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Veröffentlicht am 11.01.2016 | von Lisa Wilde

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JENNYLEE – Right On!

Jennylee - Right on! CD-Kritik

If you see me move my body
That’s the sign to, that’s the sign to
If you see me move my body

Boom boom
It’s society
It’s society
Can you feel me shake my body
From left to the right
Theres no faking
The shaking goes like
Boom boom

(jennylee – boom boom)

Die Soloprojekte von Mitgliedern lieb gewonnener Bands verfolgt man für normal mit großer Spannung: Zwischen abgeklatschten Beiwerken, hin zu absoluten Nullnummern, verbergen sich hier und da auch echte Perlen.  Warpaints Bassistin Jenny Lee Lindberg wagte den Schritt und veröffentlichte vergangenen Dezember ihr Debütalbum ‚Right On!‘. Und dort lohnt es sich zumindest mal reinzuhören.

Was man diesem Album und generell Jennylee als Musikerin zu allererst zu Gute halten muss ist, dass es sicherlich alles andere als einfach ist, als Bassistin Songs zu schreiben, die sich melodisch tragen. Das erfordert jenes Gespür, dass über die rhythmische Genauigkeit, die mindestens genauso wichtig ist, hinausgeht. Und dieses stellt sie in vielen Songs und Passagen unter Beweis. Side-Info: Neben Norm Block (Plexi, Mark Lanegan), Dan Elkan (Them Hills, Broken Bells) hört man auch Jennylees Bandkollegin und Schlagzeugerin Stella Mozgawa auf der Platte, sicherlich begünstigt das die szenenweise Ähnlichkeit zu Warpaint noch mal mehr. Aber zurück – beginnend mit ‚Blind‘ führt das 10-Tracks beinhaltende Right On! in den so melancholisch, spährischen Charakter ein, der das Album nie so ganz loslassen will. Etwas übermäßig in die Länge gezogen, etwas leidend und der Hörer wartet vergeblich auf Regung – die er im nächsten ‚boom boom‘ findet. Hier stößt man auf den angekündigten hypnotischen Dreampop, auf die Mehrstimmigkeit und somit doch auf  einen Warpaint ähnlichen Sound.

Die Single ‚Never‘ bleibt zumindest subjektiv betrachtet das Highlight – zu dem „Joy Division“-Moment den man am Anfang erlebt, gesellt sich auch noch eine gesunde Dynamik, die man beim Rest vermisst. Auch die restlichen Songs schweben leider monoton, höhepunktslos vor sich hin und landen schließlich in der Versenkung. Plötzliche Lautstärke und Schnelligkeit wie etwa bei ‚Riot‘ nimmt man zusätzlich eher als überambitioniert und hektisch wahr. Die Songs finden nicht ihren Fluss.

Insgesamt ein Album, das nicht zwangsläufig im Gedächtnis bleibt und sich viel mehr nach Selbst-Therapie anhört als nach einem Dreampop-Wunder.

Bildschirmfoto 2016-01-04 um 22.47.09

Jennylee – right on!
Vö: 11. Dezember 2015, Rough Trade Records
www.jennyleelindberg.com
www.facebook.com/jennylee.right.on


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