EMILY JANE WHITE – Blood / Lines

Emily Jane White - Blood / Lines CD-Kritik

And please take with you
This piece of fragile gold

(Emily Jane White – The Wolves)

Sie könnte die kleine gruftige Schwester von Florence Welch sein und obwohl ihre Stimme und die Musik an die britische Sängerin erinnern, verbreitet Emily Jane White ihren ganz eigenen Charme. Ihr neues Album ‘Blood / Lines‘ klingt rauer, kantiger und in der Tat ziemlich düster.
Gerade erst war Tag der Veröffentlichung und da lassen wir es uns nicht nehmen, ein paar Worte zu finden, aufzuschreiben und mit euch zu teilen.

Dramatisch und nicht ganz ohne Kitsch kommt Emily Jane White mit ihren neun Songs daher. Ein wunderbarer Einstieg findet sich mit ‘My Beloved‘. Jedes Instrument bekommt seinen Auftritt von E-Gitarre, Klavier, marschierendem Snare-Spiel, bis hin zum Streichereinsatz. Allerdings muss man auch sagen, dass der Song erst nach mehrmaligem Hören einen so wichtigen Charakter für das Album bildet. Es holpert beim anfänglichen Hören, nicht wegen der Qualität der Lieder, sondern weil der zweite Teil der Platte stimmiger bzw. auffälliger ist und somit mehr im Kopf hängen bleibt. Man kann schon sagen, das die ersten Lieder darunter ‘Faster Than The Devil‘ und ‘Keeley‘ eigentlich langweilig wirken.
Die große Wende – sehen wir vom Opener ab – liefert uns dann erst ziemlich spät ‘Holiday Song‘. Durch die Notenläufe bei Klavier und Streichern wird das Tempo angezogen und die Musik bekommt etwas Treibendes. Auch ‘The Roses‘ und ‘The Wolves‘ tragen zu einem gelungenen Ende bei, sodass man das Album sofort wieder hören möchte. Wie gesagt, es dauert etwas, bis man von der ersten Hälfte nicht mehr enttäuscht ist bzw. ihr auch einmal aufmerksam zuhören kann. Dann entwickelt sich von selbst eine ganz selbstverständliche Sympathie.

Emily Jane White – Blood / Lines
VÖ: 11. Oktober 2013, Talitres
www.emilyjanewhite.com

[soundcloud params=”auto_play=false&show_comments=true&color=0ac4ff”]https://soundcloud.com/talitres/emily-jane-white-holiday[/soundcloud]