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Veröffentlicht am 25.07.2019 | von Silvia Silko

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ROSKILDE FESTIVAL – der alte Streber


Foto-© Stiig Hougesen

Das Roskilde Festival fand vom 29. bis 7. Juli 2019 zum 49. Mal statt. Um mal gleich bei handfesten Nummern zu bleiben: an den 8 Tagen kamen 140.000 Besuchende in das dänische Städtchen und 30.000 Freiwillige halfen dabei, die Veranstaltung zu dem zu machen, was sie ist: Eine Veranstaltung, die den Begriff “Festival” ganz eigen ausfüllt. Das Roskilde spendet alles an Gewinnen an einen guten Zweck. Teilweise sind Volunteers des Roskilde das ganze Jahr über tätig oder nehmen ihren Jahresurlaub um hier am Start zu sein. Dabei werden regelmäßig Standards neu geschaffen und Superlative erreicht.

Musikalisch wurde es vor allem an den vier Haupttagen spannend: Von Mittwoch bis Samstag hat man als Besuchender permanent die Qual der Wahl dank des hochkarätigen und diversen Line Ups und kommt eigentlich aus dem Staunen, sich freuen, überrascht sein und tanzen gar nicht raus. Das von Tuborg eigens gebraute Festivalbier hilft dabei durchaus auch. Bob Dylan, Tears For Fears, Noel Gallagher, Wu-Tang Clan bilden an der klanglichen Front Klassiker und Helden der eigenen Jugend, die man hier bei bestem Sound endlich auch mal live sehen konnte – und die hier mitunter bewiesen, warum sie eigentlich Popgeschichte geschrieben haben. The Cure etwa spielten ganze zwei fulminante Stunden und waren großartig!

Aber auch die Headliner sprachen für sich: Card B, Travis Scott – da bleibt kein Mainstream-Wunsch offen. Während allerdings Cardi B während ihrer 45 Minuten auf der Bühne etwas unmotiviert wirkte und das Publikum von ihr und ihrem Animateur zwischendurch mit “Hello Roxanne Festival in Danberg” angesprochen wurden, überzeugte an der Hip Hop Front vor allem die gute Mischung an Stilen: Skepta, Saweetie, Koffee and the Raggamuffins Band, Denzel Curry, Cypress Hill. Die Freunde des Sprechgesangs dürften sich jedenfalls gefreut haben.

Eindeutige Highlights waren allerdings zwei wundervolle Damen: Lizzo bewies eindrucksvoll, dass es verdammt gute Gründe dafür gibt, warum sie es in nicht mal einem Jahr vom Geheimtipp zum Hypetipp geschafft hat. Und Rosalía zeigte anhand stimmlicher Seiltänze und Bühnenshow wie das eigentlich geht, mit dem luxuriösen und vollkommen coolen Latino-Pop.

Man kann es nicht anders sagen: Ist schon ein verdammt großartiges Festival, das Roskilde. Zumal vor allem die friedliche, positive Stimmung auffällt, die bei der Größenordnung absolut nicht selbstverständlich ist. Neben dem musikalischen Angebot gibt es übrigens noch so viel mehr zu entdecken – Kunst, Food und Aktivismus sind nur ein paar der Bereiche, die hier auch bespielt werden. Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig: Wir müssen nächstes Jahr wiederkommen und uns das noch mal genauer anschauen – ganz strebermäßig.

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