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Veröffentlicht am 19.09.2010 | von Lisa

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NORMAN PALM – Shore to Shore

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Let’s all be friends with the telephone calls
Let’s all be friends with the departure halls
(Norman Palm – Easy)

Norman Palm ist, wenn man genauer hinsieht, in der Musikszene kein Unbekannter – im Zuge seines ersten Albums schaffte er es mit Coverversionen von „Boys don’t cry“ und „Girls just wanna have fun“ bereits auf den bekannten Klatschblog des Amerikaners Perez Hilton.
Sein erstes Album erschien damals als eine Art Gesamtkunstwerk – zusammen mit einem knapp 200 Seiten starken Büchlein, das Palms visuelle Kunstwerke beinhaltete. Der Kunsthochschulabsolvent hatte darauf bestanden, diese nur in Verbindung miteinander zu veröffentlichen, und, nachdem er keine Plattenfirma dafür gefunden hatte, das Ganze schließlich in Eigenregie herausgebracht.
Mittlerweile hat sich dieses Problem gelöst, Palm veröffentlicht auf dem Berliner Label City Slang, und auch musikalisch hat sich einiges getan. „Shore to Shore“, das zweite Album des dank seiner Fernbeziehung zwischen Berlin und Mexiko City hin und her Pendelnden, kommt zunächst einmal ohne die visuelle Unterstützung aus. Der erste Song „Start / Stop“ erinnert zunächst sowohl musikalisch durch die Ukulele an Stufjan Stevens als auch gesanglich an José Gonzalez, doch wie sich in den folgenden Songs herausstellt, kann man diese Assoziationen getrost wieder verwerfen. Palm schafft sich seinen ganz eigenen Sound. Irgendwo zwischen Gitarrenfolk, Singer / Songwriter und Elektropop tingeln die Songs hin und her und dieser Stilmix sorgt dafür, dass das Album einen beim mehrmaligen Hören immer und immer wieder überrascht.
Highlights sind dabei neben dem Opener das folkige „Landslide“, das wohl eingängigste Stück des Albums, das mit seiner geschrammelten Gitarre und dem knarzigen Gesang Palms enormes Ohrwurmpotential besitzt. „$20“ verbindet diesen Folk mit elektronischen Beats, die nach einem langsamen Intro vor sich hin pluckern und dem Song eine atmosphärischere Wendung geben. Ähnlich funktioniert „Phantom Lover“: der Song beginnt ganz langsam und sphärisch, nur um den Hörer dann mit rhythmischen Percussions zu überfallen, die Palm im Refrain zum Einsatz kommen lässt und die den Song ganz subtil beherrschen.
Norman Palm hat hier ein wirklich innovatives Album geschaffen. Subtil und stilsicher schafft er es, Neues mit Altem zu verbinden und daraus ein organisches Gesamtwerk zu schaffen, ohne dass der Wechsel zwischen Elektro und Folk auf die Nerven geht. Ein Künstler, den man im Auge behalten sollte!

35von5

Norman Palm – Shore to Shore
VÖ: 2. Juli 2010 (Cityslang)
http://www.normanpalm.com/
http://www.myspace.com/normanpalm

Norman Palm – Easy from City Slang on Vimeo.

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