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Veröffentlicht am 26.05.2010 | von Lisa

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RASMUS KELLERMAN – The 24th

the24th

Somewhere in the back of my head
I keep hanging on
to the image of a future
that’s come and gone
and the sweet memories
of the greatness in me

(Rasmus Kellerman – The Greatness & Me)

Alle, die sich nach der vorläufigen Trennung von Tiger Lou im letzten Jahr gegrämt haben, können jetzt aufatmen: Tiger Lou-Mastermind Rasmus Kellerman veröffentlicht dieser Tage sein erstes Soloalbum „The 24th“.

„A Partial Print“, das 2008 veröffentlichte, letzte Studioalbum Tiger Lous hatte die schwedische Band zuletzt ratlos zurückgelassen. Das ausgetüftelte Konzeptalbum ließ Kellerman und seinen Mitstreitern scheinbar keine Türen mehr offen, alle Möglichkeiten schienen musikalisch ausgeschöpft und man entschloss sich, eine Pause einzulegen.

Auf einem der letzten Konzerte ihrer Tour enterte Kellerman dann schließlich seit langer Zeit einmal wieder alleine die Bühne und spielte als Hochzeitsgeschenk für seinen Schwester den Titel „Talk of the Town“ – und begriff, wo die Reise für ihn nach Tiger Lou hinzugehen hatte: „Those five minutes alone on stage made me realize just how much I’d missed playing naked, simple and honest music. I was to start over again.“

So begann Kellerman sein musikalisches Dasein neu zu interpretieren und schuf eine Platte, die dank seiner einprägsamen Stimme zwar an Tiger Lou erinnert, aber trotzdem doch ganz anders ist. Tatsächlich hat er musikalisch auf „The 24th“ enorm abgespeckt – die Songs sind instrumentell sehr reduziert, konzentrieren auf Melodie und Text.

Kellerman wird 30 dieses Jahr, ein Thema, das ihn sehr zu beschäftigen scheint: „For the first time in my life I find myself having reflective thoughts regarding what has passed; my experiences, achievements and failures.“ Jeder Song erzählt eine Geschichte – der Titeltrack “The 24th” beschreibt eine idyllische schwedische Kindheit, ein so positiver Song, dass man sich schon beim ersten Song fragt, was mit dem Rasmus Kellerman passiert ist, der für Tiger Lou so tieftraurige Songs wie „Odessa“ geschrieben hatte.

„Five years from now“ ist einer der Songs, die noch am ehesten an Tiger Lou-Zeiten erinnern – ein sehnsüchtiger, fragender Song über Zukunftsängste. „Talk of the Town“, der Auslöser für Kellermans Soloambitionen hat es schlussendlich auch aufs Album geschafft – und klingt dort, nur von einer Akkustikgitarre begleitet so zart und verletzlich, als habe Kellerman ihn damals direkt auf der Bühne aufgenommen. Weitere Highlights sind das wehmütige „A House by the Ocean“ und “The Greatness & Me”, in dem Kellerman über das eigene Potential nachgrübelt.

Eine sehr persönliche Platte, eine Platte über einen Neuanfang und eine Neuerfindung, direkt und voller Liebe zu jedem einzelnen Song. Wer hier Tiger Lou erwartet, wird im ersten Augenblick enttäuscht sein – auf alle anderen wartet ein melodiöses und ehrliches Singer-/Songwriter-Album, das getragen wird von Kellermans einzigartiger Stimme.
4von511

Rasmus Kellerman – The 24th
VÖ: 21.Mai 2010 / Startracks
http://rasmuskellerman.com
www.myspace.com/rasmuskellerman

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