mitte! Die Songs von Ebony Bones! bahnen sich entspannt ihren Weg auf den Siedepunkt. Tiefer Gesang, immer wieder eingeholt von akustischen Seifenblasen und schlenderten Dschungelbewohnern bei ‚Mystery Babylon Ballroom‚, verträumter Flow, flehender Gesang mit Soul im Refrain bei ‚While The People S.L.E.E.P‚ und dann ist da auf einmal ‚Neu World Blues‘ mit Kindern, die Yaaay rufen, diesen Quietschen im Gesang und ja, man möchte sich bewegen – zwar ziemlich unkontrolliert, aber zwischen all dem, ich vermute mal, Konfetti- und Glitzerregen, sieht das eh keiner. Der nächste Song heißt sicherlich nicht umsonst ‚Breathe‚, denn Durchatmen ist keine verkehrte Idee, nachdem man mehrmals in der Manege des Bones!-Zirkus herumgewirbelt wurde. Fast ein bisschen verkitscht kommt es daher, dieses Duett, dass ohne den einschlägigen Beat komplett an Substanz verloren hätte. ‚I.N.V.I.N.C.I.B.L.E.‚ dann wieder etwas ganz anderes; ein wenig bedrückend und doch eingängig, trägt sie uns diesen stolpernden Lovesong vor.

‚Behold, A Pale Horse‘ hat der Künstlerin Ebony Bones! eine neue Richtung gegeben. In der düsteren Manege des Lebens findet sie ihre Diamanten, die sie in komplexe Songs schnürt. Dabei klingt sie manchmal nach The Rapture und manchmal nach anderen bekannten Vertreterinnen ihres Genres wie M.I.A. oder Santigold. Auf alle Fälle ein hörenswertes Album, wobei sie gerne noch den ein oder anderen Schüttel-Song mit hätte einbauen können. Wer Lust auf ein bisschen wobbelige Tiefe, Liebe und markanten Frauengesang hat, ist hier genau an der richtigen Adresse.

Ebony Bones! – Behold, A Pale Horse
VÖ: 30. August 2013, 1984 Records, Rough Trade
www.iamebonybones.com
www.facebook.com/iamebonybones

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