Kritik

Veröffentlicht am 11.04.2014 | von Tobias

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INSIDE LLEWYN DAVIS – Filmkritik & Verlosung

Naja, wenn du davon leben kannst, gratuliere ich.  

(Roland Turner – Inside Llewyn Davis)

Llewyn Davis (Oscar Isaac) versucht in der Folkszene New Yorks im Jahr 1961 Fuß zu fassen. Wenige Jahre vor Bob Dylan ist dieses Unterfangen nicht so einfach. Doch Llewyn lässt sich nicht unterkriegen. Abend für Abend spielt er in kleinen Cafés und Kneipen um seinem Traum von der Musik leben zu können etwas näher zu kommen. Mittlerweile ist er obdachlos und auch seine ehemalige Freundin Jean Berkey (Carrey Mulligan) ist nicht gut auf den Musiker zu sprechen. So kämpft sich Llewyn Davis durch seine ganz eigene Odyssee.

Vor 16 Jahren kaufte ein etwas heruntergekommener Typ mitten in der Nacht eine Packung Milch um sich daheim einen White Russian mixen zu können. Der Spitzname dieses Typen war einfach ‚The Dude’. Der Film um den es sich hier handelt ist ‚The Big Lebowski’. Er verhalf den Brüdern Coen zu absolutem Kultstatus, welcher bis heute anhält. Natürlich hatten sie davor mit ‚Fargo‚ oder ‚Miller`s Crossing’ Filme geschaffen, die ihn Qualität und Coolness weit hervorragten. Es ist faszinierend zu sehen, wie sie es geschafft haben über die lange Zeit ihres Schaffens immer wieder neue Thematiken anzugehen und nie langweilig oder beliebig zu werden.

Mit ‚Inside Llewyn Davis’ versuchen die Brüder nun den Beginn der Folkszene aufzuarbeiten. Nicht verwunderlich, spielt doch Musik immer eine besondere Rolle in jedem Coen Film. Es ist ebenfalls nicht verwunderlich, dass sie sich nicht plakativ an Künstlern wie Bob Dylan abarbeiten, sondern ihren Film vor dem großen Hype ansiedeln und mehr ein Lebensgefühl darstellen wollen, anstatt eine künstlerische Verbeugung zu inszenieren.

Drei Jahre sind vergangen, seit man einen Film von den Coens bestaunen durfte. Der Aufwand und die Detailversessenheit spürt man in jeder Szene. Es fühlt sich an, als wären die Filmemacher in eine Zeitmaschine gefahren und hätten den Film direkt in Greenwich Village der 60er Jahre gedreht. Ein Flair wie er nicht oft in Filme zu sehen ist und ungemein hilft in das Lebensgefühlt einzusteigen.

Oscar Isaac verkörpert den vom Pech verfolgten Folksänger überzeugend und ist ein Glücksgriff, da er sowohl musikalisches als auch schauspielerisches Talent in einer Person vereint. Ihm gegenüber spielt Carrey Mulligan wie immer charmant und großartig als zickiger Gegenpart, die eigentlich gar nichts mit der Welt des Musikers zu tun haben will, es aber auch nicht schafft sich davon zu emanzipieren.

Ein großer Nachteil der Geschichte ist, dass die Coens anscheinend versucht haben die Reise des Odysseus nachzustellen. Dabei berufen sie sich mehrmals auf ihren Film ‚O Brother, Where Art Thou?’. Immer wieder hat man das Gefühl Szenen schon in anderer Form gesehen zu haben und wundert sich dann über die Einfallslosigkeit. Sehr schnell flacht die Story dann ab und schafft es nicht einen direkten Schwerpunkt zu setzen. Fasst fahrig werden Szenarien und Orte vermischt.

Natürlich ist es fast unmöglich, dass Joel und Ethan Coen einen schlechten Film machen. Zu klar ist ihr filmisches Gespür und ihre Schaffenskraft. ‚Inside Llewyn Davis’ wurde oft als bester Film des Jahres betitelt. Das ist überspitzt und verwunderlich. Der Film ist einer der Schwächeren und bewegt sich oftmals an der Grenze zu langweilig. Glück, dass Schauspieler, Soundtrack und ein ausgezeichnetes Szenenbild Schlimmeres verhindern.

Regie: Ethan Coen, Joel Coen
Darsteller: Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, Justin Timberlake
DVD-VÖ: 10. April 2014, STUDIOCANAL

In Zusammenarbeit mit STUDIOCANAL verlosen wir 1 Exemplar der DVD und 1 Exemplar der BluRay von ‘Inside Llewyn Davis’ inklusive der Konzertdokumentation ‚ANOTHER DAY, ANOTHER TIME‚ – ihr wollt gewinnen? Dann schreibt uns bis zum 18. April eine Mail mit eurer Adresse bzw. dem Betreff ‘Inside’ an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück habt ihr schon bald Gewinnpost von uns in eurem Briefkasten!

 

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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