Foto-© Eric Joel
Letting the thoughts go away….I love being sad
(Dottie Andersson – I love being sad)
Mit ihrer neuen Single I love being sad eröffnet Dottie Andersson ein neues Kapitel ihres künstlerischen Schaffens: leise, introspektiv und von einer tiefen emotionalen Sensibilität getragen. Produziert von Ben Jackson-Cook entfaltet sich der Song wie eine meditative Reflexion über die oft übersehene Schönheit der Melancholie. Statt Traurigkeit als etwas zu begreifen, das überwunden werden muss, richtet Andersson den Blick auf die stille Geborgenheit die in ihr liegt.
Der Song bewegt sich entlang der Idee, dass innere Brüche nicht zwangsläufig Verlust bedeuten, sondern auch einen Raum für Transformation öffnen können. In Momenten der Verletzlichkeit entstehen neue Perspektiven, neue Formen von Stärke und Selbstwahrnehmung. Schmerz erscheint hier nicht als Endpunkt, sondern als Übergang und somit als ein Zustand, durch den Licht dringen kann. Anderssons Stimme verleiht dieser Idee eine eindringliche Zartheit und macht aus Schwere etwas fast Kontemplatives.
Im gleichförmigen Rhythmus des Alltags werden Emotionen oft reguliert, geglättet oder verdrängt. I love being sad stellt diesem Zustand eine andere Haltung entgegen. Andersson besitzt die bemerkenswerte Fähigkeit, Gefühle die gewöhnlich als belastend empfunden werden, in etwas Rohes und zugleich Erhabenes zu übersetzen. Ihre Musik lädt dazu ein, Schmerz nicht zu fürchten, sondern ihm mit Aufmerksamkeit und Offenheit zu begegnen.
Begleitet wird der Song von einem atmosphärischen Musikvideo unter der Regie von Urs Mader. Die Bildwelt führt an einen Ort, der gemeinhin als Inbegriff von Trauer gilt: einen Friedhof. Doch die Inszenierung vermeidet jede platte Schwere. Zwischen stillen Grabsteinen und offenen Himmelsflächen entsteht eine beinahe kontemplative Ruhe. Andersson bewegt sich durch diese Landschaft mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit. Sie wirkt nicht eingeschüchtert von der melancholischen Atmosphäre, sondern beinahe im Einklang mit ihr. Die Dunkelheit wird hier als Raum der Reflexion und Intimität präsentiert.
So verdichtet sich I love being sad zu einer poetischen Meditation über das Menschsein selbst. Der Song erinnert daran, dass Gefühle – auch die schweren – ein wesentlicher Bestandteil unserer Existenz sind. In einer Welt, die oft nach permanenter Leichtigkeit verlangt wirkt ihre Haltung fast radikal, denn Traurigkeit darf existieren und sie darf Raum einnehmen und sogar schön sein.
Your new single suggests that sadness can hold a kind of beauty and comfort. When did you first start seeing sadness this way rather than something to escape?
Probably when I got older and learnt to sit with my feelings rather than running away from them. Painful but nice!
Do you think society is afraid of sadness, or do we simply not know how to sit with it anymore?
I think society is very much afraid yes and it’s kind of sad but it’s just the way the world works for most unfortunately.
In the song you almost celebrate melancholy. What does “loving sadness” mean to you personally?
That I actually like being sad, that I enjoy watching sad movies, that I enjoy feeling down sometimes – it immediately means that I also will experience the opposite of it soon!
What would you say to someone who is afraid of feeling their sadness?
That’s totally OK. It’s scary I get it. If you want to change it, I can highly recommend therapy.
What do you hope listeners feel or understand about their own emotions after hearing the song?
That they are not alone in feeling sad and that it is always OK to be sad. It’s nothing to be ashamed of. It’s nothing to feel bad about. It’s a natural human feeling and also it’s actually a privilege to be sad because it means that you have feelings.

