ANTONY SZMIEREK – Zweifel und Abstürze

Foto-© Jamie Lee Culver

Wenn man sich Antony Szmierek aktuell anschaut, wirkt das alles ein bisschen wie dieser Moment um 3:47 Uhr im Club, wenn plötzlich alle ehrlich werden: ein ehemaliger Englischlehrer aus Manchester, der sich über Spoken Word, DIY-Gigs und virale Clips langsam nach oben erzählt hat – und dabei nie ganz den Eindruck verliert, dass er eigentlich immer noch Gedichte schreibt, nur eben über UK-Garage-Beats. Spätestens seit seiner EP Poems To Dance To und dem BBC-6-Music-Hype ging’s ziemlich schnell: raus aus dem Klassenzimmer, rein in Festival-Line-ups und Later… with Jools Holland. Seine Kunst lebt von dieser seltsamen Mischung aus Alltagsbeobachtung und großen Fragen, irgendwo zwischen Busfahrt, Stockport Pyramid und Existenzkrise – laut The Guardian eine „blend of pop poetry“ mit starker emotionaler Wucht.

Mit seinem Debütalbum Service Station at the End of the Universe (2025) baut Szmierek daraus jetzt ein komplettes Universum – und zwar wortwörtlich: ein Konzeptalbum, das in einer Autobahn-Raststätte spielt, diesem ultimativen Nicht-Ort zwischen Aufbruch und Stillstand. Musikalisch fühlt sich das an wie eine nächtliche Fahrt durch UK-Clubkultur – irgendwo zwischen Acid House, UKG und Indie, aber immer mit diesem gesprochenen Flow im Zentrum. Die Produktion „channels acid house, hip-hop and indie without genuflecting to any one“ (Control Club) und lässt seine Stimme wie einen inneren Monolog durch die Tracks treiben. Gleichzeitig bleibt alles maximal menschlich: kleine Figuren, große Gefühle, ein Buffet bei „Angie’s Wedding“ als kathartisches Finale – fast kitschig, aber eben genau deshalb so gut.

Was das Album wirklich besonders macht, ist dieser Kontrast aus Euphorie und Melancholie, den Szmierek ziemlich bewusst einsetzt: Verletzliche Lines verstecken sich in tanzbaren Tracks, als würde man beim Feiern plötzlich merken, dass man eigentlich über sein Leben nachdenkt. Oder wie er selbst sagt: „optimism bottled“ sollte das Ganze am Ende sein, trotz aller Zweifel und Abstürze. Und genau das ist vielleicht der Vibe: Antony Szmierek macht Musik für Leute, die tanzen wollen, aber eigentlich kurz davor sind, ihrer Ex zu schreiben – irgendwo zwischen Rave, Real Talk und Raststätte am Ende des Universums.

Wir präsentieren die anstehende Tour von Antony Szmierek und haben in diesem Zuge auch wieder 2×2 Gästelistenplätze zu verlosen! Ihr wollt hin und gewinnen? Dann schickt uns bis zum 13. April eine Mail mit dem Betreff „Antony Szmiereck 2026 + Stadt, wo ihr zum Konzert wollt“ und eurem vollständigen Namen an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück habt ihr schon nächste Woche Montag frohe Gewinnkunde von uns in eurem digitalen Postfach!

Antony Szmierek Tour:
13.04.26 Berlin, Modus
15.04.26 Bremen, Lila Eule
17.04.26 Nürnberg, Club Stereo
19.04.26 Heidelberg, Karlstorbahnhof
20.04.26 München, Milla

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Dominik

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!

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