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Veröffentlicht am 25.08.2010 | von Dominik

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MOVINGCITYLIGHTS – Interview

Kurzer Rückblick – wir bekamen eine Mail von den MovingCityLights aus München, ob wir nicht ihre CD besprechen wollen würden, wir so „ja“, sie so „top“, wir nach dem Hören der CD „toll“, sie nach dem Lesen der Kritik“ super“, wir so „Interview?“, sie so „klar!“. Tja so war das! Und heute, hier und jetzt gibt es das Ergebnis zu lesen – zwischen Pizza machen und Konzert, am Küchentisch entstanden, sind sie die ersten die Rambo, David Haseloff und Hansi Hinterseer in ihre Bedroomdisco stecken, mit Kakerlaken leben können, solange es nicht bei Mutti ist, und nachhaltig die Münchner Indieszene für uns bebildern! Die MovingCityLights im Bedroomdisco-Interview!

1.) Steckbrief:

Name: MovingCityLights
Bandmitglieder: Felix, Domi, Seba, Beni
Gründungsjahr: 2009
Standort: München
aktuelles Album: About Shipwrecks And Futureplans

2.) Fragenkatalog:

Woher kennt ihr euch bzw. wie habt ihr angefangen mit MovingCityLights?
Felix: Ich war mit Domi und Seba bereits, bevor ich MovingCityLights als Soloprojekt gestartet habe, befreundet und Beni ist seit geraumer Zeit einer meiner Mitbewohner. Im Laufe der Aufnahmen der ersten Demos sind Domi und ich da irgendwie zusammen reingewachsen, da entstand das erste Mal die Idee eine Band aus dem Projekt zu machen. Als wir begonnen haben, mit verschiedensten Instrumenten zu experimentieren war es eine logische Konsequenz die Band mit guten Freunden zu verstärken.

Welche Bedeutung hat der Name, bzw. wie kamt ihr darauf?
Felix: Um ehrlich zu sein hat MovingCityLights keine tiefere Bedeutung, ich habe in einem Café Wortfetzen zweier, im Gespräch vertieften Typen aufgefangen und mir war so dass ich „MovingCityLights“ hörte, ich kann mich aber auch täuschen…

Eure Debüt habt ihr als kostenlosen Download veröffentlicht – was war euer Ziel damit, bzw. hat es sich in euren Augen rentiert?
Felix: Unser Debüt ist völlig DIV, alles außer die Herstellung wurde von uns oder von Leuten die bei dem Album musikalisch beteiligt waren gemacht, daher hat uns das Debüt fast nichts gekostet. Wir waren mehr daran interessiert verschiedene Reaktionen mehrerer Menschen auf unsere Musik zu beobachten und jeden der möchte an unserer Musik teilhaben zu lassen, als Profit daraus zu schlagen. Reale CDs von unserem Debüt gibt es nur 300x, somit haben wir es jeden selbst überlassen ob er für Musik bezahlen will oder nicht.

Wie entstand euer Debütalbum/Demo „About Shipwrecks And Futureplans“, was waren die Schwierigkeiten?
Felix: Es entstand alles daheim in Domis Schlafzimmer, mit recht unprofessionellen Mitteln, was uns aber sehr viel Spaß gemacht hat. Da wir jedoch nur begrenztes Recording-Fachwissen besitzen hat das den Prozess in die Länge gezogen und auch viele der Instrumente wurden aufgrund der gegebenen Umstände unsauber eingespielt. Desweiteren haben wir mit Instrumenten experimentiert, die wir rein theoretisch gar nicht spielen konnten. Ziel ist es verschiedene Musikrichtungen kreativ zu vereinen und Sachen ausprobieren, die für viele Indiebands komisch sind, auch wenn wir damit ziemlich oft aufs Schnauze fallen.

Ihr habt das Album ohne Studio, Produzenten, Sponsoren oder Label eingespielt – woher hattet ihr das technische Know-how und warum habt ihr euch zu diesem Weg entschieden?
Felix: Ich selbst besitze leider keinerlei technisches Know-how und auch Domi der sehr engagiert in diese Richtung ist, musste viel lesen und probieren um es gut zu machen. Das technische Know-how kam somit erst im Prozess des Aufnehmens an sich. Da wir sehr viel Liebe in unsere Lieder gesteckt haben und auch große Fans von etwas „rougher“ Produzierten Platten sind, wollten wir die Atmosphäre und sogar die Räumlichkeit, wo die Lieder entstanden sind aufgreifen.
Domi: Es hat sich richtig angefühlt keinen Professionellen mit einzubeziehen und daheim zu bleiben wo man sich um einiges wohler fühlt als in einem Studio. Jedes Bandmitglied hat seine Ecken und Kanten, wieso sollte dann die Schöpfung solcher Personen rund klingen?

Was inspiriert euch normalerweise zu den Lyrics bzw. in welchen Situationen schreibt ihr diese?
Felix: Ich habe immer ein Skizzenbuch dabei, wo ich spontan Zeichnungen, Notizen, Gedanken festhalte, egal ob ich fröhlich oder traurig bin. Manchmal blätter ich durch und denke „Was für ne Scheiße“ und manchmal sind es Lyrics für ein Lied.
(Domi kommt in die Küche)

Wie entstehen normalerweise eure Songs, wie arbeitet ihr (work-split)?
Felix: Sie entstehen in Schichten, normalerweise kommt irgendwer mit einem Grundriff an. Dieses nehmen wir auf, lassen es ablaufen und improvisieren dazu.
Domi: Das Ergebnis ist immer recht spontan, was dazu führt dass wir kaum ein Lied live so spielen wie es auf Platte ist bzw. wir einfach aufgehört haben zu proben.

– Eines unserer Lieblingslieder ist „Blood Pact“ – könnt ihr uns sagen, worum es darin geht, wie der Song entstand und was die Geschichte dahinter ist?
Felix: Blood Pact war der letzte Song den wir für die CD aufgenommen haben, was gut den Werdegang unserer Musik illustriert. Home Is Where The Tone Is, Where Is Your Wilderness und Piano Hanfs waren die ersten und man sieht sofort den Qualitätsunterschied. Er ist zweifellos einer der besten Songs auf der Platte und zeigt nicht nur dass wir mehr technisches Know-how abgekommen haben, sondern auch im Songwriting gewachsen sind. Im Endeffekt handelt er von Selbstfindung, mehr will ich dazu nicht sagen, weil ich feststellen musste, dass sich jeder aufmerksame Zuhörer eine eigene Bedeutung rauszieht, was ich sehr schön finde. Ein Teil des Textes vom Refrain ist aus einem Buch von Haruki Murakami.

Habt ihr euch der Musik als Lebensweg verschrieben oder habt ihr noch andere Interessen/Standbeine?
Felix: 3 von uns Studieren ganz gewöhnliche Sachen und der Beni ist Trompetenbauer. Musik ist ein Hobby. Das Gute an einem Hobby ist, nichts muss, alles hat seine Zeit und man bekommt auch Abstand davon wenn man will.
Domi: Uns würde sicherlich die Leidenschaft verloren gehen, wenn wir 24/7 Musik machen würden.

– Was macht ihr, wenn ihr nicht Musik macht?
Domi: Alles was andere auch tun.

– Welche Schwierigkeiten seht ihr für kleine Bands in Deutschland?
Felix: Es gibt meiner Meinung nach verschiedene Faktoren, die ich bei kleinen Bands in Deutschland problematisch finde. Oft gibt es Bands die ihren Sound und ihre Leidenschaft, die sie in die Lieder stecken sollten zu kurz kommen lassen und sich primär auf Erfolg konzentrieren. Da kommt meist nix dabei rum. Bei anderen ist es so dass sie mit ihrem Sound genau einen Nerv treffen, jedoch als deutsche Band einfach nicht beachtet werden. Da hat mans in England oder USA schon leichter.

– Kann man als kleine deutsche Band „nur“ von der Musik leben? Wie?
Seba: Wenn man nicht mit 40 immer noch bei Mutti leben will, ist es nicht zu empfehlen.
Felix: Ne Leben kann man davon nicht.

– Ihr lebt in München, das nicht unbedingt für seine Indie-Szene bekannt ist – wie bewertet ihr das?
Felix: So schlimm ist das überhaupt nicht, es kommen immer mehr gute Bands aus München wie Mexican Elvis, Legojazz, die Talking Pets und auch die alten Hasen von The Notwist sind ja bekanntlich auch ausm Münchner Raum. Die Indieszene ist sehr klein und familiär, was zur Folge hat dass jeder jeden kennt, auch die Bands untereinander. Das ist sehr angenehm aber gleichzeitig sehr schade, da man immer die gleichen Gesichter auf Konzerten sieht und manchmal hat man das Gefühl es geht mehr um Klamotten als um das Verständnis für alternative Musik.

– Was ist gerade eure Beschäftigung?
Domi: Wir essen Pizza, trinken Espresso und warten auf unser Konzert heut Abend.

Das haben wir 2009 gelernt?
Seba: Das ein Sommer ohne Fußballgroßveranstaltung sau langweilig ist.
Domi: Dass Bandproben völlig überbewertet sind.
Beni: Jow
Felix: Dass man in einem Haus mit Kakerlaken durchaus leben kann.

Eure weiteren Pläne fur 2010?
Felix: Wir haben wieder angefangen in unserer WG aufzunehmen und wollen nächstes Jahr eine 5 Song EP auf Vinyl pressen lassen, wir werden sehen was dabei rauskommt. Ansonsten stehen noch ein paar Konzerte an.

Wie würde eure persönliche „Bedroomdisco“ aussehen?
Seba: Hansi Hinterseer feat. David Haseloff performen „99 Luftballons“
Domi: Mit Rambo am Schlagzeug

Wer hat den Fragenkatalog ausgefüllt?
Alle

An dieser Stelle gibt es „About Shipwrecks And Futureplans“ komplett als kostenlosen Download!

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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