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Veröffentlicht am 29.10.2014 | von Eva-Marie

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ERLEND ØYE – Legao

The butter flowers are in bloom
But you’re staying in
The beauty that you know from before
Don’t mean a thing now

Loving you is like waiting for the rain to come
Loving you is like waiting for the rain to come
Loving you is like waiting for the rain to come

(Erlend Øye – Rainman)

Drei Takte reichen aus, um ‚Legao‚ als ein Erlend Øye-Album zu identifizieren. Diesen Wiedererkennungswert hat er sich über die Jahre mit seinen Bands Kings Of Convenience und The Whitest Boy Alive erspielt und einfach mal so den Style einer jungen Generation von Konzertgängern geprägt. Für sein zweite Soloalbum hat er offensichtlich tief in der Plattenkiste gewühlt, um einiges an Reggae-Platten heraus zu fischen. Die hat er dann offenbar immer und immer wieder gehört, bis daraus aus eine Art Nordic Reggae entstanden ist. Dieser Genre-Begriff kursiert zumindest seitdem im Netz.

Der rote Faden sind die entspannten Beats. Die sind jetzt nicht neu bei Erlend Øye, aber in dieser monotonen Reggae-Variante schon drastisch. Jeder nicht allzu große Fan des Genres wird erstmal ins Grübeln kommen, ob man dem Norweger das überhaupt abkaufen kann. Aber das passiert etwas Verrücktes: Man mag es. Von der Stimme, die schon beim ersten Song ‚Fence Me In‚ sowas verdammt Vertrautes hat, wird dieser Genre-Ausflug getragen – zumindest größtenteils. Eine gewissen Naivität hatten die Songs des Musikers schon immer inne und das wird bei diesem Album besonders deutlich. In ‚Say Goodbye‚ stellt er Abschiede in Frage und fordert lieber eine zweite Chance. Nicht loslassen, aber zusammen weitertreiben. Eine angenehm kindliche Analogie.

Simple Weisheiten, die sich in die Unterstatement-Melodien einfügen und manchmal einfach an einem vorbeiziehen. So stoßen Songs wie ‚Peng Pong‚ und ‚Whistler‚ dann doch wegen ihrer Gleichförmigkeit an die Grenzen der Aufmerksamkeit des Hörers. Die Reggae-Beats sind mit der Zeit dann doch etwas überportioniert, sodass das ruhige Klavierstück ‚Who Do You Report To‚ daneben glänzt, da es gänzlich auf Orgeln und Kopfnick-Sound verzichtet. Gerade die ruhigen kann er eben einfach am besten. Und dann ist da noch der sehr tolle ‚Rainman‚, dem das Zitat „Loving you is like waiting for the rain to come“ entnommen ist. Die schöne und vielschichtige Metapher blieb schon nach dem ersten Durchhören im Ohr.

‚Legao‘ ist eigentlich eine Frühlings/Sommer-Platte und wird sich wahrscheinlich erst da in ihrer vollen Schönheit präsentieren können, nämlich auf den frühmorgendlichen Floors. Genau dann, wenn die Sonne gerade aufgeht, man aber gerne mit Augen zu noch ein bisschen weiter tanzen möchte; genau dann wäre ‚Rainman‘ der passende Song. Bis dahin kann man die Reggae-Einflüsse durchaus hinnehmen, auch wenn aufgrund dessen keine Dauerrotation der Platte möglich ist.

3-4von5

Erlend Øye – Legao
VÖ: 03. Oktober 2014, Bubbles Records
www.facebook.com/pages/Erlend-Øye-Artist-Page/126102480742765

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