Interviews

Veröffentlicht am 8.07.2022 | von Stephan Strache

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EDWIN ROSEN – Interview

Foto-© Stephan Strache

Wir treffen Edwin Rosen Anfang Juni beim Way Back When Festival in Dortmund samt seinem Manager Luca am Merch Stand im Plausch mit seinen Fans. Luca bittet uns um ein klein wenig Geduld und holt uns währenddessen bereits zwei Getränke. Da wir die Dach-Terrasse des Junkyards als Ort für unser Interview auserkoren haben, im Open Air Bereich aber noch CATT spielt, entschließen wir uns mit den Portraits zu beginnen.

Lustig: bei der Frage wie es wäre ein eigenes Festival zu kuratieren, kommt Edwin ins schwärmen und erzählt von seinen Ideen – um heute nun sein Homecoming-Event in Esslingen für Dezember anzukündigen, mit Drangsal und Die Selektion, die er sich schon in Dortmund für sein Festival wünschte. Der VVK-Start für den Konzertabend von und mit Edwin Rosen, unter dem Titel „Erinnert dich der Winter, Du weißt nicht ganz an was“ startet ab sofort hier!

– leichter / kälter hast Du 2020 kurz vorm Pandemiebeginn veröffentlicht. Es wurde dann schnell zum Soundtrack dieser Tage. Wir fanden kaum einen Jahresrückblick, bei dem wir nicht darüber stolperten und es begleitete auch uns ziemlich intensiv.
 Zur Veröffentlichung gab es keine Infos zu Dir. Hast Du das bewusst lanciert?
Halb. Ich habe immer gerne Bands gehört, die ein bisschen mystisch waren. Man hat schon ein paar Interviews gefunden. Das war aber nie zu viel. Man weiß, der kommt aus New York, ist ungefähr so und so alt, benutzt dies und das. Aber dann wars das. Ich habe noch nie so plakative Interviews das Lied sagt dies und das aus geschätzt.
Und ich studiere nebenbei ja immer noch. Beim Release war gerade Prüfungsphase. Ich habe das Lied aufgenommen im Oktober. Raus kam es dann zu Beginn des Jahres darauf. In meinem Prüfungszeitraum hatte ich gar keine Zeit mir Gedanken zu machen und der Gedanke dahinter war auch nie, erfolgreich damit zu werden. Es war eher so: eh cool, ich habe ein Lied und ich möchte es raushauen. Raus damit und dann wird es schon irgendwie vielleicht Leute finden. Vielleicht auch nicht. Und dann war das auch cool. Die eigentliche Motivation war immer live zu spielen. Der Luca, den ihr unten bereits kennengelernt habt spielt auch in einer Band: Die Selektion. Sie machen EBM angehauchten Wave mit sehr technoiden Drums. Ich habe sie sehr oft gesehen, weil sie in Esslingen viele coole Konzerte im Komma organisiert haben. Und in dem Club wollte ich auch super gerne mal einen Support spielen. Nach der Uni irgendwo hin und Shows spielen. Meine Intention war dann was zu machen, um Shows zu spielen und das ist dann etwas mehr ins Rollen gekommen.

– Ich kenne in Stuttgart sonst die Wagenhalle. Und dachte dort geht sonst viel. Wieder was gelernt, dass Esslingen dort der Place to be ist.
Genau, es gab den Kellerclub (mittlerweile abgerissen) oder das Universum. Ich habe früher super viel Pop Punk gehört. Der Luca hat halt super viel Wave und Post-Punk gebucht, bevor der Hype durchs Internet kam. Weil er Liebhaber der Musik ist. Gerade so Motorama aus Russland und all so etwas. Ich war halt Fan von den Bands und dachte, wie krass, dass die nach Esslingen kommen. So gehst Du sie Dir auch anschauen. Sonst machen sie halt Stopp in Berlin und München. Und Esslingen. Das hat mich musikalisch sehr sozialisiert. Mein erstes Gothic Post-Punk Konzert war dann auch Bleib Modern dort. Da war ich mit nem Kumpel der sonst so Classic Rock und viel 50s Zeug hört. Bleib Modern hatten damals eine sehr kantige Beamershow mit einem alten Pornofilm von Nonnen, die sich auspeitschen in Schwarz-Weiss. Und wir standen beide dort und dachten, wo sind wir gelandet. Aber es hat mich auch so reingezogen, weil es abstrakter war als alles, was ich bisher kannte. Und so hat es mich dann immer wieder dorthin gezogen.

– Ich denke bei Stuttgart immer an Die Nerven.
Klar die Nerven. Max Rieger ist Gründungsmitglied von Die Selektion und er war auf der gleichen Schule wie ich. Drei oder vier Stufen über mir.

– Was geht sonst musikalisch in Stuttgart?
Luis Ake. Den kennst Du vielleicht. Ist auch so Wave Schlager angehaucht.

– Wave Schlager ist für dich dann so etwas wie Drangsal?
Ne, Luis singt immer in so einem Falsett. Seine Instrumentals sind super ohrtreibend. Umweg ist mein Lieblinssong von ihm. Wenn man nichts von ihm kennt, kommt man da gut rein. Levin Goes Lightly kommen aus Stuttgart. Ist auch Post-Punk New Wave. Sie sind bei Tapete. Dadurch dass Luca so viel Gutes ins Komma gebucht hat und diese ganzen Bands dort waren, habe ich von allen etwas mitgenommen.

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– Denkst Du auch im Format Album? Bei deiner Produktion und deinem visuellen Output legst Du ja besonderen Wert auf Analoges. Du denkst gefühlt analog. Da müsste das Format Album Dir ja auch nahe sein.
Ich habe mich mit einem guten Freund vor kurzem noch darüber unterhalten. Weil ich das Format Album – gerade auch Konzeptalben – total gut finde. Es gibt Bands, die super gute Konzeptalben machen. Da steckt so viel dahinter. Man hört sie sich an und denkt, krass, steckt da eine Idee dahinter. Aber es entwickelt sich alles in Richtung Singles. Mit dem Streaming ist es nicht mehr so langlebig. Man hat kurze Aufmerksamkeit. Mir kommt es ganz gelegen, weil ich ja noch das Studium habe, eine Fernbeziehung mit meiner Freundin nach Österreich führe. Da geht immer viel Zeit drauf. Wenn ich dort bin habe ich kein Musikequipment. Das heißt ich bin dann dort immer nur mit dem Laptop und versuche irgendetwas zu machen. Wenn ich dann etwas habe, würde ich es auch gerne raushauen. Ich denke daher eher in Singles und EPs gerade.

– Du studierst Englisch und Philosophie auf Lehramt. Sagt dir Messer etwas? Die Band von Hendrik Otremba. Er macht ja alles. Neben Musik, fotografiert er, schreibt er (aktuell finalisiert er seinen dritten Roman) und malt. Total krass. Bei Hendrik Otremba las ich mal, dass ihm der Fokus auf andere Sprachen half, Deutsch anders wahrzunehmen.
Wie schaffst Du das? Denn kaum jemand versteht es aktuell so gut, Lieder so schön in deutscher Sprache zu kleiden.
Hendrik Otremba kenne ich natürlich. Als ich dann angefangen hab auf Deutsch zu texten, habe ich auch mal kurz gedacht, wie blöd warst du, dass du nicht Deutsch studierst. Dann hättest du im Studium mehr Literatur behandelt. Ich lese nebenbei auch gerne, aber es ist was anderes, wenn du es studierst. Wenn du dich hinsetzt und es durchnimmst und verstehen willst und musst. Aber vielleicht ist es auch ganz praktisch mit Englisch, um mich herum, so dass ich nicht überall so viel mit der deutschen Sprache beworfen werde. Das macht es dann ganz organisch, auf Deutsch zu schreiben. Und da haben die Selektion auf jeden Fall auch noch einen riesigen Einfluss, weil sie auf deutsch getextet haben. Und ich immer dachte, auf Englisch kann man immer alles singen und es funktioniert immer irgendwie. Sobald man Texte dann aber von Englisch ins Deutsche übersetzt wird es oft schnulzig oder langweilig. Es ist für mich eine Herausforderung. Simple deutsche Texte funktionieren oft gut. Man braucht nicht viel, um seine Message rüberzubringen. Deshalb sind meine Texte oft auch eher einfach gehalten. Auch da hat mir die Selektion sehr geholfen, weil die auch so ein bisschen repetitiv sind, ein paar Sätze, wo man so denkt, krass, das bleibt im Ohr. Und dann wird darum gebaut. Das hat mich sehr beeinflusst, wie ich Texte bastle.

– Du hast letztes Jahr das Maifeld Derby – unter anderen mit Drangsal – gespielt. Ihr habt dann dort gemeinsam Wir Sind Helden gecovert. Wie kam es dazu?
Das war cool. Wir sind hingekommen und ich war und bin immer noch großer Drangsal Fan. Das war auch ein Punkt: deutsche Musik kann auch anders. War halt cool da anzukommen: „Hey Drangsal, ich liebe, was Du machst. Wir spielen da ein Cover, hast Du Bock vielleicht mitzumachen?“ „Ja klar, witziger Text.“ Dann halt auf die Bühne gekommen. Es hat super geklappt. Ultra lieber Typ. Was natürlich umso schöner ist, wenn man so einen Jugendhelden kennenlernt und dann denkt, es ist auch noch ein ultraliebenswerter Kerl. War ein kleiner Ritterschlag. Das hat sehr gut getan.

– Wie ist es überhaupt jetzt wieder live zu spielen? Deine Februar Tour wurde wegen Corona in den Frühsommer verschoben und ist bereits komplett ausverkauft und das, obwohl du oft sogar zweimal in jeder Stadt spielst.
Genau, dadurch, dass es verschoben wurde, haben es natürlich nochmal mehr Leute gefunden und es gab nochmals mehr Ansturm. Da dachten wir uns, es wäre cool wenn nochmals mehr Konzerte stattfinden könnten. Vom Booking angeboten war entweder auf größere Läden buchen oder aber versuchen in den gleichen Läden doppelte Shows zu spielen. Da ich selbst gerne auf kleinere Konzerte gehe und so 300 bis 500 Leute ne super Größe für Konzerte finde ist es dann auf die Doppelshows hinausgelaufen.

– Mega sympathisch. In Köln spielst Du im Gebäude 9. Das ist eine super Größe, in der noch eine Intimität entsteht, die es wahrscheinlich, so wie du gerade alles abreißt, demnächst nicht mehr gibt. Sonst musst du ne Woche da spielen.
Ich mag das super gerne. So bei 300 bis 500. Es ist voll. Es sind viele Leute. Aber es ist nicht so, dass es eine Masse wird. Man kann immer noch gucken. Man sieht immer noch Gesichter. Man hat nicht so viel Platz zwischen Publikum und Bühne. Es ist alles so natürlich. Bei großen Venues ist ein Musiker auf der Bühne und ist drei oder vier Meter entfernt. Es hat so eine Ferne, die ich nicht gerne mag. Ich komme halt aus dem Pop-Punk, Hardcore und Melodic Hardcore Hintergrund. Auf diesen Shows gehört die Bühne auch dem Publikum. Du kannst auf die Bühne stagediven. Was sich halt bei meiner Musik nicht so anbietet. Aber es ist mir immer sympathischer, wenn die Band und das Publikum sich Face to Face gegenüberstehen und keine Distanz herrscht. Deshalb sind kleine Größen auch immer mein bevorzugtes Ding.

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– Dann passt es heute ja auch super, dass du hier beim Way Back When im Club spielst. Wobei es wahrscheinlich später arg eng wird.
Tatsächlich kann ich mir auch denken, dass es dem Vibe gut tut, dass es im Dunkeln stattfindet. Wir haben eine Lichtshow dabei. Ich glaube, dass es im Dunklen cooler kommt. Und dann noch die Größe. Die mag ich sehr. Ich glaube, dass kommt später ganz gut.

– Noch einmal möchte ich gerne zu NDW zurückkommen. Als ich dich das erste Mal hörte, musste ich direkt an Grauzone denken. Ist NDW auch ein Einfluss von Dir?
Total. Ich liebe Grauzone. Es ist „neueneuedeutschewelle“. Es ist viel Minimal Wave Einfluss. Es gibt eine Zusammenstellung „So was von Egal“, kleine Minimal Wave Sachen aus Deutschland. So was wie Silberstreif. Es ist sehr minimalistisch. Meist nur vier Spuren und dominante Synthies. Durch meine Eltern habe ich viel Joachim Witt und Hubert Kah mitgenommen. Mit selber Musikentdecken, eben Grauzone und DAF gefunden. Auch durch Luca. Luca ist ein riesiger DAF Fan. Das ist die Musik, die auch durch meine Eltern immer sehr präsent war. Wenn wir Auto gefahren sind, lief diese Musik. Es kam auf Neujahr was im Fernsehen und es lief Hubert Kah und er spielte was im Fernsehen. Es war immer halt so ein bisschen da. Und irgendwann bin ich dann halt mehr eingetaucht. Auch in diese Deprie-Punk-Sachen aus Stuttgart, Friedensstürme und EA80 und so etwas. Das war textlich für mich auch immer eine rießen Inspiration. Die Texte von EA80 sind bei mir auf ganz hohem Level. Wenn ich die lese und denke, das ist total schön geschrieben. Was ich cool finde, weil viele Leute denken, Punk ist immer nur voran. EA80 hat einfach total schöne Texte. Es war so natürlich, dass ich diese Musik kannte und dadurch, dass meine Affinität zu New Wave und Post-Punk gekommen ist, will man natürlich auch wissen woher diese Musik kommt. Und auch wenn es mit modernen Bands angefangen hat, beginnt dann das Suchen. Da steht, es klingt wie Band xy. Dann höre ich mir mal Band xy an. Und dann kommt man in so einen Strudel. Die Band hat dann mit der Band was gemacht, die waren beide vom gleichen Produzenten. Das ist dann zu einem organischen Prozess geworden. Einfach von allem etwas anzuhören, zu sortieren und mitzunehmen. Grauzone ist für mich auch eine der größten Bands der Zeit. Damals waren sie ein One Hit Wonder mit Eisbär. Obwohl das Album Sunrise Tapes so super ist. Ich spiele z.B. auch Marmelade und Himbeereis als Cover gleich, weil es für mich eines der schönsten Liebeslieder überhaupt ist. Der Text und wie es gesungen ist und alles. Das passt alles total. Das ist ein rießen Einfluss für mich. Es freut mich daher unheimlich, dass du bei mir an Grauzone denken musst.

– Ich habe Grauzone das erstes Mal auf einem Elektro Festival gehört. Solomun, ein kroatischer House DJ (aus Düsseldorf) hat sein Set mit Eisbär von Grauzone beendet. Es passte nicht unbedingt, aber war das beste und mich am nachhaltigsten beeindruckende Lied aus dem Set. Es war mega gut.
Wie krass. Aber Brüche sind oftmals toll, bereichernd und bleiben hängen.

– Was ist bei Dir zuerst: Text oder Musik?
Immer zuerst die Musik. Es ist so, dass mir Texten oft noch schwer fällt. Ich habe einen Kumpel, Andreas, Saló als Musiker. Mit ihm unterhalte ich mich oft, weil ich seine Texte gerne mag. Er erzählt mir, manchmal sitzt er in der Bahn und dann kommt ihm ein Liedtext und er textet es dann runter: Vers, Chorus, alles. Das ist mir so noch nie passiert. Bei mir ist es eher so Baustellenmäßig. Ich baue mir dann meistens einen Loop. Meine Musik wiederholt sich auch andauernd. Sie ist meist Loop basiert. Das heißt, ich habe dann meist eine Grundmelodie. Der Drum Rhythmus ist dann meistens Click, 1, 2, 3, 4 und die Snare dazwischen. Das ist immer sehr simpel. Und ich höre mir das dann an, bis ich ein Bild vor Augen habe, etwas Visuelles oder ein Gefühl, was dabei hochkommt, wenn ich es selber höre. Dann versuche ich es in Worte zu fassen. Lalle etwas vor mich hin bis ich einen Satz finde. Anfangs ist es durchaus chaotisch und auf gut Glück. Und dann baue ich um diesen Satz herum, und versuche das Gefühl, das innere Bild im Text festzuhalten. Aber es ist für mich nicht leicht, weil ich oft finde, es wird vielleicht zu banal, zu plakativ, zu schnulzig, so dass hier auch schon einmal Sachen verworfen werden. Ich fühle mich in dem Prozess noch nicht so sicher, dass ich sage, ich kann mich einfach hinsetzen und einen Liedtext schreiben und bin dann happy damit. Wobei ich hoffe, dass es in Zukunft mit mehr Übung weniger erschreckend wird, Texte für mich zu schreiben. Ich habe sehr viele Instrumentals herumliegen und denke, ich mag das Instrumental sehr gerne und möchte es nicht mit einem Text in den Sand setzen, weil der mir im Moment noch nicht gefällt. Immer Musik zuerst und dann sortiert es sich auch recht schnell aus, wenn ich die Demos höre. Das Instrumental nehme ich raus, weil da nicht so viel passiert vorm inneren Auge. Da kommt dann recht organisch, was ich ausbaue und was nicht.

– Und Du merkst dann einfach für dich irgendwann, es ist rund?
Meistens. Es kommt immer der Punkt. Gerade spiele ich ein Lied, das ist noch nicht draußen. Das heißt 21 Nächte wach. Wo ich einen Text habe, aber der wiederholt sich einfach nur zweimal. Eine Bridge wäre cool. Und dann setze ich mich hin und schreibe die Bridge für das Lied. Schreibe was auf. Könnte man schon so machen. Aber perfekt ist es noch nicht. Ich würde sagen, es ist fertig. Aber es könnte auch noch mehr passieren. Und dann ist es manchmal so ein Hin- und Her-Spiel, zwischen lass ich es so oder probiere ich noch irgend etwas. Aber dann kommt es recht schnell, wenn ich merke, das ist es nicht. Dann lasse ich es so, wie es vorher war.

– Wenn Du ein eigenes Festival kuratieren könntest: Wer müsste unbedingt mit dabei sein?
Ein kleines Festival. Es gibt total viele deutsche Musiker und Musikerinnen, die in die Richtung gehen, die ich selbst mache. Daher würde ich total gerne ein Friends & Family Festival machen oder stumpf gesagt ein Festival in der Bubble machen und den Leuten eine Chance geben. Ich bin selbst ein Musikhörer, der gerne sucht. Also wenn ich was finde, gucke ich, was gefällt anderen, in der und der Playlist ist das drin, was ist da sonst noch drin. Und ich glaube, es gibt aber auch viele Leute, die hören, was da kommt. Und wenn man dann ein Festival macht, wo die kleinen Acts mit den größeren Acts spielen, aber alle eine Schnittmenge haben. Man lässt Drangsal spielen, Temmis aus Tübingen, Luis Ake. Alle, die im selben Dunstkreis stattfinden. So eher kleinere Acts, die mir sehr am Herzen liegen, wo ich sage, das wäre cool, wenn die die Leute finden. Gar nicht einmal unbedingt die großen Acts. Wobei Drangsal ja schon ein großer Name ist. Ich würde auch sehr gerne die Selektion spielen lassen. Weil es für mich einfach Einflüsse sind. Man soll ja durchaus Respekt zollen, seine Wurzeln kennen. Das ist, wo ich herkomme. Jetzt mache ich das. Und vielleicht macht ihr ja was anderes damit. Da kann man als Zuschauer sehen, wo man als Künstler herkommt.

– Du fotografierst viel analog. Hast Du einen Lieblingsfilm?
Natürlich, der Hype ist da: Cinestill mag ich sehr gerne. Ansonsten nehme ich echt alles, was ich bekomme. Ich fotografiere sehr gerne farbig. Abgelaufene Filme total gerne. Einfach weil man nicht weiß, was dabei rumkommt. Und generell alles, was hohen ISO hat. Ich mag Körnung. Ich fotografiere gerne im dämmernden Licht, in Unterführungen. Ultramaxx 400 fotografiere ich gerade sehr gerne, weil man den gerade recht billig bekommt. Es ist ja alles recht teuer geworden beim analogen Fotografieren. Aber da kostet ein 3er Pack aktuell 20,- Euro. Wo ich sage, das ist in Ordnung. Also eigentlich alles Farbe. Sehr hoher ISO, damit bin ich glücklich. Und ich pushe sehr gerne. Ich habe neulich Cinestill auf 3200 gepusht. Das war gar nichts. Das mit den abgelaufenen Film ist so ne Sache. Das kann voll in die Hose gehen oder aber super werden. Es kann großartig werden. Wir waren in Norwegen im Urlaub und wir hatten einen APS Film. Das Format wird ja nicht mehr hergestellt. Und da kam ein Film einfach rosa zurück. Wir haben Fotos gemacht: Bäume, schöner Gletschersee. Kam zurück, einfach eine rosa Masse. Das ist zu abgelaufen, damit kann man dann nicht so viel machen. Aber es gibt ja auch Filme, die dann schön körnig sind, die Farben bisschen dunkler, bisschen verzogen sind. Es ist entweder hit oder miss. Aber das macht es ja auch aus. Selbst, wenn man den rosa Film zurückbekommt, ist es ja nicht so, dass man denkt, was für eine Verschwendung. Sondern eher, okay witzig: nächster Film. Diese Ungewissheit ist gut.

– Du bist ja beim Label Irrsinn. Wie viel darfst Du dann bei deinem visuellen Output selbst gestalten?
Ich mache alles. Die Fotos von allen Covern habe ich alle selbst gemacht. Beim Layout von Postern und so wird es teilweise zeitlich schwer. Die T-Shirt Designs mache ich alle selber. Ansonsten mache ich eine Skizze, die Font da auf der Platte. Hier das Foto. Ich darf im kreativen Prozess alles machen. Das ist super schön. Ich habe überhaupt keine Vorgaben. Dafür bin ich super dankbar.

– Vielen lieben Dank dir, Edwin. Es war uns eine Freude.
Danke Euch!

Edwin Rosen live:
28.07.22 Darmstadt, Centralstation – ausverkauft

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