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Veröffentlicht am 21.11.2010 | von Lisa

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FREELANCE WHALES – Weathervanes

freelance-whales

But oh you caught me sleeping in the power sockets
You caught me mildew in the tiles of the bathroom
And oh you shot a glance like I was doing okay
Oh I am never on my way

The reasons my molars are so broken
Is I spend too much time ghosting
With the likes of you and yours

The reasons my insides are swollen
Is I spend too much time ghosting
With the likes of you and yours

(Freelance Whales – Ghosting)

Im Zuge der Veröffentlichung des Debütalbums „Weathervanes“ der New Yorker Band Freelance Whales fielen in vielen Reviews immer wieder Vergleiche mit bekannten Künstlern wie The Postal Service, Owl City – und, vielleicht wegen des Banjos – Sufjan Stevens. Weder an Ben Gibbards mittlerweile von allen Seiten hochverehrtes Postal Service-Album oder Sufjan Stevens, einen immens talentierten Songwriter kommen die New Yorker jedoch heran.
Die Vergleiche rühren hauptsächlich von der eher „ungewöhnlichen“ Instrumentierung der Songs auf „Weathervanes“ für eine Indiepopband, die tatsächlich den angesprochenen Künstler sehr ähnelt – immer wieder taucht das schon angesprochene Stevens-typische Banjo auf, hier ein Glockenspiel und dort eine Triangel – und viele der Songs sind angereichert mit The Postal Service-typischen Synthie-Elektrobeats.

Doch nicht immer ist das ein Vorteil. Das gameboyartige Intro auf „Starring“ nervt immens, vor allem in Verbindung mit der doch eher ungewöhnlichen, mädchenhaft-hellen Stimme des Sängers Judah Dadone. Songs wie beispielsweise „Hannah“ oder „Kilojoules“ klingen zwar auf den ersten Metern ganz nett – nerven wie viele der anderen Songs jedoch leider nach einer halben Minute mehr, als dass sie Spaß machen. Vor allem der sanfte, extrem auf Ben Gibbard getrimmte und stets etwas weinerliche Gesang lässt einen immer wieder zum nächsten Song weiterskippen, in der Hoffnung, dass einem da auf einmal ein Gitarrenbrett mit ganz viel Geschrei entgegenkommt – diese Hoffnung wird leider nie erfüllt.
Es gibt einige Songs, die mehr Sinn machen als andere, und bei denen man das Gefühl hat, sie könnten doch organisch entstanden sein, ohne mit einem Auge auf die berühmten Vorbilder geschielt zu haben: Das wirklich schöne „Ghosting“ und auch „Broken Horse“ gehören zu diesen Songs. Zwar taucht auch bei letzterem das unvermeidliche Banjo wieder auf, doch wenigstens verzichten die New Yorker dabei auf die unnötigen Elektrobeats, die sonst so häufig durch die Songs pluckern. Heraus kommt ein Song, der mit den vielschichtigen Chören die Aufmerksamkeit des Hörers auf sich zieht und beweist, dass die Freelance Whales keine schlechten Songwriter sind – sie ihre Ideen nur oft unter zuviel Beats, unnützen Instrumentierungen und einer ganzen Schicht Niedlichkeitsfaktor verstecken.
Weniger ist mehr, möchte man da raten – vielleicht beherzigen Freelance Whales diese Prämisse ja doch einmal fürs nächste Album, es wäre ihren Songs zu wünschen.

2halbvon5

Freelance Whales – Weathervanes
VÖ: 26. November 2011 (Zomba / Sony)
www.freelancewhales.com
www.myspace.com/freelancewhales
httpvh://www.youtube.com/watch?v=uZwzwxA-Sqs

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